Straßenbeleuchtung Wenn Stromsparen zum Problem wird
Einsparungen bei der Straßenbeleuchtung führen in Südbrookmerland vermehrt zu Problemen. Weil die modernen LED-Lampen weniger Strom brauchen als ihre Vorgänger, kommt es zu Störungen.
Südbrookmerland - Stromsparen ist gut für das Klima und schont den Geldbeutel. Darüber herrscht weitgehend Einigkeit. In Südbrookmerland zeigt sich nun jedoch, dass daraus auch ganz neue Probleme entstehen können. Nämlich bei der Straßenbeleuchtung. Nachdem die Gemeinde weite Teile ihrer Straßenlaternen auf moderne LED-Technik umgerüstet hat, kommt es im verregneten Herbst in diesem Jahr vermehrt zu Ausfällen. Woran das liegt, erklärt ein Elektriker der Gemeinde.
In früheren Jahren kamen für die Straßenbeleuchtung oft sogenannte Natriumdampflampen zum Einsatz. Nach und nach rüstet die Gemeinde ihre Beleuchtung aber auf die deutlich sparsamere LED-Technik um. Wie berichtet, kommt es aufgrund des vielen Regens der vergangenen Wochen nun zu Problemen. So gab es laut Gemeindeverwaltung Ausfälle unter anderem in den Bereichen Schulsiedlung, Ostvictorburer Straße, Blumenstraße und Birkenweg. Auch im Georgsheiler Gewerbegebiet und in Oldeborg bleibt es aktuell stellenweise dunkel.
Stromfluss ließ Anschlüsse trocknen
Doch wie hängen die Ausfälle mit der Umrüstung auf die LED-Technik zusammen? Andreas Collmann ist als Elektriker bei der Gemeinde Südbrookmerland beschäftigt. Nach seinen Worten ist die Ursache für die Störungen oftmals Wassereinbruch in Leitungsmuffen. Während die Leuchtkörper der Straßenlaternen auf moderne Technik umgerüstet wurden, war das bei den Erdkabeln eigentlich nicht nötig. Doch wegen des geringeren Stromflusses sind die Lampen nun anfälliger für Wasserschäden. Fließt mehr Strom durch die Kabel und Muffen, erwärmten sich diese, sodass Feuchtigkeit wegtrockne. Da die neuen Leuchten eine geringere Stromaufnahme haben, sei das nun aber nicht mehr der Fall.
Kommt es zu einer Störung, ist der Aufwand laut Collmann groß. So groß, dass dafür eine Fachfirma beauftragt werden muss. Mit speziellem Gerät grenzt die den Schaden zunächst ein. Dann wird das Kabel freigelegt und der Schaden behoben.
Knappes Votum für längere Leuchtzeiten
Es ist zu vermuten, dass es derartige Schäden nicht nur in Südbrookmerland gibt. Schließlich haben in der Vergangenheit viele Kommunen auf LED-Technik umgestellt. Mehr Störungen bedeuten für die Fachfirmen aber auch mehr Arbeitsaufkommen, sodass Schäden nicht immer sofort behoben werden können. Frank Süßen von der Südbrookmerlander Gemeindeverwaltung sagte aber in einer Sitzung des Bauausschusses zu, die Schäden so schnell es geht beseitigen zu lassen.
Der Bauausschuss beschäftigte sich am Donnerstag zudem noch mit einem weiteren Aspekt der Straßenbeleuchtung. Die soll künftig wieder bis 23 Uhr eingeschaltet bleiben. Im Zuge der drohenden Energiekrise waren die Schaltzeiten auf 22 Uhr verkürzt worden. Ein eher symbolischer Akt, wie sich nun gezeigt hat. Die Einsparungen waren laut Süßen eher gering. Zahlen nannte er allerdings nicht.
Für den Bauhof bedeutet die Umstellung nun jedoch eine Menge Arbeit. Etwa 100 Schaltstellen müssen angefahren werden. Im Ausschuss unkten einige Politiker, dass dies vermutlich mehr kosten werde, als man durch die frühere Abschaltung eingespart habe. Entsprechend knapp fiel bei der Abstimmung auch das Ergebnis aus. Nur sechs der elf Ausschussmitglieder votierten für die Umstellung, fünf waren dagegen. Darauf, dass die Beleuchtung möglichst bald wieder überall funktionieren soll, konnten sich aber alle einigen.