Marienhafer Herbstmarkt abgesagt  Sonntagsöffnung nun zum Störtebeker-Bauernmarkt

| | 05.09.2023 21:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die Frühjahrsmärkte in Marienhafe sind in der Regel sehr gut besucht. Foto: Folkert Bents
Die Frühjahrsmärkte in Marienhafe sind in der Regel sehr gut besucht. Foto: Folkert Bents
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Der für dies Wochenende geplante Rummel ist abgesagt. Es haben sich zu wenig Schausteller angemeldet. Die Kaufleute haben sich selbst geholfen und den traditionellen verkaufsoffenen Sonntag umgelegt.

Brookmerland - Der Herbstmarkt in Marienhafe fällt zum zweiten Mal in Folge aus. Das teilte die Samtgemeinde am Dienstag mit. Somit werden sich ab Freitag keine Karussells drehen und auch kein Jahrmarktduft um die Störtebekerstatue ziehen.

Als Grund für die Absage gibt die Verwaltung „die sehr niedrige Bewerberzahl der Schausteller“ an. Eigentlich sollte der Markt vom 8. bis 11. September stattfinden. Im Rahmen der Veranstaltung war ein verkaufsoffener Sonntag üblich. Auf den müssen die Brookmerlander aber nicht verzichten, sondern nur etwas Geduld haben.

Sonntagsöffnung im Oktober bereits genehmigt

Stattdessen wollen die Kaufleute beim Störtebeker-Bauernmarkt am 8. Oktober die Türen für Kunden öffnen. Das sagte auf ON-Nachfrage Michael Dirksen-Müller, Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) der Kaufleute in Marienhafe. Der Störtebeker-Bauernmarkt findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt – und zwar am 8. Oktober von 11 bis 17 Uhr auf dem Marktplatz Marienhafe. Die Läden öffnen von 13 bis 17 Uhr. Die Sonntagsöffnung sei von der IG beantragt und auch bereits von der Samtgemeinde genehmigt worden, so Dirksen-Müller.

Auf dem Herbstmarkt in Marienhafe wurden verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse angeboten. Foto: Folkert Bents
Auf dem Herbstmarkt in Marienhafe wurden verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse angeboten. Foto: Folkert Bents

Nach Angaben von IG-Chef Manfred Kruse habe sich schon im Frühjahr abgezeichnet, dass der Herbstmarkt nicht stattfinden werde. Die Verwaltung sei daher auf die IG zugekommen und diese habe frühzeitig den Störtebeker-Bauernmarkt terminiert und die Sonntagsöffnung mit eingeplant.

Während Hager Tuffelmarkt ausfällt, findet Störtebeker-Bauernmarkt statt

Der Markt mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus der Region fand im vergangenen Jahr nach dem Vorbild des Hager Tuffelmarktes statt. In diesem Jahr wurde der Tuffelmarkt jedoch kurzfristig abgesagt. Eigentlich hätte er am 10. September – also parallel zum Herbstmarkt in Marienhafe – stattfinden sollen. Laut Kruse war der Grund für die Absage, dass mehrere Anbieter die Teilnahme abgesagt hätten. Das Personal sei derzeit knapp und werde für die Ernte gebraucht, berichtete der Kaufmann, der in Marienhafe und in Hage Niederlassungen hat.

In Marienhafe sei dies im Oktober anders, sagte der IG-Vorsitzende. Es gebe in diesem Jahr nach jetzigem Stand sogar mehr Anbieter als im Vorjahr. Vielleicht liege das daran, dass dann die hektische Erntezeit schon hinter den Landwirten liege. Aber in Marienhafe seien ohnehin andere Anbieter vertreten als in Hage, so Kruse.

IG: Sonntagsöffnung nach Ausfall im April wichtig

Dirksen-Müller sagte, dass es für die Kaufleute in Marienhafe sehr wichtig sei, dass in diesem Jahr noch ein verkaufsoffener Sonntag stattfinde. Die traditionelle Sonntagsöffnung zum Frühjahrsmarkt habe ausfallen müssen, weil sie auf den Sonntag vor Ostern gefallen wäre. An dem Tag ist es gesetzlich verboten, die Läden zu öffnen.

