Absatzkrise in Emder Fabrik  Emder VW-Werk muss E-Auto-Bau weiter runterfahren

| | 08.11.2023 13:48 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In der Elektroauto-Halle 20 des Emder VW-Werks gab es schon seit Juli mangels Aufträgen nur eine Frühschicht.Foto: Romuald Banik
In der Elektroauto-Halle 20 des Emder VW-Werks gab es schon seit Juli mangels Aufträgen nur eine Frühschicht.Foto: Romuald Banik
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Seit Monaten ist die Auftragslage bei den Elektroautos von VW deutlich schlechter als erhofft. Zum Jahresende wird es nicht besser, wie der nun bekanntgewordene Fahrplan für den Dezember zeigt.

Emden - Wegen anhaltender Absatzprobleme, aber auch „Engpässen in der internen Lieferkette“, wird die Produktion von Elektrofahrzeugen im Emder VW-Werk in den nächsten Wochen weiter deutlich reduziert. Vom 9. bis 13. November ruht die Fertigung im MEB-Bereich, wo die Elektromodelle ID 4 und ID 7, gebaut werden, teilte Werkssprecherin Indra van Schwartzenberg auf ON-Anfrage mit. Außerdem beginnt in der MEB-Montage bereits ab 4. Dezember die Produktionsruhe für den Rest des Jahres.

Zwischen 20. Dezember und 3. Januar wird in allen Fertigungsbereichen des Werkes nicht produziert. In der ersten Kalenderwoche werden anlaufvorbereitende Tätigkeiten aufgenommen, sodass die Produktion voraussichtlich wieder ab Montag, 8. Januar, vollumfänglich startet, heißt es von der Werkssprecherin.

Verschiedene Maßnahmen für Beschäftigte

Kurzarbeit sei aber nicht beantragt, teilte die Sprecherin auf ON-Nachfrage mit. Für die Produktionsruhe gebe es, in enger Abstimmung zwischen Unternehmen und Betriebsrat, arbeitsorganisatorische Maßnahmen. Dazu zähle etwa, dass Beschäftigte in dieser Zeit in anderen Bereichen eingesetzt werden. Außerdem finden den Angaben zufolge in dieser Zeit zahlreiche Qualifizierungsmaßnahmen statt.

Für Überhänge die darüber hinaus bestehen, sei eine Regelung zum „rollierenden Personaleinsatz getroffen, die unter anderem eine Freizeitentnahme möglich macht“, heißt es.

Bereits seit Juli zweite Schicht gestrichen

Bereits seit Juli war die zweite Schicht im Elektroautobau gestrichen worden und der Werksurlaub verlängert worden. Mehrere hundert Leiharbeiter mussten bereits gehen.

Anfang des Jahres hatte das Werksmanagement noch eine sehr ambitionierte Jahresstückzahl von mehr als 250.000 Fahrzeugen für 2023 angepeilt – und die Einführung einer Nachtschicht. Davon ist schon lange keine Rede mehr.

Besserung versprechen sich die Konzernmanager in Wolfsburg sowie die Emder Werksleitung und der Betriebsrat von der neuen Elektrolimousine ID 7, die seit einiger Zeit vom Band läuft und von der Kombiversion Tourer, die 2024 startet.

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