Pläne für bisherige UEK Norden  Gesundheitszentrum soll Magnet statt Trostpflaster werden

| | 07.09.2023 20:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Regionalministerin Wiebke Osigus überreichte Landrat Olaf Meinen in Norden einen Förderbescheid. Foto: Aiko Recke
Regionalministerin Wiebke Osigus überreichte Landrat Olaf Meinen in Norden einen Förderbescheid. Foto: Aiko Recke
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Nachdem das Krankenhaus weitgehend geschlossen ist, sollen sich nun im Gebäude Ärzte ansiedeln. Die niedersächsische Regionalministerin überreichte zunächst mal einen Förderbescheid für ein Konzept.

Norden - Dass es sich nicht zuletzt um eine Art Trostpflaster für die weitgehende Schließung des Norder Krankenhauses handelt, würde wohl niemand der Verantwortlichen so sagen. Doch ganz konnten sie diesen Eindruck am Donnerstag nicht zerstreuen. Die niedersächsische Regionalministerin Wiebke Osigus (SPD), übrigens gebürtig aus Aurich, war eigens nach Norden gekommen, um einen Förderbescheid von eher bescheidenen 47.500 Euro an Landrat Olaf Meinen zu überreichen.

Damit will das Land den Kreis bei der Beauftragung eines „Feinkonzepts“ für ein sogenanntes Regionales Versorgungszentrum (RVZ) unterstützen, hieß es. Dort sollen sich unter anderem weitere Ärzte ansiedeln – zusätzlich zu den im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) vorhandenen. Ziel sei eine „langfristige Sicherung der Daseins- und Gesundheitsversorgung“. In dem Konzept soll unter anderem die Versorgungssituation der Region analysiert, ein Wirtschaftsplan erstellt und die passende Rechtsform herausgearbeitet werden, so der Plan.

Ministerin: „Landkreis ergreift die richtigen Schritte“

„Breit aufgestellte und gut erreichbare Angebote der Gesundheits- und Daseinsvorsorge sind ein wichtiger Standortvorteil für ländlich geprägte Regionen“, sagte Ministerin Osigus. Mit der Förderung des Feinkonzepts unterstütze man die Kommunen, den vorhandenen Spielraum rund um ein Regionales Versorgungszentrum bestmöglich zu nutzen. „Der Landkreis Aurich hat die Chance erkannt und ergreift die richtigen Schritte für eine zeitgemäße Regionalentwicklung,“ lobte Osigus. Nach ihren Angaben sind alle fünf derzeitigen RVZ-Standorte in Niedersachsen in Alfeld, Baddeckenstedt, Wurster Nordseeküste, Auetal und Nordenham „Erfolgsmodelle“. Auch in Norden solle sich ein „Magnetismus“ entfalten.

Landrat Meinen betonte mehrfach, dass sich die Gesundheitsversorgung angesichts von Ärzte- und Fachkräftemangel gerade im ländlichen Raum verändern müsse. „Es kann nicht so bleiben, wie es ist. So laufen lassen können wir das nicht“, sagte er.

RVZ und RGZ sollen sich ergänzen

Durch das Zusammenspiel von RVZ als ambulantem Anlaufpunkt und dem Regionalen Gesundheitszentrum (RGZ) für die stationäre Versorgung wolle man Norden medizinisch zukunftssicher aufstellen, so Meinen.

Vertreter zahlreicher Einrichtungen wollen das „Regionale Versorgungszentrum“ entwickelt. Foto: Aiko Recke
Vertreter zahlreicher Einrichtungen wollen das „Regionale Versorgungszentrum“ entwickelt. Foto: Aiko Recke

Andreas Epple, beim Kreis zuständig für die Nutzung der Klinikgebäude, berichtete vom sich verstärkenden Hausärztemangel. Der Versorgungsgrade werde 2035 nur noch 75 Prozent betragen. Epple betonte, durch leerwerdende Räume in der bisherigen Klinik entstehe Platz für Arztpraxen. „Wir werden die Flächen mit Leben füllen.“

Der Landesbeauftragte für regionale Entwicklung in Weser-Ems, Nikolaus Jansen, sagte, der Vorteil in Norden sei die vorhandene Gebäude-Infrastruktur. Das gebe es an anderen RVZ-Standorten nicht.

„Ein-Tresen-Lösung“ angestrebt

Thomas Hippen, Geschäftsführer des kreiseigenen MVZ Aurich-Norden, nannte das MVZ, die Pflege- und Betreuungszentren (PBZ), den Rettungsdienst, das Gesundheitsamt, und die Kreisvolkshochschulen als Partner im künftigen RVZ. Auch das RGZ, seit 1. Juli Nachfolger der teilgeschlossenen Klinik, soll dazugehören.

Am Ende soll es idealerweise einen einzigen „Tresen“ geben, von dem aus die Bürger und Nutzer zum jeweilig passenden Angebot geleitet werden.

Ob den Bürgern und Patienten am Ende nicht schwindelig werden könnte angesichts so vieler verschiedenen Einrichtungen mit unterschiedlichen Abkürzungen an der Norder Osterstraße, blieb offen. Epple sagte, ein möglicher Begriff wäre einfach „Norder Gesundheitszentrum“. „Das ist schon alles sehr herausfordernd“, sagte Landrat Meinen – mit dem Anflug eines Seufzens in der Stimme.

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