Lage im Landkreis Aurich  Auricher Landrat in Sorge wegen Flüchtlingskrise

| | 22.09.2023 15:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In der ehemaligen Auricher Kaserne sind bereits mehr als 350 Flüchtlinge untergebracht. Foto: Romuald Banik
In der ehemaligen Auricher Kaserne sind bereits mehr als 350 Flüchtlinge untergebracht. Foto: Romuald Banik
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Olaf Meinen sieht den Landkreis Aurich aber gut vorbereitet - derzeit könne man noch alle Menschen unterbringen. Aktuell warte man auf eine neue Zuweisungsquote vom Land.

Aurich - Während deutschlandweit die Kommunen Alarm schlagen, ist der Landkreis Aurich derzeit offenbar noch in der Lage, die steigende Zahl an Flüchtlingen aufzunehmen und unterzubringen. Doch Landrat Olaf Meinen sagt zugleich auf ON-Anfrage: „Der Landkreis ist zwar gut vorbereitet, aber wir beobachten die Zuspitzung der Flüchtlingslage und die Situation im Mittelmeer und in Osteuropa ebenfalls mit Besorgnis. Das Problem an sich allerdings kann nicht auf Kreisebene gelöst werden, hier ist eine gesamteuropäische Lösung gefragt und dringend notwendig.“

Nach der aktuellen Zuweisungsquote des Landes Niedersachsen muss der Landkreis eigentlich bis Ende September noch 400 Flüchtlinge aufnehmen. Das werde man voraussichtlich aber erst bis Ende Oktober schaffen, hatte der Leiter der Kreisvolkshochschule Aurich, Sören Saathoff, jüngst im Sozialausschuss gesagt.

Im Oktober wohl mehr als 1000 Menschen in Gemeinschaftunterkünften

Nach seinen Angaben kamen Anfang September rund 45 weitere Flüchtlinge pro Woche in den Landkreis, vor allem alleinreisende Männer aus aller Welt - von Syrien und Marokko bis hin zu Kolumbien. Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine seien kaum mehr darunter, hieß es.

Anfang September hatte der Landkreis laut Saathoff rund 750 Menschen aus 14 Nationen in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, davon mehr als 350 in der früheren Auricher Kaserne. Im Oktober werde die Zahl von 1000 überschritten, kündigte Saathoff an.

Noch keine neue Aufnahmequote vom Land

Eine neue Aufnahmequote mit Wirkung ab 1. Oktober liege dem Landkreis Aurich bisher noch nicht vor, teilte Sprecher Lennard Adam auf ON-Anfrage mit.

Derzeit betreibt der Landkreis Aurich mehrere Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge, unter anderem in der ehemaligen Auricher Kaserne und der früheren Küstenfunkstelle in Norden-Utlandshörn. „Sollten nach Veröffentlichung der neuen Aufnahmequote weitere Unterbringungsmöglichkeiten erforderlich sein, wird der Landkreis Aurich der Situation angemessen entsprechend reagieren“, heißt es aus dem Kreishaus.

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