Landkreis Aurich hat Auftrag vergeben  Wohnraumkonzept soll im Herbst 2024 vorliegen

| | 12.09.2023 19:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Landkreis Aurich sollen verstärkt Mehrparteienhäuser, wie hier im Baugebiet „Im Timp“ in Aurich, entstehen.Foto: Romuald Banik
Im Landkreis Aurich sollen verstärkt Mehrparteienhäuser, wie hier im Baugebiet „Im Timp“ in Aurich, entstehen.Foto: Romuald Banik
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Die Grünen im Auricher Kreistag fordern vom Landkreis seit vielen Jahren Eigeninitiativen für bezahlbaren Wohnraum. Auch die SPD macht Druck. Immerhin wurde jetzt ein Konzept beauftragt.

Aurich - Bis Ende September 2024 will der Landkreis Aurich ein Wohnraumkonzept vorlegen. Man habe den entsprechenden Auftrag am 10. August an das Büro ALP-Institut für Wohnen und Stadtentwicklung aus Hamburg vergeben, berichtete die Leiterin des Amtes für Bauordnung, Planung und Naturschutz des Landkreises Aurich, Judith Vogel, am Dienstag im Umweltausschuss.

Die Studie solle vor allem das Thema bezahlbares Bauen intensiv beleuchten, erklärte Vogel. „Es sollen nicht nur ein toter Zahlenfriedhof geliefert werden, sondern konkrete Instrumente und Maßnahmen“, so die Erwartung der Kreis-Bauamtschefin. Demnächst solle es ein erstes Treffen zwischen Kreis-Vertretern und dem Planungsbüro geben. Die kreisangehörigen Städte und Gemeinden sollen später eingebunden werden. „Ohne sie funktioniert es nicht. Und wir wollen ihnen nichts überstülpen“, versprach Vogel. Sie hoffe, dass man im Oktober 2024 dann endlich „Bauwilligen etwas an die Hand geben kann“. Schon vorher soll das Büro im Ausschuss erste Zwischenergebnisse präsentieren.

SPD hatte Thema auf Tagesordnung gebracht

Auf die Tagesordnung gebracht hatte das Thema die SPD-Fraktion. Sie hatte Auskunft von der Verwaltung zur Auftragsvergabe und zum Zeitplan für das Wohnraumkonzept gefordert. „Der Handlungsbedarf ist da, das weiß jeder“, betonte SPD-Fraktionschef Johannes Kleen (Wiesmoor) am Dienstag noch eimmal. Zwar plane das Land Niedersachsen die Gründung einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft. „Aber es wäre schön, wenn der Landkreis dann in den Startlöchern steht“, so Kleen.

Olaf Wittmer-Kruse (Grüne, Krummhörn) erinnerte daran, dass die Grünen im Auricher Kreistag schon seit mehr als zehn Jahren die Gründung einer kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft fordern. „Da ist viel Zeit ungenutzt vergangen. Wir hätten zehn Jahre Zeit gehabt, bei niedrigen Zinsen zu bauen. Wir müssen das jetzt beschleunigen, um den Leuten zu helfen“, so Wittmer-Kruse.

Ein Wohnraumkonzept, wie es der Landkreis jetzt in Auftrag gegeben hat, wird vor allem von der N-Bank verlangt, um Anspruch auf Fördergelder zu bekommen.

Laut Baudezernent bisher kaum Nachfragen nach Förderung

Kreis-Baudezernent Eiko Ahten berichtete aber, dass es im Kreis Aurich bislang kaum Nachfragen nach einer Bauförderung durch die N-Bank gebe, auch nicht nachdem die Zinsen gestiegen sind. „Es gibt derzeit keinen großen Ansturm“, so Ahten. Er verwies außerdem erneut darauf, dass die Planungs- und Steuerungshoheit für Baugebiete bei den Städten und Gemeinden liegt.

Johannes Kleen appellierte an die Kreistagskollegen, sich auch in den Gemeinden für bezahlbaren Wohnbau einzusetzen. „Das passiert nicht von selbst“, so Kleen.

Landrat Olaf Meinen (parteilos) begrüßte die jüngsten Schritte der Städte Norden und Aurich zu diesem Thema. „Ich kann nur jeden animieren, etwas zu tun“, sagte er in Richtung der Bürgermeister und Gemeinderäte. Die Zeiten reiner Einfamilienhaus-Siedlungen auf dem Land seien vorbei. Man müsse künftig auch über Doppel- und Mehrparteienhäuser reden, forderte Meinen zum wiederholten Mal.

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