Fußball-Bezirksliga Glücklicher Sieg fürs Wallinghausener Selbstbewusstsein
Weshalb der SV Wallinghausen sich im Heimspiel gegen Strudden schwer tat. Ein SVW-Spieler machte den Unterschied aus.
Wallinghausen – Das Nervenkostüm der Wallinghausener Spieler, Trainer und Fans wurde am Sonntagnachmittag im Heimspiel gegen den TuS Strudden mächtig strapaziert. In einer spannenden, aber keineswegs hochklassigen Partie setzte sich die Mannschaft von Trainer Ewald Mühlenbrock mit 3:2 Toren durch. Zur Pause stand es 2:2.
Mühlenbrock und Co-Trainer Albert Folkers atmeten nach dem Schlusspfiff tief durch, mussten sie doch in der neun Minuten langen Nachspielzeit immer noch mit einem Gegentor der Gäste rechnen.
Nach dem Ende der Partie, als die Grün-Weißen im Mannschaftskreis den Sieg feierten, gestand Mühlenbrock: „Es war ein glücklicher Erfolg und ein wichtiger Dreier für uns.“
Die erhoffte Reaktion nach Aurich-Pleite
Es war die ersehnte Antwort auf die unglaubliche 2:3-Niederlage aus der Vorwoche bei der SpVg Aurich, als der SVW einen 2:0-Vorsprung in der Schlussphase noch aus der Hand gab. Die Mannschaft hatte diese bittere Pleite gut weggesteckt und begann vielversprechend gegen den TuS Strudden. Schon nach wenigen Minuten setzte Tim Alberts ein Zeichen. Er drückte aus der Distanz ab und der Ball rauschte nur knapp über die Latte. Wenig später leitete Bent Bogena den Führungstreffer der Platzelf ein, als er den Ball in die Spitze auf Malte Folkers lupfte. Der lief in Richtung 16-Meterraum und setzte den Ball mit einem Flachschuss ins Netz der Gäste. Da waren erst acht Minuten gespielt.
Entspannte Gesichter auf der Wallinghausener Trainerbank. Aber nur kurz, denn Strudden sorgte kurz nach Wiederanpfiff für reichlich Gefahr im Strafraum der Wallinghausener. Felix-Bernhard Schmidt versuchte sein Glück aus spitzem Winkel. Die Kugel flog wie auf einer unsichtbaren Linie an den Innenpfosten. Der Ball sauste zurück in den Strafraum. Dort nahm Stefan Buhr Maß. Sein Schuss wurde durch SVW-Torwart Julian Ahlers mit einer Glanzparade zur Ecke abgewehrt. Puh, das wäre beinahe der Ausgleich gewesen.
Überraschender Doppelschlag
In den folgenden Minuten hatten die Abwehrreihen auf beiden Seiten die Oberhand. Sie bereinigten gefährliche Situationen. Und so plätscherte das Spiel zwischen den beiden Strafräumen uninspiriert dahin. Wie mittelschwerer Mehltau, der die spielerischen Elemente abdeckte und die Wallinghausener in Selbstsicherheit wogte. Und dann rissen die Gäste mit einem Doppelschlag das Spiel an sich. Zwei Tore, die die Wallinghausener Abwehrreihe alt aussehen ließ.
Entweder bekamen die Grün-Weißen beim Ausgleichstreffer von Stefan de Buhr den Ball nicht aus dem Strafraum heraus oder die Gäste spielten blitzartig die löcherige Abwehr aus wie beim 2:1 durch Schmidt. Und so lag der SVW nach rund einer halben Stunde Spielzeit in Rückstand. Sollte sich das Debakel von Aurich wiederholen? Die Antwort darauf gab noch vor der Pause Angreifer Bent Bogena, der in der Schlussphase der ersten Hälfte mit einem Schuss aus kurzer Entfernung auf 2:2 stellte.
Trainer ahnt Siegtreffer
In der Kabine war sich Trainer Mühlenbrock einer Sache sicher. „Wir werden noch ein Tor schießen“, ging er optimistisch in den zweiten Durchgang. Er sollte mit seiner Prognose Recht behalten. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff schlug erneut Bogena zu. Aus kurzer Entfernung drückte er den Ball ins Netz. Strudden bestürmte den Schiedsrichter und den Assistenten.
Sie reklamierten auf Abseits. Vergeblich, nach einem längeren verbalen Schlagabtausch erkannte der Unparteiische den Treffer an. Es sollte der Siegtreffer sein, denn bis zum Schlusspfiff, der durch mehrere Verletzungspausen um neun Minuten nach hinten hinausgeschoben wurde, brachte Wallinghausen den knappen Vorsprung über die Zeit.
Mühlenbrock bekannte: „Wir tun uns schwer und uns fehlte die Leichtigkeit, aber die drei Punkte waren für unser Selbstbewusstsein enorm wichtig.“ Das wird der SVW auch für sein Gastspiel am Mittwoch in Westrhauderfehn benötigen.