Verkehr in Südbrookmerland  Straßenfrust in Victorbur

| | 29.11.2023 18:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Plötzlich tat sich die Straße auf: Vor gut zwei Jahren wurde der Wagen des Victorburers Kai-Uwe Münkenhove durch eine kaputte Fahrbahn beschädigt. Foto: privat
Plötzlich tat sich die Straße auf: Vor gut zwei Jahren wurde der Wagen des Victorburers Kai-Uwe Münkenhove durch eine kaputte Fahrbahn beschädigt. Foto: privat
Artikel teilen:

Der Zustand der Gemeindestraßen bringt zwei Männer aus Victorbur zur Weißglut. Vor allem, weil gemachte Zusagen von der Gemeinde nicht eingehalten wurden. Was sie monieren und was die Verwaltung sagt.

Victorbur - Seit Jahren investiert die Gemeinde Südbrookmerland kräftig in ihre Straßen. Millionenbeträge sind bereits in Sanierungen und Neubauten geflossen. Doch immer wieder im laufenden Jahr kamen die Bemühungen stellenweise ins Stocken. Zwei Südbrookmerlander sind deshalb sauer und machen Druck. Einer droht sogar mit rechtlichen Schritten.

Rund zwei Jahre ist es her, dass Kai-Uwe Münkenhove mit seinem Auto auf dem Brauers Trift förmlich im Boden versank. Wegen eines kaputten Rohres war die Straße unterspült worden. Eines Tages brach sie unter seinem Wagen zusammen. Schreck und Schaden waren groß. Der Schaden an der Straße wurde in der Folge behoben – provisorisch, wie Münkenhove sagt. Doch an zahlreichen weiteren Schäden auf der Fahrbahn tut sich nichts. Bereits mehrfach habe es deshalb Schäden an Fahrzeugen gegeben. Für die Sanierung ihrer Straßen führt die Gemeinde eine Prioritätenliste. Auf der ist auch der Brauers Trift vermerkt – allerdings an vorletzter Stelle. Dass die Straße überhaupt aufgenommen wurde, ist Ratsmitglied und Ortsvorsteher Johann Schoolmann (FWG) zu verdanken, der bereits im Spätsommer des vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. Als es im Frühjahr 2023 um die Gemeindestraßen ging, wartete Schoolmann mit einer neuen Idee auf: Mit schwerem Gerät sollte versucht werden, die teils gravierenden Höhenunterschiede auf der Fahrbahn etwas einzuebnen. Passiert ist seitdem jedoch nichts.

Victorburer denkt über Klage nach

Das will Kai-Uwe Münkenhove so nicht stehen lassen. Er sieht die Gemeinde allein schon aus Sicherheitsgründen in der Pflicht, zu handeln. Deshalb denkt er darüber nach, einen Anwalt zu beauftragen, und die Gemeinde notfalls zum Handeln zu zwingen. Möglicherweise ist das aber gar nicht nötig. Laut Bauamtsleiter Konke Wienekamp ist die Bearbeitung der Straße mit schwerem Gerät weiter geplant. Das Bauamt habe diesbezüglich Erfahrungen eines Bauunternehmens abgefragt. Grundsätzlich sei ein solches Verfahren möglich, aber das Wetter müsse stimmen. Idealerweise, so Wienekamp, würden die Arbeiten bei einsetzendem Tauwetter nach einer längeren Frostperiode durchgeführt. Passt das Wetter, werde die Baufirma kurzfristig beauftragt.

Eine Baufirma soll sich laut eines bereits im März gefassten Beschlusses auch um den Alander Weg in Victorbur kümmern. Dass selbst ein solcher Beschluss keine Garantie dafür ist, dass sich schnell etwas tut, erfuhr nun Matthias Harbig aus Victorbur. Er hatte sich für die Sanierung des Alander Weges starkgemacht – mit Erfolg, wie er im Frühjahr noch glaubte. Seinerzeit hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Straße vom Moorweg beginnend durch eine Firma sanieren zu lassen. Und zwar so weit, wie die zur Verfügung stehenden 200.000 Euro reichen. Die Politik stimmte zu. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses im November fragte Harbig erneut nach. Passiert ist am Alander Weg nämlich bis heute ebenfalls nichts. Bei seiner Wortmeldung schilderte er die Situation. So wollten Müllwagenfahrer die Straße bereits nicht mehr befahren. Wolle ihn seine Mutter besuchen, die 200 Meter entfernt wohne, dann hole er sie mit dem Auto ab.

Verwaltung: „Wir haben das in diesem Jahr nicht geschafft.“

Die Antwort der Verwaltung: „Wir haben das in diesem Jahr nicht geschafft.“ Dafür wolle man im kommenden Jahr mehr Geld bereitstellen, sodass die Straße auf ganzer Länge saniert werden könne. An Harbigs Enttäuschung ändert das jedoch nichts. „Zusätzliches Geld muss ja auch erst wieder genehmigt werden. Also geht noch mehr Zeit ins Land“, so der Victorburer. Bislang habe es noch nicht einmal eine Ausschreibung gegeben. Konke Wienekamp hat für das kommende Haushaltsjahr weitere Mittel angemeldet, wie er den ON am Mittwoch sagte. Ob die angesichts der desolaten Finanzlage in Südbrookmerland aber überhaupt bewilligt werden, ist fraglich. Sicher scheint nur: Kaputte Straßen werden die Gemeinde wohl weiterhin intensiv beschäftigen.

Ähnliche Artikel