Neuer Haushaltsentwurf  Auricher Investitionsliste mit „dem Notwendigsten“

| | 19.10.2023 20:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Im Auricher Klärwerk hat sich schon einiges getan. Große Investitionen stehen aber noch aus – wie ein zweiter Faulturm. Foto: Romuald Banik
Im Auricher Klärwerk hat sich schon einiges getan. Große Investitionen stehen aber noch aus – wie ein zweiter Faulturm. Foto: Romuald Banik
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Trotz der finanziellen Schieflage wird in Aurich in den nächsten Jahren viel Geld verbuddelt und verpflastert. Es stehen keine Prestigeprojekte im Haushalt – dennoch fließen Millionen Euro ab.

Aurich Die Stadt Aurich will in den kommenden vier Jahren rund 79 Millionen Euro investieren. Auch wenn diese Liste noch einmal kritisch von der Politik überprüft werden soll und möglicherweise Projekte etwas verschoben werden, zeigt die Investitionsliste doch: Es ist wenig Neues hinzugekommen, seit der Rat den Umbau der Kunstschule, der Realschule und der Markthalle beschlossen hat. Viele Millionen Euro sollen in die Infrastruktur fließen.

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Straßen- und Kanalbau sowie die Konversation des Bundeswehrgeländes sind die Hauptposten im 18-seitigen Investitionsplan der Stadt Aurich. Kämmerin Katja Lorenz betont, dass diese Liste noch nicht abschließend abgestimmt ist.

Was sich allerdings feststellen lässt: Große neue Projekte finden sich dort nicht. Allenfalls bei den Straßensanierungen geraten für das Ende des vierjährigen Planungszeitraums langsam neue Straßennamen in den Blick, darunter die Hans-Böckler-Straße.

Drei große Gebäude-Projekte

Der Ausbau beispielsweise der Realschule Aurich – im Haushaltsplan für das kommende Jahr mit 500.000 Euro und für 2025 mit 1,65 Millionen Euro sowie hinsichtlich der Ausstattung für die beiden Jahre mit insgesamt 750.000 Euro vermerkt – fällt gegen die Investitionen ins Klärwerk und die Kanalisation fast zurück. Insgesamt 2 Millionen werden noch für die Modernisierung der Markthalle gebraucht. Und noch rund 1,5 Millionen Euro für den Umbau für die Kunstschule Miraculum.

Klärwerk

Für das Klärwerk, das schon seit Jahren in der Sanierung ist, werden nun noch große Posten fällig. Der zweite Faulturm mit Gasspeicher war in diesem Jahr mit 1,8 Millionen Euro angesetzt. Der Bau hat allerdings noch nicht begonnen. Für die folgenden vier Jahre sind insgesamt weitere 4,72 Millionen Euro eingeplant. Für die Elektrotechnik stehen bis 2027 insgesamt 800.000 Euro in der Planung. Die Regeltechnik schlägt mit 350.000 Euro zu Buche und die Erweiterung des Blockheizkraftwerkes mit insgesamt 530.000 Euro.

Modernisiert wurde bereits das Belebungsbecken. Foto: Romuald Banik
Modernisiert wurde bereits das Belebungsbecken. Foto: Romuald Banik

Eine neue Lagerhalle wird laut Plan bis 2025 insgesamt 900.000 Euro kosten. Für den Anschluss der Brockzeteler Haushalte werden ab 2025 insgesamt 780.000 Euro fällig. Die Erneuerung der mechanischen Reinigung wird ab 2025 insgesamt 1,1 Millionen Euro kosten und die Notstromversorgung in den kommenden zwei Jahren 620.000 Euro.

Sehr viele Baustellen tief im Boden

Kanalisation

Bei den Kanälen schlagen die sanierungs- und modernisierungsbedürftigen Pumpwerke in den Haushaltsansätzen 2024 bis 2027 mit insgesamt 1,32 Millionen Euro zu Buche. Allein für die Erschließung des Bundeswehrgeländes sind für den Schmutzwasserkanal 2,2 Millionen Euro angesetzt. Weitere 1,6 Millionen Euro soll der neue Regenwasserkanal dort kosten.

Die Modernisierung der Schmutzwasserkanalisation an der Fockenbollwerkstraße steht inklusive des Ansatzes für 2023 mit 590.000 Euro im Plan. Der Regenwasserkanal in dem Bereich ist für 2023 und 2024 mit 2,7 Millionen angesetzt. Zur Baumaßnahme „Fockenbollwerkstraße“ gehört auch noch der Kreisel. Für die Regenkanalsanierung sind in dem Bereich 320.000 Euro angesetzt, für die Abwasserkanalsanierung 140.000 Euro. Für die Egelser Straße werden beim Regenwasserkanal zudem ab 2024 noch 200.000 Euro fällig.

