Northbound zieht Bilanz Saisonabschluss am Badesee mit Kostümen – und Sorgen
Neben dem verregneten Sommer und einem gestiegenen Kostendruck in diesem Jahr macht den Northbound-Unternehmern noch etwas anderes Probleme.
Aurich - Am Nachmittag des Reformationstages kam dann pünktlich zum Beginn des „Halloween-Boarden“ die Sonne heraus und tauchte den Badesee Tannenhausen und einige kostümierte Wakeboarder in herbstliches Licht. Die Betreiber der Anlage von Northbound begingen mit dem Event ihren Saisonabschluss, zahlreiche Boarder, aber auch Spaziergänger nutzten die Gelegenheit, um Spaß und Bewegung an der frischen Luft zu tanken.
Einer der drei Gesellschafter von Northbound, Julian Berg, zog auf Anfrage aber eine deutlich kritische Bilanz. „Es ist keine leichte Saison gewesen“, sagte Berg. Zwei Faktoren seien deutlich spürbar gewesen: Der ziemlich verregnete Sommer, vor allem in der Ferienzeit. Und ein „extrem hoher Kostendruck“ in allen Bereichen, vor allem bei Energie und Personal. An der Wakeboard-Anlage und der Strandbar arbeiten insgesamt 88 Menschen, davon 13 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, so Berg. Dabei seien bis zu 35 Mitarbeiter in einer Schicht gleichzeitig tätig. Die Personalgewinnung macht der Northbound-Führung aber keine Sorgen. „Es sich rumgesprochen, dass man es bei uns gut aushalten kann. Es gibt eine adäquate Vergütung und pünktliche Zahlung. Da haben wir uns ein gutes Standing erarbeitet.“
Kritik an Einführung der Parkgebühr
Sorge bereitet Berg und seinen Mitstreitern derzeit vielmehr die Zusammenarbeit mit der Stadt Aurich. „Durch die Einführung der Parkgebühren bricht gerade in der Nebensaison viel weg. Wir merken das deutlich am Umsatz“, berichtet Julian Berg. Die Wakeboarder bezahlten mittlerweile mehr fürs Parken am See als für die Ausübung ihres Sports. Rund 210 Stammfahrer, die regelmäßig kommen, zähle man. Das sei ein Rückgang von rund 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gefragt, warum sie nicht mehr dabei sind, würden einige die Parkgebühren als Grund nennen, so Berg.
Und Spaziergänger, die einen Kaffee in der Strandbar trinken wollten, überlegten sich das angesichts mehrerer Euro Parkgebühren bisweilen auch zweimal.
Die Stadt setze hier eine Einnahmeverbesserung auf Kosten das Gastronomen am See um, kritisiert Berg. „Es ist schwierig, wie die Stadt hier agiert“, so der Jungunternehmer.
Stadt verwehrt laut Unternehmer Nutzung
Desweiteren verwehre die Stadt seinem Unternehmen die Nutzung weiterer Flächen, obwohl es 2016 bestimmte Vereinbarungen mit der Stadtspitze gegeben habe. „Das ist auch eine Motivationsbremse“, macht Berg deutlich. Er betont: „Wir sind immerhin die Einzigen am See, die auch im März und Oktober noch da sind.“
Demnächst soll den zuständigen Gremien der Stadt ein Tourismus-Konzept für den Gesamt-Standort Badesee vorgestellt werden. „Da sind wir gespannt. Die Politik muss sich entscheiden, in welche Richtung sie gehen will“, so die Erwartung von Berg und seinen Mitstreitern. Wenn die Stadt Unterstützung zurückziehe, dann zögen sich womöglich auch die Unternehmen zurück, warnt Berg.
Am kommenden Freitag haben die Northbound-Macher erstmal wieder einen Gesprächstermin mit der Auricher Stadtspitze. Er hoffe, dass es eine Einigung gebe, so Julian Berg.