Fußball-Bezirksliga Wallinghausen gewinnt Derby gegen Middels
Weshalb SVW-Angreifer Tilko Trebesch nach einer Urlaubspause gegen Middels den Unterschied ausmachte. Die zweite Halbzeit gestaltete sich unterhaltsam.
Wallinghausen - Manchmal ist es ein Spieler, der eine Partie entscheidet. So wie Tilko Trebesch, der Wallinghausener Flügelflitzer. Im Heimspiel gegen den TuS Middels hatte er drei Momente auf seiner Seite, die den 3:1-Sieg gegen die Gelb-Schwarzen am Sonntagnachmittag ausmachten.
Situationen, die die rund 200 Zuschauer auf dem Sportplatz neben der Grundschule aber erst im zweiten Durchgang erleben sollten.
Sperrzone Strafraum
In der ersten Hälfte offenbarten beide Mannschaften wenig Lust und Leidenschaft in den gegnerischen Strafräumen. Viel Ballgeschiebe im Mittelfeld, garniert mit zahlreichen Fehlpässen auf beiden Seiten. Ein risikoarmes Duell, das vom Zufall geprägt wurde. Auch die erste Möglichkeit, als SVW-Torwart Julian Ahlers nach drei Minuten den Ball im eigenen Strafraum vor die Füße des Middelsers Christoph Wirz spielte. Der Spieler mit der Rückennummer drei drückte sofort ab, verfehlte aber das Tor der Gastgeber knapp. Aufatmen im Wallinghausener Lager. Es sollte auch die einzige Chance der Gäste bis zum Pausenpfiff sein.
Und die Platzherren? Sie kamen im ersten Durchgang nicht richtig ins Spiel und hatten auch deutlich weniger Ballbesitz als Middels. Negative Folgen hatte das nicht, weil die Gäste daraus kaum Kapital schlugen.
Wallinghausen verzeichnete den ersten Schuss auf das von Siegfried John bewachte TuS-Tor Mitte der ersten Hälfte, als der einsatzfreudige Malte Folkers sich ein Herz nahm und aus der zweiten Reihe schoss. Die Richtung stimmte, der Ball rauschte fast ins Ziel, wurde aber noch zur Ecke abgelenkt. Das war es auch schon auf der Habenseite der Wallinghausener Offensivbemühungen.
SVW-Trainer hat die richtige Ahnung
Für Gesprächsstoff bis zum Pausenpfiff sorgte eine Verletzung von Maximilian Beccard, der sich bei einem Zweikampf eine Risswunde unterhalb des linken Auges zuzog. Ein Pflaster alleine reichte dafür nicht aus. Er musste vorzeitig in die Kabine.
Dort machte der Wallinghausener Trainer Ewald Mühlenbrock seinen Spielern beim 0:0-Zwischenstand klar, dass der Gegner im zweiten Durchgang nicht mehr so einsatzfreudig auftreten und die Grün-Weißen Vorteile bei der Ausdauer bekommen würden.
Mühlenbrocks Ahnung sollte sich bewahrheiten. Die Middelser waren nicht mehr so spritzig und im Angriff bekamen die SVW-Sturmkräfte mehr und mehr Räume. So wie in der 54. Minute, als der flinke Trebesch über die linke Seite davonzog und in den Strafraum sprintete. Der Middelser Galvany Kiasuva zog die Notbremse und riss Trebesch am Trikot zu Boden. Pfiff, Gelb für Kiasuva und Elfmeter für Wallinghausen. Bent Bogena übernahm Verantwortung und verwandelte sicher zum 1:0. Nur zwei Minuten später zappelte der Ball schon wieder im Netz der Gäste. Trebesch behielt im Gewühl am 16-Meterraum die Übersicht, drehte sich mit dem Ball am Fuß um seine eigne Achse und zog ab. 2:0 für Wallinghausen. Es roch nach einer Vorentscheidung. Aber nur kurz, denn zehn Minuten später ging Kiasuva im Vorwärtsgang im Wallinghausener Strafraum mit dem Ball am Fuß zu Boden. Erneut Pfiff, diesmal Gelb für Jasper Mühlenbrock. Henning Corell versenkte den Strafstoß sicher zum 1:2-Anschlusstreffer. Die Hoffnung auf Zählbares für Middels zerstörte Trebesch (74.) mit seinem zweiten Treffer aus kurzer Distanz zum 3:1. Dabei blieb es trotz offenen Schlagabtausch in der Schlussphase. SVW-Trainer Mühlenbrock war erleichtert: „Das war ein eminent wichtiger Sieg für uns.“ Sein Gegenüber Tobias Ryl meinte: „Wallinghausen hat effektiv gespielt. Wir haben als Kollektiv funktioniert. Es sind individuelle Fehler, die zu Gegentreffern führen.“