Kampf gegen Fachkräftemangel  Kein Glück bislang bei Stipendien für Bauingenieure

| | 08.09.2023 20:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Bauhelm hängt an Fundament-Stangen. In der Kreisverwaltung fehlt es an Bauingenieuren. Foto: DPA
Ein Bauhelm hängt an Fundament-Stangen. In der Kreisverwaltung fehlt es an Bauingenieuren. Foto: DPA
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Der Kreis Aurich würden Studierenden eine monatliche Förderung geben, wenn sie sich zum anschließenden fünfjährigen Dienst in der Kreisverwaltung verpflichten. Doch der Ansturm hält sich in Grenzen.

Aurich - Den „Studentenjob“ erst nach dem Studium machen: So komfortabel können es Bauingenieure beim Landkreis Aurich haben. Der Landkreis hat kürzlich wieder ein Stipendium für ein Bauingenieursstudium ausgeschrieben. Die Bedingung für einen monatlichen Betrag von 600 Euro über eine Regelstudienzeit von sieben Semestern ist, dass die Studierenden ihre Pflichtpraktika schon in der Kreisverwaltung absolvieren und nach dem Abschluss für fünf Jahren in der Kreisverwaltung anheuern.

In dieser Zeit erfolgt – ohne dass die Ingenieure Geld zurückzahlen oder Einkünfte gekürzt werden – die Ableistung des Stipendiums durch Arbeit.

Vier Praktika in der Verwaltung absolviert

„Der Grund für die Vergabe ist schlicht die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt und der große Konkurrenzkampf um Fachkräfte mit Mitbewerbern auf dem freien Markt“, so Landkreissprecher Lennart Adam auf ON-Nachfrage. Der Erfolg ist bislang allerdings überschaubar – anders als bei den Stipendien für angehende Assistenzärzte in der UEK. Für das kürzlich ausgelobte Bauingenieursstipendium gab es laut Adam bis zum Fristende zum 31. August keine Bewerbung. Der Abgabeschluss wurde verlängert.

Bereits 2019 wurde ein Stipendium für ein Studium des Bauingenieurwesens vom Landkreis vergeben. Es lief vom 1. Oktober 2019 bis zum 2. Februar 2023. In dieser Zeit war der Stipendiat in seinen Praktikumszeiten viermal beim Landkreis Aurich eingesetzt. Und zwar erstmals im Februar 2021, dann erneut im Sommer sowie im Februar und Sommer 2022. Insgesamt etwa sieben Monate lang.

Nun, kurz vor Ende der Regelstudienzeit, sei das Studium jedoch nicht abgeschlossen worden, so Adam.

Rückzahlungssumme verringert sich mit jedem Monat des Dienstes

Insgesamt rund 25.200 Euro können Studierende in den dreieinhalb Jahren bekommen. Nach der Regelstudienzeit wird das Stipendium nach Landkreis-Angaben nicht weiter gezahlt.

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Die Rückzahlung erfolgt laut Adam in der Regel über die fünfjährige berufliche Tätigkeit beim Landkreis Aurich nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums. „Sollte der Stipendiat das Einstellungsangebot des Landkreises ablehnen oder innerhalb dieser fünf Jahre kündigen, greift die Rückzahlungspflicht, welche circa 60 Prozent der Stipendienzahlung umfasst“, so Adam. Der Gesamtbetrag reduziere sich jeden Monat der beruflichen Tätigkeit beim Kreis um ein Sechzigstel. „Sollte der Stipendiat fünf Jahre bei uns tätig sein, ist keine finanzielle Rückzahlung erforderlich.“

IT-Stipendium soll ab 2024 Wirkung zeigen

Auch im Bereich IT hat der Kreis laut Adam ein Stipendium vergeben. Der Stipendiat beendet sein Studium voraussichtlich im Frühjahr 2024 und nimmt dann für mindestens fünf Jahre seine Arbeit beim Kreis auf.

Die beiden Krankenhäuser profitieren ebenfalls von Stipendiaten. Die Absolventen bekleiden dort Assistenzarztstellen im Rahmen der Fachweiterbildung in den Kliniken Aurich und Norden.