Vor allem in alten Straßen geht es ums Kanalnetz

Im Bereich Glupe/Gräfin-Anna-Straße sind 540.000 Euro für die Schmutzwasserkanalsanierung und 580.000 Euro für die Regenwasserkanalsanierung nötig. In der Dwarsglupe und Von-Derschau-Straße sind es je 190.000 für den Regenwasser- und den Schmutzwasserkanal.

Straßensanierungen schlagen mit großen Summen zu Buche. Foto: Heino Hermanns
Straßensanierungen schlagen mit großen Summen zu Buche. Foto: Heino Hermanns

Die Sanierung der Lambertistraße und des Hammerkeweges schlagen ab 2026 mit 380.000 Euro beim Schmutzwasser- und 970.000 Euro beim Regenwasserkanal zu Buche. Hinzu kommt die Andreaestraße mit 460.000 Euro im Regenwasserbereich und 370.000 Euro für die Schmutzwasserleitung.

Für die Abwasserkanalsanierung an der Kirchdorferstraße werden ab 2024 insgesamt 420.000 Euro und für die Regenwasserleitung 450.000 Euro benötigt.

Für die Sanierung der Abwasserdruckringleitung West sind zudem jährlich 250.000 Euro angesetzt.

Außerdem müssen noch einige Wohngebiete und Gewerbeflächen erschlossen werden, unter anderem im Bereich Goethestraße, an der Skagerrakstraße und Im Loog. Ein besonders großer Posten ist dabei die Regenwasserkanal-Erschließung des Industriegebiets Nord, nördlich der Bahnlinie, mit insgesamt 1,15 Millionen Euro.

An mehreren Ausfallstraßen geht es um die Nebenanlagen

Straßensanierung

Für den Südeweg stehen für das Jahr 2025 insgesamt 420.000 Euro im Plan. Lambertistraße und Hammerkeweg sind laut Plan 2026/27 dran und schlagen mit insgesamt 810.000 Euro zu Buche. Für den Fischteichweg hat die Stadt ab 2016 insgesamt 750.000 Euro eingestellt. 540.000 Euro soll die Sanierung der Glupe kosten. Die Dwarsglupe folgt ab 2026 mit Kosten von 400.000 Euro.

Für den Radweg an der Kirchdorfer Straße plant die Stadt einen Eigenanteil von 800.000 Euro im übernächsten Jahr ein. Auch an der Oldersumer Straße muss sie für die Nebenanlagensanierung aufkommen. Das kostet ab nächstem Jahr laut Plan 425.000 Euro. Und an der Esenser Straße sollen die Nebenanlagen ab 2025 mit saniert werden. Die Stadt rechnet dafür 950.000 Euro als eigenen Anteil.

Photovoltaik

Für Photovoltaikanlagen für ihre Liegenschaften will die Stadt nach Plan während der vierjährigen Haushaltsperiode 2 Millionen Euro investieren.

Bundeswehrgelände ist ein Riesenposten

Konversion

Das Bundeswehrgelände kostet die Stadt nicht nur im Bereich Kanalanschluss, sondern unter anderem auch hinsichtlich der Straßen. Im Haushaltsplan bis 2027 stehen annähernd 17 Millionen Euro.

Auf dem Kasernengelände hat die Stadt in den nächsten Jahren etliche parallel Projekte zur Erschließung. Foto: Karin Böhmer
Auf dem Kasernengelände hat die Stadt in den nächsten Jahren etliche parallel Projekte zur Erschließung. Foto: Karin Böhmer

De Baalje

Neben der jährlichen Defizitabdeckung für das Schwimmbad will die Stadt 2024 noch 200.000 Euro in ein neues Kassensystem stecken. Das aktuelle lässt sich nur schwer programmieren.

Weitere Quartiere in der Innenstadt sollen gestaltet werden

Altstadtsanierung

Die Altstadtsanierung wird sowohl im Bereich südliche Osterstraße als auch nördlicher Georgswall sowie im Quartier zwischen Wallstraße und Großer Mühlenwallstraße sowie zwischen Nürnburger Straße und Norderstraße fortgesetzt. Alles in allem sollen 2,8 Millionen Euro investiert werden.

Masterplan Radverkehr

Für den routenbezogenen Ausbau des Fahrradwegnetzes sind über vier Jahre insgesamt 1,2 Millionen Euro eingestellt. Hinzu kommen insgesamt 200.000 Euro für fahrradbezogene Ausstattung.

Feuerwehren

Das Feuerwehrhaus Aurich soll neu gebaut werden. Ab 2026 sind 4,85 Millionen eingeplant. Absehbar sind auch Neuanschaffungen von mehreren Fahrzeugen. Insgesamt sind dafür 1,5 Millionen Euro angesetzt, unter anderem für Haxtum, Aurich und Middels.