Darten beim TuS Weene  Dart-Novize verblüfft Konkurrenz beim Ranglistenturnier

| | 24.10.2023 14:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Pokal und Prämie waren der Lohn für Platz eins von Saathoff beim Ranglistenturnier.
Pokal und Prämie waren der Lohn für Platz eins von Saathoff beim Ranglistenturnier.
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Wie sich der Schirumer Dirk Saathoff, der „Blitz“ vom TuS Weene, im Nu in der Werferszene einen Namen machte. Er verfolgt ein großes Ziel.

Weene – Er startete als unbekannter Darter beim ersten Ranglistenturnier des Dartverbandes Weser-Ems (DVWE). Ein Nobody, den die namhaften Werfer nicht auf der Liste hatten. Das war ein Fehler, denn Dirk Saathoff vom TuS Weene räumte die höher eingeschätzten Konkurrenten von Runde zu Runde aus dem Weg. Er zog ins Finale ein. Eine fette Überraschung. Doch das Beste kam zum Schluss. Der 41-Jährige setzte sich in einem spannenden Duell gegen Daniel Geschwandtner durch. Da bewies Saathoff Nervenstärke und verwandelte einen 4:5-Rückstand noch in einen 6:5-Erfolg. „Ich habe mich sehr gefreut und bin stolz, dass sich mein Training ausgezahlt hat“, bilanzierte er seinen Überraschungserfolg beim ersten von vier Ranglistenturnieren in der laufenden Saison.

Die erste Mannschaft des TuS Weene wirft mit Dirk Saathoff (vorne von links) und Henning Saathoff in der Bezirksklasse. Dazu gehören auch noch Thorsten Hassel und Karsten Dalhoff.
Die erste Mannschaft des TuS Weene wirft mit Dirk Saathoff (vorne von links) und Henning Saathoff in der Bezirksklasse. Dazu gehören auch noch Thorsten Hassel und Karsten Dalhoff.

Wer nach dem vierten Durchgang auf Platz eins der Rangliste Weser-Ems steht, der wird mit einem Ticket für die German Masters in Bochum belohnt. Für Saathoff eine besondere Motivationspille. Ein klasse Preis. Für den es sich lohnt, Zeit und Mühen zu investieren, so der Darter. Beim ersten Ranglistenturnier in Holdorf (Landkreis Vechta) Anfang Oktober war Saathoff einer von rund 70 Teilnehmern. Vormittags wurde die Gruppenphase ausgeworfen und die Startplätze für die Hauptrunde bestimmt.

German Masters im Visir

„Ich bin als Underdog ins Turnier gegangen. Meine Gegner haben sich schon gewundert, gegen wen sie verloren haben“, so Saathoff. Erst Recht in der Hauptrunde. Da musste er immer wieder erklären, wie er heißt und wo Weene liegt. Der schlaksige, hoch gewachsene Mann mit Vollbart und Glatze katapultierte sich auf Anhieb auf Platz eins der Rangliste. Sein Name ist in der Darterszene mit einem Schlag bekannt geworden. Auch sein Spitzname: „Blitz“, so wird er von seinen Vereinskollegen genannt. Dazu merkte Saathoff an: „Blitz hat keinen Bezug zum Dart. Er stammt aus meiner frühen Schulzeit. Ich weiß auch schon nicht mehr so genau, wie er entstanden ist. Plötzlich war er da.“

Henning Saathoff (rechts) beobachtet, wie Dirk Saathoff seine Pfeile während des Trainings im Vereinsheim des TuS Weene auf der Dartscheibe platziert. Dirk Saathoff, der den Spitznamen „Blitz“ trägt, gilt als ein nervenstarker Werfer. Einer, der ruhig bleibt, wenn es mal nicht rund läuft. Fotos: Wilfried Gronewold (2)/privat (1)
Henning Saathoff (rechts) beobachtet, wie Dirk Saathoff seine Pfeile während des Trainings im Vereinsheim des TuS Weene auf der Dartscheibe platziert. Dirk Saathoff, der den Spitznamen „Blitz“ trägt, gilt als ein nervenstarker Werfer. Einer, der ruhig bleibt, wenn es mal nicht rund läuft. Fotos: Wilfried Gronewold (2)/privat (1)

Einer seiner Vereinskollegen, Henning Saathoff, beschreibt ihn als „einen ehrlichen und bodenständigen Menschen“ und als „einen erfolgsorientierten und trainingsfleißigen Spieler“. Einer, der vor der Dartscheibe wie ein Eisblock daherkäme und emotionslos sein Ding durchziehe.

