Großeinsatz in Aurich  Hausdurchsuchungen wegen Verdacht auf illegales Glücksspiel

Matthias Hippen Heino Hermanns
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Von Matthias Hippen und Heino Hermanns
| 06.09.2023 16:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Ermittler transportierten Glücksspielautomaten mit einem Lastwagen ab. Foto: Romuald Banik
Die Ermittler transportierten Glücksspielautomaten mit einem Lastwagen ab. Foto: Romuald Banik
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Wegen des Verdachts auf illegales Glücksspiel wurden am Mittwochvormittag in Aurich zwei Häuser durchsucht. Zahlreiche Beweismittel wurden beschlagnahmt.

Aurich - Zahlreiche Polizisten haben am Mittwochvormittag zwei Gebäude in der Auricher Innenstadt durchsucht. Zum einen waren sie im früheren Hotel „Bremer Schlüssel“ an der Norderstraße in Aurich im Einsatz. Zum anderen war ein Haus an der Großen Mühlenwallstraße Ziel der Polizeimaßnahmen. Der Verdacht lautet in beiden Fällen auf illegales Glücksspiel. Beide Male ging es um sogenannte Sportsbars. Das sagte Polizeisprecherin Wiebke Baden auf Nachfrage der ON. Bei der Durchsuchung der Räume wurden die hiesigen Beamten durch weitere Einsatzkräfte der Polizeidirektion Osnabrück und von „Fremdkräften“ unterstützt, berichtete sie weiter.

Polizei-Mannschaftswagen mit Osnabrücker Kennzeichen stehen vor dem einstigen „Bremer Schlüssel“. Inzwischen hängt an dem Gebäude Werbung für eine „Sportsbar“. Foto: Romuald Banik
Polizei-Mannschaftswagen mit Osnabrücker Kennzeichen stehen vor dem einstigen „Bremer Schlüssel“. Inzwischen hängt an dem Gebäude Werbung für eine „Sportsbar“. Foto: Romuald Banik

Auf der Bundesstraße 72/210, der Von-Jhering-Straße, kam es wegen des Einsatzes zu Verkehrsbehinderungen in Richtung Pferdemarkt. Die Polizei hatte die rechte Fahrspur kurz vor der Pferdemarktkreuzung gesperrt. Der Verkehr staute sich dadurch bis zur Emder Straße auf.

Großeinsatz in den Räumen des früheren Hotels „Bremer Schlüssel“ an der Norderstraße in Aurich. Foto: Romuald Banik
Großeinsatz in den Räumen des früheren Hotels „Bremer Schlüssel“ an der Norderstraße in Aurich. Foto: Romuald Banik

Beweismittel musste mit Lastwagen abtransportiert werden

Mit einem Lastwagen musste die Polizei am Pferdemarkt anrücken, um aus dem ehemaligen „Bremer Schlüssel“ Beweismittel abzutransportieren. Dabei handelte es sich unter anderem um Glücksspielautomaten. Es ist innerhalb kurzer Zeit die zweite Durchsuchung in dem Gebäude.

Polizisten stehen an einem der Eingänge des Gebäudes. Foto: Romuald Banik
Polizisten stehen an einem der Eingänge des Gebäudes. Foto: Romuald Banik

Der aktuelle Einsatz war kaum zu übersehen. Vier Polizei-Mannschaftswagen mit Osnabrücker Kennzeichen standen in dem Bereich direkt vor dem früheren Hotel. Später kamen weitere Fahrzeuge hinzu, auch ein Lastwagen der Polizei musste anrücken. Maskierte Polizisten fanden sich auch in der Lambertistraße ein, ehe sie mit der Durchsuchung in der Großen Mühlenwallstraße begannen.

Zweiter Polizeieinsatz innerhalb weniger Wochen

Erst Mitte Juli wurde die „Sportsbar“ an der Kirchdorfer Straße Ziel eines Großeinsatzes. Das Lokal wurde damals geschlossen und von der Polizei versiegelt. Ermittler fanden in den Räumen der „vermeintlichen Gaststätte“ neun illegal betriebene Glücksspielautomaten, teilten im Anschluss die Polizeiinspektion Aurich-Wittmund und die Staatsanwaltschaft Aurich mit. Darüber hinaus seien mehr als 9000 Euro Bargeld beschlagnahmt worden. In einer Wohnung seien zudem Betäubungsmittel gefunden und sichergestellt worden. Hinweise auf den Betrieb illegaler Glücksspielautomaten und auf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz waren damals den Angaben zufolge der Hintergrund der Aktion in dem Gebäude an der Kirchdorfer Straße, nahe der Kreuzung Julianenburger Straße/Fischteichweg/Hafenstraße.

In dem Gebäude ist es der zweite Polizeieinsatz innerhalb weniger Wochen. Foto: Romuald Banik
In dem Gebäude ist es der zweite Polizeieinsatz innerhalb weniger Wochen. Foto: Romuald Banik

Es war nicht der einzige Erfolg der Aktion im Juli: Im ehemaligen „Bremer Schlüssel“ waren illegal beschäftigte Arbeitskräfte untergebracht. Seinerzeit wurden Verfahren wegen illegalen Aufenthalts in der Bundesrepublik Deutschland und des Verdachts der Ausbeutung von Arbeitskräften eingeleitet.

„Sportsbar“ an Großer Mühlenwallstraße nicht zum ersten Mal im Visier der Ermittler

Die „Sportsbar“ an der Großen Mühlenwallstraße ist ebenfalls nicht zum ersten Mal im Visier der Ermittler. Bereits im vorigen Jahr kam es dort zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Ein 44-jähriger Auricher muss sich derzeit vor dem Landgericht Aurich wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Im Januar 2022 soll er einem anderen Gast der „Sportsbar“ laut Anklage eine zerschlagene Bierflasche in die Wange gerammt haben. Im Juni 2022 folgte der Messerstich. Der Mann hat laut Staatsanwaltschaft hinterrücks einem Kumpel ein Messer in den Rücken gestoßen.

Das Urteil steht noch aus. Der dritte Prozesstag am Dienstag dieser Woche war ausgefallen. Laut Plan wird der Prozess am Dienstag, 12. September, fortgesetzt.

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