Betreuungsplätze in Südbrookmerland Ende des Kita-Notstands
Jahrelang herrschte in Südbrookmerland ein akuter Mangel an Kitaplätzen. Jetzt konnten erstmals wieder alle Anfragen bedient werden. Doch es gibt andere Baustellen.
Südbrookmerland - Bekommt mein Kind einen Kitaplatz oder nicht? Diese Frage hat Eltern in der Gemeinde über Jahre beschäftigt. Lange herrschte ein teils gravierender Mangel und es gab immer wieder Diskussionen darüber, wie der beseitigt werden kann und ob das angesichts sinkender Geburtenzahlen überhaupt nötig ist. Nun scheint das, was die Politik beschlossen und die Verwaltung gemeinsam mit den Trägern umgesetzt hat, Früchte zu tragen. Nur zwei Kinder erhielten keinen Platz – obwohl noch welche frei waren.
2019 war Mitgliedern des damaligen Gemeinderates förmlich die Spucke weggeblieben, als sie erfuhren, dass Südbrookmerland in Sachen Versorgungsquote im Krippenbereich landkreisweites Schlusslicht war. Nur knapp 26 Prozent der Kinder, denen laut Gesetz ein Platz in einer Krippe zustehen würde, wurden tatsächlich versorgt. Zum Vergleich: Die zweitniedrigste Versorgungsquote im Landkreis hatte damals die Gemeinde Dornum mit immerhin 39 Prozent. Im Kindergartenbereich, also für Kinder zwischen drei Jahren und der Einschulung, sah es nicht besser aus. Etwa 100 Plätze fehlten. Gerade berufstätige Eltern standen vor einem Problem.
Freie Krippenplätze in Südbrookmerland
Auch in den Folgejahren setzte sich die Kitamisere fort. Mal fehlten „nur“ 80, dann wieder 90 Plätze. Und während in der Politik viele auf einen Neubau favorisierten, trat die Verwaltung mit Blick auf Geburtenprognosen auf die Bremse. Mittlerweile scheinen die Probleme jedoch wie weggeblasen. 266 Betreuungsplätze konnten zum im August begonnenen Kitajahr neu vergeben werden. Eine Punktlandung ist dies vor allem im Bereich der Über-drei-Jährigen. Alle angemeldeten Kinder konnten versorgt werden, freie Plätze gibt es keine. Im Krippenbereich gibt es hingegen noch Kapazitäten, wie Marion Grüger-Janssen von der Gemeindeverwaltung sagt. Sie spricht von etwa acht freien Plätzen in der Krippe in Neu-Ekels, die übergangsweise in einem Container untergebracht ist.
Laut Schulamtsleiter Joachim Betten gab es in diesem Jahr nur zwei Kinder, die keinen Kitaplatz bekommen haben. Der Grund: Die Eltern hatten sich für eine bestimmte Einrichtung entschieden. Weil dort aber keine Plätze mehr frei waren, habe es Angebote für Plätze in anderen Einrichtungen gegeben. Diese seien aber nicht angenommen worden. Und was geschieht nun mit dem geplanten Kita-Neubau in Neu-Ekels? Dort soll auf dem Gelände der früheren Grundschule bekanntlich ein Neubau für insgesamt fünf Gruppen entstehen. Überflüssig, könnte man angesichts des gedeckten Bedarfs meinen. Doch dem ist nicht so. Bei der „Container-Krippe“ in Neu-Ekels handelt es sich um ein Provisorium. Darüber hinaus gibt es in der Moordorfer DRK-Kita derzeit eine befristete Ausnahmegenehmigung für eine achte Gruppe. Normalerweise sind höchstens sieben Gruppen in einer Einrichtung zulässig.
Landkreis fordert Reserve bei Kitaplätzen
Und dann ist da noch die Forderung des Landkreises nach einer gewissen Reserve. Um beispielsweise auf Zuzüge reagieren zu können, sollen stets einige freie Plätze vorgehalten werden. Laut Betten wird dieses Ziel erreicht, sobald alle beschlossenen Neu- und Umbauten fertig sind. Dazu gehört, neben dem erwähnten Neubau in Neu-Ekels, die Erweiterung der Kita Moordörper Nüst.
Die Hände vollends in den Schoß legen können Politik und Verwaltung trotz der positiven Entwicklung aber wohl nicht. So gibt es noch längst nicht überall die sogenannten Ganztagsplätze. Der Bedarf dafür steigt jedoch. Darüber hinaus tut sich mit Blick auf den Spielkreis in Moorhusen noch eine weitere Aufgabe auf.
Der Elternverein, der die Einrichtung betreibt, hat die Umwandlung von einem Spielkreis in einen Kindergarten beschlossen. Um die dafür geltenden rechtlichen Vorgaben zu erfüllen, muss umgebaut werden. Die Pläne dafür stellte die Verwaltung am Donnerstag vor. Und zwar mit einer Kostenschätzung, bei der die Politik aber skeptisch blieb. Viele glauben nicht, dass die veranschlagten 140.000 Euro ausreichen werden.