„Blitz“ behalt im Finale die Nerven

Saathoff gilt als ein Darter, der ruhig bleibt, auch wenn es für ihn nicht rund läuft. Die Brechstange ist für ihn keine Option. Er bleibt unaufgeregt und konzentriert sich auf den nächsten Wurf, getreu seinem Motto: „Mehr als Zielen und Werfen geht nicht.“ So wie im Finale, als er in einem richtungsweisenden Spiel noch 204 Punkte auf der Uhr hatte, während sein Gegner bereits im zweistelligen Bereich die Pfeile zum Ausschecken in der Hand hielt. Saathoff schraubte seine Punktzahl mit drei Würfen auf 30 runter. Sein Gegner kam ins Trudeln. Er ließ seine Chance, das Spiel zu beenden, aus. Gefundenes Fressen für „Blitz“, der mit Doppel-15 den Sack zumachte.

Dabei ist Doppel-15 nicht unbedingt sein Lieblingsausstieg. Er sagte: „Die meisten setzen auf die Doppel-20. Bei mir ist es die Doppel-16. Die treffe ich besonders gut.“ Dart hat viel mit Rechnen zu tun. Die Wege zum Ausschecken müssen sitzen, meinte Saathoff und weiter: „Die lernt man automatisch und sie helfen, sich auf den nächsten Pfeil zu konzentrieren, anstatt im Kopf zu rechnen.“ Ein Dartspieler ohne eine Marotte kommt selten vor. Saathoff spielt gerne im Pullover, auch wenn die Konkurrenz noch im T-Shirt vor der Scheibe steht. Sein Motiv: „Mir wird ziemlich schnell kalt und im Pullover fühle ich mich einfach wohl.“ Alkohol ist nicht sein Ding vor und während der Wettkämpfe. Da, wo andere sich mit Pils oder Charly eine ruhige Hand antrinken, setzt er auf Hustenbonbons. Sie sind für ihn wahre Beruhigungspillen.

Mit Tischtennis fängt alles beim TuS Weene an

Er ist ein Wettkampftyp und liebt das Duell. Das war schon bei seinem ersten sportlichen Hobby so. Als Jugendlicher hat der gebürtige Schirumer beim TuS Weene Tischtennis gespielt. Saathoff spielte überzeugend. Er schaffte es bis in den Auswahlkader. Später verließ er seinen Heimatverein in Richtung Leer und später Walle, um hochklassig zu spielen. Damals beim Tischtennis und nun beim Darten zählt für ihn eine Sache: „Egal, wer da kommt, ich will das Spiel gewinnen.“ Torsten Brigat brachte ihn zum Dartspielen. Zuerst spielten sie privat. Dann beim TuS Weene, der Anfang 2022 eine Dartsparte gründete. Mit Erfolg. Rund 30 Darter gehören dazu.

In der laufenden Saison nimmt der TuS mit vier Mannschaften am Punktspielbetrieb teil. Saathoff schaffte mit seinen Kollegen aus der ersten Mannschaft in der vergangenen Serie den Aufstieg in die Bezirksklasse. Es geht aufwärts bei den TuS-Pfeileakrobaten. Saathoff träumt vom Ticket für die German Masters. Sollte ihm das gelingen, wird der Verein einen Bus für die Fahrt ins Ruhrgebiet chartern. Saathoff bleibt gelassen. Der Weg ist noch lang. Beim nächsten Ranglistenturnier Anfang Dezember werden seine Gegner den Blitz aus Weene fürchten und ernst nehmen.

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