Verzögerung bei Projekten Radwegebauten im Landkreis verschieben sich erneut
Der Landkreis Aurich hat ein ehrgeiziges Radwege-Programm und will noch Dutzende Kilometer dazubauen. Doch es geht langsamer voran als gewünscht. Das hat verschiedene Gründe.
Aurich - Und jährlich grüßt das Murmeltier: Erneut werden gleich mehrere Radweg-Bauprojekte des Landkreises Aurich später umgesetzt als ursprünglich geplant. Das berichtete Sieglinde Bußmann-Janssen vom Kreisstraßenamt des Landkreises Aurich am Mittwoch im Kreisfinanzausschuss. So waren für den geplanten 3,7 Kilometer langen Radweg an der Kreisstraße 125 zwischen Westerende (Ihlow) und Wiegboldsbur (Südbrookmerland) eigentlich schon sechsstellige Bausummen für 2024 vorgesehen. Doch die Maßnahme werde um ein Jahr verschoben, weil man es nicht schaffe, die Planfeststellungsunterlagen fertigzustellen, so Bußmann-Janssen.
Auch mit dem Radweg an der Kreisstraße 121 zwischen Dietrichsfeld und Tannenhausen habe man eigentlich 2025 beginnen wollen, hieß es. Doch nun hoffe man auf einen Beginn 2026. Ähnliches gilt für den geplanten Radweg an der K 130 zwischen Pfalzdorf und Spekendorf, der ebenfalls 2026 starten soll.
Fehlende Ingenieure sind ein Problem
Außerdem um ein Jahr verschoben ist der Bau des Radwegs an der Kreisstraße 228 zwischen Loppersum und Hinte. 2025 sollen dort nun die Bagger rollen. Hier seien fehlende Ingenieurstellen das Problem. Kurz vor Baubeginn steht dagegen laut Bußmann-Janssen der Radweg an der Kreisstraße 106 zwischen Timmel und Ulbargen, der in den Jahren 2024 und 2025 umgesetzt werden soll.
Bei der Sanierung der vielbefahrenen Kirchdorfer Straße (Kreisstraße 111) in Aurich habe der Landkreis seine Planung abgeschlossen, so Bußmann-Janssen. Man könne aber erst beginnen, sobald die Stadt die entsprechenden Schmutz- und Regenwasserkanäle saniert habe. Ein Baustart werde daher wohl nicht vor 2025 stattfinden.
Kostenprognose nicht möglich
CDU-Kreistagsabgeordneter Bodo Bargmann fragte, ob man angesichts steigender Kosten bei den Verschiebungen nicht auch mehr Geld einplanen müsse. „Man kann nicht sagen, wo die Preisentwicklung hingeht“, antwortete Sieglinde Bußmann-Janssen.
Der Leiter des Kreisstraßenamts, Matthias Hayen, hatte bereits im vergangenen Jahr bei derselben Gelegenheit mehrere Gründe für die ständigen Verzögerungen genannt, unter anderem stetig steigende Anforderungen an die Planung, etwa in Sachen Naturschutz. Auch der Flächen-Ankauf sei häufig schwierig.