Inklusion im Landkreis Aurich  Freie Wähler wollen Schulbegleiter-Projekt fortsetzen

| | 04.12.2023 17:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Schulhelfer, wie hier in Aachen, betreuen Kinder mit Handicaps im Unterricht.Foto: DPA
Schulhelfer, wie hier in Aachen, betreuen Kinder mit Handicaps im Unterricht.Foto: DPA
Artikel teilen:

Seit 2018 läuft im Kreis Aurich das sogenannte „Poolmodell“, das flexible Betreuungsformen für Kinder mit Handicaps bietet. Die Freien Wähler fordern jetzt Klarheit für die rund 400 Schulbegleiter.

Aurich - Eine Weiterbeschäftigung für die Schulbegleiter im Landkreis Aurich im Rahmen des sogenannten Poolmodells fordert jetzt die Freie Wählergemeinschaft im Kreistag. Ein entsprechender Antrag soll am Dienstag, 5. Dezember (15 Uhr, KVHS Aurich) im zuständigen Betriebsausschuss der Kreisvolkshochschulen beraten werden.

Dem mit hohem finanziellem Einsatz ausgebildeten Schulbegleitungspersonal müsse zeitnah eine Weiterbeschäftigung in Aussicht gestellt werden, um die Fachkräfte nicht zu verlieren, wird der Kreistagsabgeordnete Heinrich Ubben (Brookmerland) in einer Mitteilung zitiert. Der Landkreis Aurich sollte den Frauen und Männern, die in der Schulbegleitung eingesetzt werden, eine berufliche Perspektive aufzeigen.

Ubben: „Nicht nur in Beton investieren“

„Der Landkreis darf nicht nur in Beton bei der Bildung und im Schulwesen investieren“, heißt es von der Freien Wählergemeinschaft. Die Fortführung des Poolmodells für Kinder mit Unterstützungsbedarf sei ein wichtiger Baustein, um alle Kinder auf das Berufsleben vorzubereiten. „Das Aussortieren und Abschieben von jungen Menschen, die scheinbar nicht für das Berufsleben geeignet sind, darf sich unsere Gesellschaft nicht mehr leisten“, wird Ubben zitiert.

In der Schulbegleitung betreuen nach Angaben der Freien Wählergemeinschaft gut 400 speziell ausgebildete Frauen und Männer mehr als 1000 schulpflichtige Kinder. Im Gegensatz zum üblichen Betreuungsmodell mit einer Eins-zu-eins-Betreuung von Kindern mit Unterstützungsbedarf werden beim Poolmodell flexible Betreuungsformen an 75 Schulen im Landkreis genutzt.

Poolmodell läuft bis Sommer 2024

Das Poolmodell wurde zum Schuljahresbeginn 2018 eingeführt und war auf eine Laufzeit von vier Jahren ausgelegt. Bedingt durch die Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Schulschließungen wurde der Modellversuch um zwei weitere Jahre bis zum Schuljahresende 2024 verlängert.

Im Mai 2022 hatte das Institut für sozialpädagogische Forschung aus Mainz ein überaus positives Zwischenfazit gezogen und den Verantwortlichen beim Landkreis Aurich seine Anerkennung für die bundesweite Vorreiterrolle mit diesem inklusiven Konzept gezollt.

Seit 2017 hatte es immer wieder intensive Diskussionen um die Bezahlung der Schulbegleiter im Kreis Aurich gegeben. Diese wurde daraufhin angehoben. Der Landkreis gründete eigens eine neue Tochterfirma namens Auno für die Schulbegleiter.

Ähnliche Artikel