Ausschreibung  Camping-Waschhaus wird billiger als erwartet

| | 12.10.2023 20:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Sanitärgebäude auf dem Campingplatz am Großen Meer wird umfassend saniert. Foto: Holger Janssen
Das Sanitärgebäude auf dem Campingplatz am Großen Meer wird umfassend saniert. Foto: Holger Janssen
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Billiger als erwartet wird die Sanierung des Camping-Waschhauses am Großen Meer. Wie viel gespart wird und was es nun für ein neues Problem geben könnte.

Bedekaspel - Bürgermeister Thomas Erdwiens ist überzeugt: Der Markt für Baudienstleistungen im Auftrag der öffentlichen Hand erholt sich. Anlass für diese Einschätzung ist das Ergebnis der Ausschreibung für die Sanierung des Sanitärgebäudes auf dem Campingplatz am Großen Meer. Das Projekt wird deutlich günstiger als erwartet. Allerdings droht nun ein anderes Problem.

Eine Mischung aus vollen Auftragsbüchern, teurem Material und großer Unsicherheit hat in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass die Preise für Neubauten und Sanierungen stark gestiegen waren. Satte 833.000 Euro sollte laut vorangegangener Berechnungen die Sanierung des Sanitärgebäudes auf dem Campingplatz am Großen Meer kosten. Immerhin: Die Gemeinde rechnet mit einer ordentlichen Unterstützung aus dem Förderprogramm Leader und einer weiteren Förderung durch den Landkreis Aurich. Eine weitere gute Nachricht folgte nun, als die Ergebnisse der verschiedenen Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke ausgewertet wurden. Das Gesamtprojekt wird rund 200.000 Euro günstiger, so Erdwiens im Gespräch mit den ON. Noch nicht ganz sicher ist, wie sich das unter dem Strich für die Gemeinde auswirkt. Ob durch die gesunkenen Gesamtkosten auch die Summe der Fördergelder sinkt, muss noch geklärt werden. Kämmerer Wilfried Müller ist jedoch sicher: Der Großteil der Einsparung wirkt sich auf den Gemeindeanteil aus.

Betriebserlaubnis in Gefahr

Die geplanten Arbeiten sind umfangreich. Nur noch die Gebäudehülle bleibt erhalten. In den Innenräumen soll hingegen alles „auf links“ gedreht werden. Neue Duschen, neue Toiletten, eine Spülküche und ein Wäscheraum mit Waschmaschinen und Trocknern. Dazu ein barrierefreies Familienbadezimmer und ein eigener Raum mit moderner Technik zur Reinigung der Chemietoiletten von Wohnwagen und -mobilen. Besonders wichtig ist allerdings die Sanierung der gesamten Elektroinstallation. Die ist so veraltet, dass die Betriebserlaubnis für das Gebäude gefährdet war. Erlischt diese, hätte das für den Campingplatz gravierende Folgen. In solch einem Fall müsste nämlich die Zahl der Stellplätze reduziert werden. Grund sind rechtliche Vorgaben darüber, wie viele WCs, Duschen und Waschbecken vorgehalten werden müssen, um eine gewisse Zahl an Stellplätzen ausweisen zu dürfen.

Plan B im Falle von Verzögerungen

Der Südbrookmerlander Verwaltungsausschuss hat die Aufträge in seiner Sitzung am Dienstag vergeben, wie Erdwiens den ON sagte. Laut Ausschreibungsunterlagen sollen die Arbeiten noch in diesem Herbst beginnen. Und das ist auch dringend nötig. Das erklärte Ziel: Zu Beginn der neuen Camping-Saison soll alles fertig sein. Ob das klappt, ist laut Erdwiens allerdings fraglich. Schließlich hänge der Baufortschritt von verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise dem Wetter ab.

Sollten die Sanierungsarbeiten nicht rechtzeitig abgeschlossen werden können, gibt es laut dem Verwaltungschef aber bereits einen Plan B. Dann würden vorübergehend Sanitärcontainer angemietet und aufgestellt werden. Fest steht für die Gemeindeverwaltung: Das in den vergangenen Jahren häufig und teils kontrovers diskutierte Thema Sanitärgebäude soll bald vom Tisch sein. Freuen dürfte das dann vor allem die Besucher des Campingplatzes.

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