KVHS Aurich-Norden  Mehr Mitarbeiterlohn, mehr Flüchtlinge – und ein Umzug

| | 06.12.2023 14:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Flüchtlingsheim: die ehemalige Auricher Kaserne.
Flüchtlingsheim: die ehemalige Auricher Kaserne.
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Neben der Erwachsenenbildung sind sie für wichtige soziale Bereiche zuständig, etwa für Flüchtlinge und Schulbegleitung. Von der Kreispolitik gab es zum Jahresende viel Lob für die KHVS.

Aurich/Norden - Pünktlich zur Weihnachtszeit hatte der Leiter der Kreisvolkshochschulen (KVHS) in Aurich und Norden, Friedhelm Endelmann, den Kreispolitikern gleich mehrere gute Nachrichten mitgebracht.

Zum 1. April werde man endlich die lange geforderte Tarifangleichung der Norder KVHS-Mitarbeiter umsetzen können, berichtete Endelmann. Lediglich einige Formalitäten müssten noch geklärt werden. „Da dürfte aber eigentlich nichts mehr passieren“, so der KVHS-Chef. Er dankte dem Betriebsrat und der Kreispolitik für ihren Einsatz.

KVHS-Chef Friedhelm Endelmann. Foto: Aiko Recke
KVHS-Chef Friedhelm Endelmann. Foto: Aiko Recke

Ausschussvorsitzender Sven Behrens (CDU, Berumbur) betonte, die Tarifangleichung sei „richtungsweisend“ und ein „Meilenstein“. „Das ist ein starkes Stück, das wir gemeinsam auf den Weg gebracht haben und das haben die Mitarbeiter auch verdient“, so Behrens.

Hans Forster (SPD, Norden) begrüßte die „grundsätzliche Regelung“ ebenfalls. Wilhelm Reinken (Freie Wählergemeinschaft, Südbrookmerland) sagte angesichts der über neun Jahre andauernden Vorgeschichte: „Was lange währt, wird hoffentlich endlich gut.“

Zur Erinnerung: Die Auricher Kreisverwaltung hatte bereits Mitte Oktober mitgeteilt, dass die rund 250 Beschäftigten der KVHS Norden ab 1. April 2024 nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD) bezahlt werden sollen. Der Kreishaushalt, der an diesem Donnerstag, 7. Dezember, beschlossen werden soll, werde dadurch mit etwa zwei Millionen Euro zusätzlich belastet, hieß es seinerzeit.

KVHS zieht in bisheriges MVZ Norden ein

Eine weitere Veränderung kündigte KVHS-Chef Endelmann am Dienstag an. Die Aktivitäten in der sogenannten Behrendsschen Villa am Neuen Weg in Norden sollen zum 1. April 2024 in das Gebäude des bisherigen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) am bisherigen Norder Krankenhaus umziehen. Das MVZ wiederum werde in das bisherige Klinikgebäude umziehen, erklärte Endelmann.

Die Mitarbeiter am KVHS-Standort Norden werden ab April wie ihre Kollegen in Aurich nach TVÖD bezahlt. Foto: Christin Wetzel
Die Mitarbeiter am KVHS-Standort Norden werden ab April wie ihre Kollegen in Aurich nach TVÖD bezahlt. Foto: Christin Wetzel

Gute Nachrichten deuten sich außerdem für die rund 400 Schulbegleiter der KVHS-Tochtergesellschaft Auno an. Die Freie Wählergemeinschaft hatte die Fortführung des sogenannten Poolmodells und die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter beantragt. Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert versprach: „Wir werden im Kern das verwirklichen, was Sie beantragen.“ Weitere Details nannte er noch nicht. Derzeit stehe die Entscheidung noch nicht an.

Ausschussvorsitzender Sven Behrens betonte ebenfalls, dass es noch zu früh sei, darüber zu beschließen.

Antragsteller Heinrich Ubben (Freie Wählergemeinschaft, Brookmerland) erklärte sich damit einverstanden: „Es ist ein gutes Zeichen zu Weihnachten, dass es weitergeht und sich die Belegschaft keine Sorgen machen muss.“

Mehr als 1000 Flüchtlinge in Unterkünften

Zuvor hatte der Auricher KVHS-Standortleiter über die Flüchtlingsarbeit berichtet. Demnach betreuen 93 Mitarbeiter mittlerweile rund 1000 Geflüchtete in mehreren Gemeinschaftsunterkünften, davon alle rund 550 in der früheren Auricher Kaserne. Insgesamt habe man 1747 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften im Kreis Aurich. Außerdem habe man derzeit rund 300 Wohnungen im gesamten Kreisgebiet für insgesamt rund 1500 Flüchtlinge angemietet, so Saathoff.

Grünes Licht für Kita in Aurich-Extum

Er berichtete außerdem, dass das Land Niedersachsen jetzt grünes Licht für den Start einer Kita in einer bisherigen Flüchtlingsunterkunft in Aurich-Extum (nahe der IGS) gegeben habe. Dort sollen wie berichtet 19 Plätze eingerichtet werden, 15 für Kindergartenkinder, vier für Krippenkinder.

Der Auricher Standortleiter Sören Saathoff. Foto: Aiko Recke
Der Auricher Standortleiter Sören Saathoff. Foto: Aiko Recke

Theo Wimberg (SPD, Norden) lobte: „Das ist wirklich anerkennenswert, was die KVHS in der Flüchtlingsarbeit leistet. Darauf sollten wir stolz sein.“

Ausschussvorsitzender Sven Behrens sagte: „Die KVHS ist die Feuerwehr des Landkreises Aurich. Hätten wir sie in den Krisen nicht gehabt, wäre es schwierig geworden.“

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