Bewerber gesucht Gemeinde Südbrookmerland schafft neues Ehrenamt
Die Gemeinde Südbrookmerland schafft ein neues Ehrenamt. Gesucht wird ein Inklusionsbeauftragter. Was die Aufgaben sind und warum es um einen ähnlichen Posten Verwirrung gab.
Südbrookmerland - Einen neuen Inklusionsbeauftragten sucht die Gemeinde Südbrookmerland. Unter anderem wurde für das Ehrenamt nun eine Stellenausschreibung veröffentlicht. Eigentlich gibt es in der Gemeinde bereits seit vielen Jahren jemanden, der zumindest teilweise Aufgaben eines solchen Postens übernimmt. Doch bei dieser Personalie gab es vor etwa einem Jahr eine Überraschung.
Über viele Jahre galt Detlef Wilken in Südbrookmerland als Sprachrohr der Menschen, die von körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen betroffen sind. Auf vielen einschlägigen Seiten im Internet wird er als „Behindertenbeauftragter“ geführt. Zeitweilig sogar auf der Internetseite der Gemeinde. Er nahm in der Vergangenheit an Ausschusssitzungen teil und beteiligte sich dort an Diskussionen. Im Oktober vergangenen Jahres gab es dann jedoch eine Überraschung. Wie sich herausstellte, verfügte Wilken über gar kein Mandat. Die Gemeinde hatte offenbar offiziell gar keinen Behindertenbeauftragten bestellt. Zwar war er unter anderem in einer Sitzung des zuständigen Fachausschusses im Jahr 2017 einstimmig in ein solches Amt gewählt worden. Für die offizielle Bestellung wäre jedoch ein Gemeinderatsbeschluss nötig gewesen – und den hat es nicht gegeben.
Umfangreiche Aufgaben
Joachim Betten, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Gemeindeverwaltung, war der Fehler im vergangenen Jahr aufgefallen. Er betonte seinerzeit gegenüber den ON, dass dies die Arbeit Wilkens keineswegs schmälere. Er habe Politik und Verwaltung stets als Ansprechpartner für die Belange von Menschen mit Beeinträchtigungen zur Verfügung gestanden und auch auf mögliche Verbesserungen aufmerksam gemacht – nur eben ohne gültiges Mandat.
Das soll sich in Zukunft ändern. Wie von den zuständigen Gremien beschlossen, soll das Amt eines ehrenamtlichen Inklusionsbeauftragten geschaffen werden. Dieser soll die besonderen Interessen der älteren Generation sowie die Interessen von Menschen mit Behinderungen innerhalb der Gemeinde Südbrookmerland wahrnehmen und diese gegenüber dem Rat und der Verwaltung vertreten, wie es in der Stellenausschreibung heißt. Weitere Aufgaben: Beratung der Bürger der Gemeinde bei Inklusionsangelegenheiten, Ansprechpartner für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, Übernahme einer Lotsenfunktion bei Beratung der Personengruppen gegenüber Behörden, Entgegennahme von Anregungen, Fragen und Beschwerden, Beratung des Rates und der Verwaltung zu den einschlägigen Belangen, Vermittler zwischen den Interessen der Zielgruppe und der kommunalen Verwaltung und Zusammenarbeit mit fachlich relevanten Institutionen.
Amtszeit soll fünf Jahre dauern
Bestellt werden soll der Amtsträger für jeweils fünf Jahre. Dafür soll eine monatliche Aufwandspauschale gezahlt werden. Von der Gemeinde erwartet wird ein hohes Maß an Eigeninitiative, Kommunikations- und Kooperationsstärke sowie die Fähigkeit zur Organisation und Koordination. Außerdem soll der Stelleninhaber in Südbrookmerland leben und die Fähigkeit besitzen, selbstständig, eigenverantwortlich, zielorientiert und politisch sowie konfessionell neutral zu arbeiten.
Ob Detlef Wilken diese Stelle am Ende besetzen wird, muss sich zeigen. Die Bereitschaft dazu hatte er in einem früheren Gespräch mit den ON bereits signalisiert. Kommt es dazu, müsste er sein bisheriges Aufgabenfeld allerdings etwas erweitern. Bislang setzte er sich vor allem für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein. Der neue Posten schließt aber auch die Belange von älteren Menschen mit ein. Zwar gibt es in vielen Bereichen durchaus Überschneidungen – aber nicht in allen. Die Bewerbungsfrist für die Stelle läuft bis zum 25. Oktober.