Deshalb habe die IG nicht gezögert, als sich abgezeichnet habe, dass es für einen Herbstmarkt an Schaustellern fehlen werde. Die Samtgemeinde sei frühzeitig auf die IG zugekommen. Es habe geheißen, wenn der Störtebeker-Bauernmarkt stattfinde, wolle man den Herbstmarkt lieber absagen.

Planung für Störtebeker-Bauernmarkt läuft

Laut Dirksen-Müller war der erste Bauernmarkt ein voller Erfolg. Vor einem Jahr sei das Wetter super gewesen. Und weil der Termin auf den Sonntag der Landtagswahl gefallen sei, seien ohnehin viele Leute unterwegs gewesen, die dann vorbeigeschaut hätten.

Zahlreiche Stände lockten die Besucher im vergangenen Jahr nach der Corona-Pause wieder auf den Frühjahrsmarkt. Foto: Folkert Bents
Zahlreiche Stände lockten die Besucher im vergangenen Jahr nach der Corona-Pause wieder auf den Frühjahrsmarkt. Foto: Folkert Bents

In diesem Jahr will die IG nach den ersten Erfahrungen das Programm weiter abrunden. Es solle wieder eine Bühne mit Musik und ein paar Buden für die Verpflegung geben. Aber beispielsweise bei der Dekoration will die IG nach eigenen Angaben noch eine Schippe drauflegen.

Schausteller: Mit zu wenig Anbietern klappt es nicht

Während die Kaufleute planen, ist Kevin von Halle, der mit seinem Top-Drive-Autoscooter immer einer der Anziehungspunkte auf dem Marienhafer Frühjahrsmarkt ist, im Cuxhavener Land unterwegs. Auf dem Herbstmarkt sei sein Fahrgeschäft schon ein paar Jahre nicht mehr gewesen.

Aber er habe sich dennoch weiterhin bemüht, Schausteller für den Herbstmarkt zu gewinnen, sagte der Schausteller aus Großefehn. Das sei zuletzt aber nicht mehr geglückt. „Wenn es nur ein paar Buden werden, braucht man gar nicht erst aufbauen. Es muss schon etwas Angebot da sein“, sagte von Halle.

Der Autoscooter Top Drive ist einer der Anziehungspunkte im Frühjahr, aber schon seit einigen Jahren nicht mehr auf dem Herbstmarkt. Foto: Thomas Dirks
Der Autoscooter Top Drive ist einer der Anziehungspunkte im Frühjahr, aber schon seit einigen Jahren nicht mehr auf dem Herbstmarkt. Foto: Thomas Dirks

Im Spätsommer gebe es in der Region unheimlich viele Märkte und große Veranstaltungen. Die Münkeboer Festtage, das Auricher Stadtfest, das Emder Schützenfest, den großen Jahrmarkt in Bockhorn und einige mehr. Die Schauteller müssten entscheiden, welche Prioritäten sie setzen, so der Großefehntjer.

Großes Veranstaltungsangebot verlangt Prioritäten

Aber auch die Gäste. In Marienhafe selbst gebe es auch eine ganze Reihe von Veranstaltungen wie das Weinfest und den Bauernmarkt. Und auch in den anderen Brookmerlander Gemeinden sei im Sommer viel geboten. Auch das Publikum müsse entscheiden, welches Angebot es wahrnehme, so von Halle. Das führe mancherorts zu weniger Besuchern. Und die Schaustellerbetriebe seien sehr ausgelastet. Am Ende fehle es für kleine Märkte wie in Marienhafe an Beschickern.

„Das liegt nicht an uns und auch nicht an der Gemeinde, die uns immer sehr entgegenkommt“, so von Halle. Es sei eine allgemeine Entwicklung.

Die den Frühjahrsmarkt im Brookmerland aber nicht treffe. „Der ist einer der ersten Märkte im Jahr und daher für viele sehr interessant.“ Außerdem sei seine Familie seit 60 Jahren dort vertreten. „Der Frühjahrsmarkt ist für mich Ehrensache. Der fällt nicht aus.“

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