Diskussion in Auricher Kreispolitik  Landkreis sieht keinen weiteren Geldbedarf für Ärzteförderung

| | 28.11.2023 17:27 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Stethoskope hängen in einer Arztpraxis.Foto: DPA
Stethoskope hängen in einer Arztpraxis.Foto: DPA
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Der Landkreis Aurich fördert Medizinstudenten, die hier Ärzte werden wollen. Eine Erhöhung dieser Summe im Kreishaushalt sei aber nicht nötig, erklärt die Kreisspitze.

Aurich - Mehr Geld für die Förderung von Medizinstudenten fordert die Freie Wählergemeinschaft im Auricher Kreistag. Im Haushalt des Landkreises sind dafür 100.000 Euro im Jahr vorgesehen, die Fraktion möchte die Summe auf 150.000 Euro erhöhen. „Es ist ganz dringend, offensiv um die Studenten zu werben“, sagte Hans-Gerd Meyerholz (Freie Wählergemeinschaft, Aurich). Doch nach Ansicht der Kreisverwaltung ist eine Erhöhung nicht notwendig. Die Geschäftsführung der Kliniken Aurich-Emden-Norden, die hauptsächlich von den Stipendiaten profitieren, sehe keinen weiteren Finanzbedarf, erklärte Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert. Und wenn, dann könne die Klinik das aus einem eigenen Budget dafür leisten. Man werde jedem geeigneten Studenten ein Stipendium anbieten, versicherte Puchert.

Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert. Foto: Aiko Recke
Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert. Foto: Aiko Recke

Andreas Epple, Betriebsleiter der UEK-Vermögensverwaltung, berichtete, dass sich die Zahl der geförderten Stipendiaten seit 2014 von fünf auf mittlerweile 16 in diesem Jahr gesteigert habe. Von den 16 derzeitigen Stipendiaten werden nach seinen Angaben zwei als Hausärzte arbeiten und 14 in den Kliniken. Im Jahr 2023 werde das Förderbudget von 100.000 Euro voraussichtlich überschritten.

Puchert: Eigentliche Probleme können wir hier nicht lösen

Erster Kreisrat Puchert meinte, grundsätzlich sei es eher eine „gesellschaftspolitische Aufgabe“, Ärzte und Pfleger nicht in einer ineffizienten „kleinteiligen Krankenhauslandschaft“ zu vergeuden. „Die eigentlichen Probleme werden wir im Landkreis Aurich nicht lösen“, so Puchert.

Beate Ihmels (SPD, Brookmerland) sagte, wenn das Geld reiche, brauche man den Ansatz nicht erhöhen. So sah es auch Bodo Bargmann (CDU, Aurich).

Am Ende wurde der Antrag der Freien Wählergemeinschaft, der zuvor bereits vom Finanzausschuss in den Gesundheitsausschuss verwiesen worden war, mit breiter Mehrheit abgelehnt. Nur die Freien Wähler stimmten dafür, Grünen-Abgeordnete Angelika Albers enthielt sich.

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