Sanierung Gemeinde steckt 833.000 Euro in Camping-Waschhaus
Das Camping-Waschhaus am Großen Meer wird runderneuert. Das lässt sich die Gemeinde einiges kosten. Dass die Politik dennoch zustimmte, hat vor allem zwei Gründe.
Bedekaspel - Was lange währt, wird endlich gut: So abgedroschen dieser Satz auch sein mag, auf das Sanitärgebäude des Campingplatzes am Großen Meer trifft er zu. Über viele Jahre wurde das marode Häuschen immer wieder notdürftig repariert. Zwischenzeitlich drohte sogar die Stilllegung des Gebäudes. Damit ist jetzt Schluss. Die Gemeindeverwaltung hat die Arbeiten für eine umfassende Sanierung ausgeschrieben.
Schaut man sich die Ausschreibungsunterlagen näher an, wird das Ausmaß der Arbeiten klar. Nur noch die Gebäudehülle bleibt erhalten. Diese Pläne hatte das Südbrookmerlander Bauamt bereits im Mai vorgestellt. Seinerzeit votierte die Politik mehrheitlich dafür, die Sanierung nun endlich in Angriff zu nehmen. In den Innenräumen soll hingegen alles „auf links“ gedreht werden. Neue Duschen, neue Toiletten, eine Spülküche und ein Wäscheraum mit Waschmaschinen und Trocknern. Dazu ein barrierefreies Familienbadezimmer und ein eigener Raum mit moderner Technik zur Reinigung der Chemietoiletten von Wohnwagen und -mobilen.
Gebäude stammt aus den siebziger Jahren
Das Sanitärgebäude wurde in den siebziger Jahren errichtet. Mittlerweile ist es an seine Grenzen geraten: Veraltet, teils marode und nicht barrierefrei. „Um einen aktuellen Standard gewährleisten zu können, ist daher ein barrierefreier Umbau beziehungsweise eine barrierefreie Instandsetzung in jedem Fall erforderlich“, urteilte die Gemeindeverwaltung im Mai in ihrer Sitzungsvorlage. Es war nicht der erste Anlauf für eine Sanierung. In den vergangenen Jahren landete das Thema immer wieder auf den Tagesordnungen der zuständigen Gremien. Doch meist wurden die Pläne dann aus Kostengründen wieder verworfen. Im vergangenen Jahr tat sich dann aber doch etwas. Da wurde das Dach saniert. Eigentlich war im vergangenen Winter dann ein zweiter Bauabschnitt geplant. Doch weil schon da absehbar war, dass in diesem Jahr ein vergleichsweise großes Loch in der Gemeindekasse klaffen würde, verschwand der Plan wieder in der Schublade.
Den sprichwörtlichen Weckruf gab es dann in der Sitzung im Mai: Die Gemeindeverwaltung teilte der Politik mit, dass die Betriebserlaubnis für das Gebäude gefährdet sei. Grund ist die Elektroinstallation. Die muss nach Worten von Frank Süßen vom Südbrookmerlander Bauamt komplett erneuert werden, um die Betriebserlaubnis zu erhalten. Geschieht das nicht, müssten gleichzeitig auch Stellplätze auf dem Campingplatz gesperrt werden. Es gibt nämlich rechtliche Vorgaben, wie viele WCs, Duschen und Waschbecken auf einem Campingplatz vorgehalten werden müssen.
Fördermittel sollen fließen
Ein zweiter Punkt, der zu der Entscheidung pro Sanierung führte, war die Aussicht auf Fördermittel. Aus dem Leader-Programm soll die Gemeinde eine saftige Unterstützung erhalten. Von den Gesamtkosten von Schätzungsweise rund 833.000 Euro müsste die Gemeinde dann nur rund 520.000 Euro tragen.
Beginnen sollen die Arbeiten laut Ausschreibungsunterlagen bereits in diesem Herbst, sodass zur neuen Campingsaison im kommenden Jahr alles fertiggestellt ist.