Energiepolitik im Kreis Aurich Absage für Solaranlagen auf Buswartehäuschen
Das Kreisstraßenamt hält einen Vorschlag der Freien Wähler für nicht umsetzbar. Und das liegt nicht nur an den hohen Installationskosten.
Aurich - Auf den Buswartehäuschen im Landkreis Aurich wird es wohl erst einmal keine Photovoltaik-Anlagen für die Beleuchtung geben. Man habe bei einem Hersteller nachgefragt, erklärte Kreisstraßenamtsleiter Matthias Hayen im zuständigen Umweltausschuss. Antwort: Die Wartehäuschen könnten nachgerüstet werden mit speziellen Pfosten. Doch das würde rund 5000 Euro pro Haltestelle kosten. „Es ist also grundsätzlich möglich, aber ein hoher Kostenaufwand“, so das Fazit von Hayen.
Ein weiteres Problem wäre möglicher Vandalismus, gibt der Amtsleiter zu bedenken, denn die Solarmodule wären in einer Höhe von etwa 2,50 Metern angebracht und somit relativ leicht zu beschädigen. Man habe bereits viele Glasschäden an den erneuerten Wartehäuschen zu beklagen. Weiteres Gegenargument: Wegen dunkler Tage könne man die Beleuchtung letztlich nicht autark betreiben, erklärte Hayen.
Berichte von Vandalismus
Die Idee der Solardächer für Buswartehäuschen hatte die Freie Wählergemeinschaft. Sie hatte bereits im Sommer 2022 eine Prüfung der Kreisverwaltung gefordert und diese jetzt daran erinnert. Der Amtsleiter erklärte, man habe mittlerweile 474 von 800 Haltestellen im Landkreis mit transparenten Scheiben ausgestattet. Diese Häuschen sind auch beleuchtet.
Kreispolitiker berichteten von Vandalismus. „Jugendliche machen da bei uns eine Party nach der anderen. Erst kürzlich ist wieder eine Scheibe rausgeflogen. Die sollten wir gar nicht wieder ersetzen“, sagte Kuno Behrends (SPD, Großheide).
„Wir brauchen komfortable Haltestellen“
Olaf Wittmer-Kruse (Grüne, Krummhörn) meinte: „Das wird immer einmal vorkommen. Aber wir brauchen komfortable Haltestellen.“ Kreis-Baudezernent Eiko Ahten betonte: „Den Vandalismus bekommt man nie ganz in den Griff. Uns ärgert das auch. Aber ganz vermeiden lässt es sich nicht.“
Im Frühjahr hatte der Landkreis Aurich mitgeteilt, dass allein zwischen 5. und 27. März insgesamt 16 Bushaltestellen beschädigt wurden. 30 Sicherheitsglas-Elemente wurden zerstört. Der Schaden lag bei rund 20.000 Euro. Zusammen mit der Polizei bat der Landkreis seinerzeit um Bekämpfung der „systematischen Zerstörung“.