Trotz Regenphasen  Fockenbollwerkstraße weiterhin im Zeitplan

| | 03.09.2023 18:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Am Sonnabendnachmittag waren die inneren und die äußeren Kanten des Kreisels gesetzt. Foto: Karin Böhmer
Am Sonnabendnachmittag waren die inneren und die äußeren Kanten des Kreisels gesetzt. Foto: Karin Böhmer
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Mit Hochdruck wird derzeit am Kreisel gebaut – in der nächsten Woche soll sich dort viel tun. Auch der Gesamtfertigstellungstermin im nächsten Frühjahr steht noch. Gleichwohl gibt es weiterhin Kritik.

Aurich - Sommer 2024, Spätsommer 2024, „noch mehr als ein Jahr“ – das sind die zeitlichen Perspektiven, die im Gespräch mit Unternehmern an der Fockenbollwerkstraße genannt werden. Gut ein Jahr nach Beginn der Baumaßnahmen an der L 34 in der Auricher Innenstadt wird die Kritik an der Dauer der Baumaßnahme immer lauter. Gewerbetreibende kämpfen mit Einbußen, etliche Auricher fahren lange Umleitungen, Radfahrer und Fußgänger kämpfen sich durch schmale Schneisen und Anlieger der Ausweich-Schleichwege ächzen unter dem zusätzlichen Verkehr.

Der Rand der Fahrbahn ist schon gesetzt. Foto: Karin Böhmer
Der Rand der Fahrbahn ist schon gesetzt. Foto: Karin Böhmer

Frank Buchholz, Leiter der verantwortlichen Landesbehörde für Straßenbau in Aurich, betonte auf ON-Nachfrage aber, dass sich nach seiner Kenntnis trotz des nassen Sommers und damit verbundener kleiner Verzögerungen nichts am geplanten Fertigstellungstermin im April/Mai 2024 geändert hat.

Arbeiten am Kreisel auch am Wochenende

Am Wochenende waren Arbeiter auf der Kreisel-Baustelle aktiv und bereiteten die zweite Phase vor. Die Kante am inneren Rund des Kreisverkehrs ist inzwischen komplett gesetzt. Auch die Außenkante der Fahrbahn auf der Nordseite des Kreisels ist fertig. Seit die erste Hälfte des Kreisverkehrs auf der südlichen Seite fertig ist, wird mit Hochdruck am nördlichen Halbkreis gearbeitet.

Auf diesem zwei Wochen alten Luftbild ist der neue Kreisverkehr schon gut zu erkennen. Foto: Bernd Heiken
Auf diesem zwei Wochen alten Luftbild ist der neue Kreisverkehr schon gut zu erkennen. Foto: Bernd Heiken

Der Verkehr von Egels in die Innenstadt kann inzwischen wieder fließen, wenn die Autofahrer derzeit auch in die falsche Richtung in den halb-fertigen Kreisel einfahren. Doch das soll sich voraussichtlich in einer Woche ändern. Dann soll laut Buchholz der Kreisel so weit fertig sein, dass die Fahrbahn auch an der Nordseite befahrbar ist. Nur das Wetter muss mitspielen.

In einer Woche soll Kreises passierbar sein

Voraussichtlich ab dem 11. September können Autofahrer dann wieder von der Wallinghausener Straße auf die Fockenbollwerkstraße einbiegen.

Der südliche Teil des Kreisverkehrs kann von Egels aus schon befahren werden. Foto: Karin Böhmer
Der südliche Teil des Kreisverkehrs kann von Egels aus schon befahren werden. Foto: Karin Böhmer

Derzeit sind rund 100 Meter der rechten Fahrspur der Egelser Straße vor dem Kreisel mit abgefräst. In der Wallinghausener Straße wird die Sachgasse frühzeitig angekündigt. Doch bis zum Krankenhaus können Autofahrer dort ohne Probleme fahren. Danach stehen sie vor einer Ampel, die die Zufahrt zum Parkplatz des Netto-Supermarktes regelt. Denn derzeit führt nur eine Spur über den Fuß- und Radweg zum Supermarkt.

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Und die muss auch der Rettungsdienst nutzen, wenn er in dieser Woche ausrücken muss. „Diese eine Woche wird es haarig für den Rettungsdienst“, so Buchholz. Tagsüber gebe es Sicherheitspersonal, das sicherstelle, dass die Wagen rasch passieren können. Nachts sei weniger Verkehr.

Vorderer Teil soll in absehbarer Zeit besser befahrbar sein

Wenn die Fahrbahn in einigen Tagen fertig ist, ist aber der Kreisel noch nicht fertig. Dann beginnen die Arbeiten an den Nebenanlagen. Parallel geht es mit der Sanierung des Regenwasserkanals weiter. Derzeit ist diese Baustelle kurz vor der Einmündung Schmiedestraße.

