Nach SPD-Wahlschlappen Laut Saathoff muss Ampel wieder an einem Strang ziehen
Lautwerdende Rücktrittsforderungen gegenüber seiner „Chefin“ nennt Staatssekretär Johann Saathoff aus Pewsum „substanzlos“. Doch er übt durchaus gewisse Selbstkritik.
Aurich - Zwar nennt Johann Saathoff die Rücktrittsforderungen gegenüber Bundesinnenministerin Nancy Faeser „erwartbar“, weist sie aber als „ohne Substanz“ zurück. Doch zugleich sei das schlechte Wahlergebnis der SPD in Hessen „sicherlich auch die Quittung für das Erscheinungsbild der Ampel-Koalition im Bund“, räumt der SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aurich-Emden auf ON-Anfrage ein.
„Die Ampelparteien müssen daraus endlich die richtigen Schlüsse ziehen und wieder mehr gemeinsam an einem Strang ziehen“, fordert der Parlamentarische Staatssekretär in Nancy Faesers Bundesinnenministerium. Für den Fall einer Niederlage in Hessen hatte Faeser angekündigt, Bundesinnenministerin bleiben zu wollen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach ihr am Montag das Vertrauen aus. Politiker der CDU und der Linken dagegen forderten Faesers Rücktritt.
Saathoff eher kein Kandidat für mögliche Faeser-Nachfolge
Auf die ON-Nachfrage, ob er als möglicher Nachfolger für Nancy Faeser an der Spitze des Ministeriums bereitstünde, hatte Saathoff zuletzt auf frühere Antworten aus dem Februar verwiesen. Seinerzeit hatte er auf ON-Anfrage mitgeteilt, er unterstütze eine ausgeglichene Besetzung des Bundeskabinetts durch Frauen und Männer. Er halte es außerdem für „sehr unwahrscheinlich“, dass künftig drei Männer aus Niedersachsen dem Kabinett angehören könnten.
Das Nachrichtenportal „tagesschau.de“ nannte SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken als mögliche Nachfolgerin im Fall eines Rücktritts von Faeser.