Debatte um Flüchtlinge  Auricher Landrat löscht „X“-Profil als Reaktion auf Musk

| | 03.10.2023 11:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Seit der Übernahme von Twitter mischt sich US-Milliardär und Eigentümer Elon Musk zunehmend politisch ein. Foto: DPA
Seit der Übernahme von Twitter mischt sich US-Milliardär und Eigentümer Elon Musk zunehmend politisch ein. Foto: DPA
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Der US-Milliardär und Eigentümer der Internetplattform hatte sich kritisch zur Seenotrettung von Flüchtlingen geäußert. Olaf Meinen sagt jetzt: „Es reicht!“. Hier erklärt er, warum.

Aurich - Nach Kritik an der Seenotrettung von Flüchtlingen und dem Teilen eines AfD-Wahlaufrufs von Elon Musk auf dessen Internetplattform „X“ (früher Twitter) hat der Auricher Landrat Olaf Meinen sein privates Profil dort gelöscht. „Es reicht, Herr Musk!“, schrieb Meinen am Sonnabendabend auf Facebook.

Seit der Übernahme von „X“ durch Musk sei dort „ein zunehmend laxer Umgang mit Fake News, Fremdenfeindlichkeit und rechtsradikaler Propaganda festzustellen“, teilte Meinen auf ON-Anfrage mit. Und weiter: „Die jüngste, versuchte Einflussnahme auf die deutsche Innenpolitik und die bevorstehenden Landtagswahlen sowie die Kritik an der Seenotrettung im Mittelmeer haben mich veranlasst, meinen X-Account zu deaktivieren. Ich habe ein anderes Grundverständnis von einer Social-Media-Plattform.“

Meinen war seit Dezember 2011, also seit fast zwölf Jahren, bei Twitter angemeldet und hatte mehr als 560 sogenanter „Follower“, die seinem Profil folgten.

Profil des Landkreises wird ebenfalls eingestellt

Die Auricher Kreisverwaltung betonte, das Profil von Olaf Meinen auf der Plattform „X“ sei ausschließlich privater Natur, die Löschung sei eine persönliche Entscheidung.

Allerdings werde auch das offizielle „X“-Profil des Landkreises „zeitnah eingestellt, da der Fokus der Informationsverbreitung mittlerweile auf anderen Kommunikationskanälen liegt“, teilte Kreissprecher Nikolai Neumayer den ON mit. Der Aufwand, das Profil weiter zu betreiben, stehe nicht mehr im Verhältnis zum Nutzen.

Landschaftspräsident findet Beiträge von Musk „unerträglich“

Der Auricher Landrat war nicht der einzige prominente Ostfriese, der sein „X“-Profil gelöscht hat. Auch der Präsident der Ostfriesischen Landschaft in Aurich, Rico Mecklenburg, hat sein Profil als Reaktion auf die jüngsten Äußerung von Elon Musk gelöscht. „Die Beiträge von Musk auf X sind unerträglich“, schrieb Mecklenburg in einem Post bei Facebook. Musk habe sich in einer Art und Weise geäußert, die er nicht gutheiße, bekräftigte der pensionierte Lehrer Mecklenburg, der früher für die SPD im Emder Stadtrat saß, auf ON-Nachfrage. Er selbst habe Twitter beziehungsweise „X“ aber kaum genutzt. „Ich werde es wohl nicht vermissen“, so Mecklenburg.

Die Ostfriesische Landschaft selbst habe keinen offizielles „X“-Profil, wohl aber eines bei Facebook, das er selbst einst miteingerichtet habe und mittlerweile mehr als 5000 sogenannte Follower habe.

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