Kühlanhänger brauchte Ersatz  Spieskamer-Team bringt selbst Rest-Summe für Anschaffung auf

| | 13.10.2023 22:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Durch die Verkäufe im sozialen Kaufhaus kommt Geld für die Arbeit des Vereins und der Spieskamer zusammen: Die Minijobber, die Miete und die Nebenkosten und die Kosten für die Fahrzeuge werden so getragen. Foto: Thomas Dirks
Durch die Verkäufe im sozialen Kaufhaus kommt Geld für die Arbeit des Vereins und der Spieskamer zusammen: Die Minijobber, die Miete und die Nebenkosten und die Kosten für die Fahrzeuge werden so getragen. Foto: Thomas Dirks
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Die tafelähnliche Einrichtung im Brookmerland hatte im Sommer ein Problem: Spenden für einen neuen Kühlanhänger waren kaum aufzutreiben. Das Team sprang für die letzten Euros in die Bresche.

Brookmerland - An Lebensmittelspenden fehlt es akut nicht – dennoch musste die Spieskamer in Rechtsupweg in diesem Sommer kämpfen, was Spenden angeht. Die tafelähnliche, aber eigenständige Einrichtung, die Bewohner des Brookmerlandes mit Berechtigungsschein mit Lebensmitteln versorgt, stand nach Angaben von Tafel-Leiter Adolf Kümmel vor einer größeren Anschaffung: Der Kühlanhänger war abgängig.

Inzwischen kann Kümmel erleichtert berichten, dass Ersatz bestellt ist. Doch die Finanzierung war nicht einfach. Anders als bei zurückliegenden ähnlichen Gelegenheiten sei der Spendenaufruf bei 20 bis 30 Firmen diesmal ohne große Resonanz geblieben. Lange war nicht klar, wie das Geld für das wichtige Transportmittel zusammenkommen soll. 8450 Euro musste die Spieskamer aufbringen.

Spende aus Norden brachte die Wende

Die Wende brachte laut Kümmel eine große Spende: Vom Rotary-Club Norden erhielt die Spieskamer 1000 Euro. Außerdem hatte das Spieskamer-Team mit besonderen Aktionen wie einem Abendshopping oder einer Tombola auf dem Döschkefest in Rechtsupweg etwas Geld eingenommen. Am Ende gaben aber die ehrenamtlichen Mitarbeiter den Ausschlag. Mit ihrem Einverständnis wurde die kleine Kasse geplündert, die sie für eigene kleine Team-Festivitäten führen, um die letzten Euros für die Anschaffung zusammenzukratzen.

„Im Juli haben wir angefangen mit der Sammlungsaktion und nun konnten wir den Anhänger ordern“, so Kümmel. Die gute Nachricht: Eine Weihnachtsfeier für die Spieskamer-Mitarbeiter ist auch noch drin. Nun fünf bis sechs ehrenamtliche Helfer bilden laut Kümmel zusammen mit einigen Mini-Jobbern, die der Verein bezahlen muss, das Rückgrat der Spieskamer und des angegliederten Sozialen Kaufhauses. Eine Ein-Euro-Job-Stelle sei gerade ausgelaufen und noch nicht neu besetzt, so Kümmel.

Kleines Team könnte Verstärkung brauchen

Mit dem kleinen Team werden die Öffnungszeiten des Sozialen Kaufhauses besetzt, Kleider- und andere Spenden sortiert, Lebensmittelspenden für die Spieskamer von Supermärkten abgeholt, sortiert und freitags an Bedürftige ausgegeben, zum Teil an nicht mobile Kunden ausgeliefert – und sämtliche Verwaltung und Reinigung sowie Sonderveranstaltungen müssen auch noch gewuppt werden. Wenn Früchte übrig bleiben, findet sich auch noch jemand, der daraus Marmelade kocht, die wiederum zugunsten der Spieskamer verkauft wird.

Das Team sei gut eingespielt, sagt der Brookmerlander. Manchmal kämen Leute zum Helfen. Eine langfristige Mitarbeit, die auch körperlich fordernd sei, werde aber nur selten daraus. „Wir sind für jeden weiteren Ehrenamtlichen sehr dankbar und ein gutes Team“, so Kümmel. Miete, Nebenkosten und Fahrzeugkosten bringt die Einrichtung durch die Verkäufe im Sozialen Kaufhaus auf. Die Spendenbereitschaft sei gut. Und kaufen dürfe dort gerne jeder. „Je mehr wir verkaufen, desto mehr Geld haben wir für unsere Arbeit“, so Kümmel.

Zahl der Abholer weiterhin auf hohem Niveau

Um Zuschüsse hat die Spieskamer die Samtgemeinde bislang nicht gebeten. Allerdings ist auch das Kühlhaus schon betagt. Kümmel kann nur die Daumen drücken, damit die Technik noch lange durchhält.

Auf Vorjahresniveau liegt laut dem Spieskamer-Leiter die Zahl der Lebensmittelbezieher. 60 bis 70 Abholer stünden wöchentlich vor der Tür. Dahinter stünden rund 130 bis 160 Personen, die in den Haushalten mit versorgt werden.

Die Spendenbereitschat sei weiterhin gut, so Kümmel. Es sei nicht immer alles da. „Aber wir mussten noch niemanden wegschicken.“

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