An dieser Stelle wird derzeit am Kanal gearbeitet. Foto: Karin Böhmer
An dieser Stelle wird derzeit am Kanal gearbeitet. Foto: Karin Böhmer

Laut Buchholz bringt es nichts, dass auf Höhe der Lambertistraße schon mit den Arbeiten an der Fahrbahndecke begonnen wird. Die Arbeiten an der Fahrbahn gehen schneller voran, als die am Kanal. „Die Straßenbauer sollen durcharbeiten können und nicht aufgehalten werden“, so Buchholz. Dennoch soll der vordere Teil der Fockenbollwerkstraße auf der Nordseite schon mal so weit hergestellt werden, dass die Kunden wieder besser an die Geschäfte heranfahren können.

Durch Gehweg-Bau bleibt es eng

Den Gehweg auf der Nordseite neu zu bauen, braucht laut Buchholz aber Platz. „Solange wird es dort eng bleiben.“ Er sei froh, wenn die Geschäfte am Anfang der Straße zur Weihnachtszeit wieder gut angefahren werden können. Das werde aber leider nicht für alle Anlieger der Fockenbollwerkstraße gelten. Für das Seniorenwohnheim Rosentor werde es aber ein Konzept geben, damit Rettungskräfte jederzeit dort hingelangen können.

Für Radfahrer und Fußgänger ist es auf der Nordseite teils abenteuerlich. Durch die Baustelle führt für etliche Kinder der Schulweg zur Lambertischule. Laut Schulleiter Kai Münzel wurde das Verhalten im Baustellenbereich mit den Kindern geübt. Foto: Karin Böhmer
Für Radfahrer und Fußgänger ist es auf der Nordseite teils abenteuerlich. Durch die Baustelle führt für etliche Kinder der Schulweg zur Lambertischule. Laut Schulleiter Kai Münzel wurde das Verhalten im Baustellenbereich mit den Kindern geübt. Foto: Karin Böhmer

„Für Radfahrer ist es gerade nicht so schön, das ist nicht von der Hand zu weisen“, so Buchholz auf die Frage nach den Engstellen auf der Nordseite der Baustelle und dem eigentlich nicht auf so viele Radler ausgelegten, aber fertigen südlichen Bereich.

Buchholz: Ausweichverkehr in etlichen Fällen nicht nachvollziehbar

„Der sonstige Verkehr läuft auf der Fockenbollwerkstraße unter Baustellenbedingungen erstaunlich gut“, so Buchholz. Gleichwohl sei in vielen Straßen Ausweichverkehr festzustellen, wo dieser gar nicht sein müsse. In einigen Straßen sei dies ja von der Stadt unterbunden worden. In Wallinghausen gebe es aber einige Straßen, „da ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum die Menschen dort durchfahren.“

Hier endet kurz vor dem Kreisel bald der Radweg auf Fahrbahnhöhe und die Radler wechseln auf den kombinierten Zwei-Richtungs-Geh- und Radweg. Foto: Karin Böhmer
Hier endet kurz vor dem Kreisel bald der Radweg auf Fahrbahnhöhe und die Radler wechseln auf den kombinierten Zwei-Richtungs-Geh- und Radweg. Foto: Karin Böhmer

Es sei den Planern der Baustelle bewusst, dass die Verkehrsbehinderungen und Umleitungen für einige Auricher erheblich seien. „Das kann man nicht schönreden, aber es lässt sich im Augenblick nicht ändern.“, so Buchholz.

Brandbrief aus anliegender Zahnarztpraxis

Zahnarzt Dr. Rainer Janssen hatte in dieser Woche einen Brandbrief an Buchholz und den Auricher Bürgermeister geschickt. Er beklagte sich über zu wenige Arbeiter, fehlenden Schichtbetrieb und eine auf ganzer Länger aufgerissene Straße. „Zwei Jahre für 500 Meter“, so der Anlieger. „Das ist doch eine Lachnummer!“

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Am Kreisel geht es voran
03.09.2023

Zudem beklagte er, dass Pflasterarbeiten auf der Südseite der Straße teils mehrfach ausgeführt werden mussten. Die Selbstständigen an der Straße gerieten mehr und mehr in existenzielle Gefahr. Kunden, die einmal weg seien, blieben außerdem zumeist weg. „Wo sind die Verantwortlichen? Wieso rollen mittlerweile keine Köpfe?“, schimpft der Zahnarzt.

„Mittlerweile sei ein Anspruch auf Schadensausgleich juristisch zu prüfen. Die einzige Lösung sei, alles zu unternehmen, um fertig zu werden. „Von mir aus Rückbau dieser total bescheuerten Straßenplanung“, so Janssen.

Buchholz hielt sich mit Kommentaren zu diesem provokanten Vorschlag zurück: „Das ist eine interessante Meinung.“