Fußballbezirksliga im Fokus  Wiesmoorer Anschlusstor machte Derby in Großefehn wieder spannend

| | 03.09.2023 16:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Der Wiesmoorer Torwart Raik de Buhr (links) und der Großefehntjer Angreifer Tom Böhling (rechts) haben den Ball im Visier. Wenige Sekunden später war klar, wer jubilierte. De Buhr griff neben den Ball und Böhling bedankte sich mit seinem Tor zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung des SV Großefehn. Foto: Wilfried Gronewold
Der Wiesmoorer Torwart Raik de Buhr (links) und der Großefehntjer Angreifer Tom Böhling (rechts) haben den Ball im Visier. Wenige Sekunden später war klar, wer jubilierte. De Buhr griff neben den Ball und Böhling bedankte sich mit seinem Tor zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung des SV Großefehn. Foto: Wilfried Gronewold
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Weshalb der SV Großefehn nach furiosem Beginn gegen Germania Wiesmoor zeitweise noch in Bedrängnis geriet. Ein Spieler machte den Unterschied aus.

Großefehn - „Mehr saß einfach nicht drin“, bilanzierte der Wiesmoorer Trainer Jürgen Zimmermann nach der 1:3-Niederlage im Fehnderby am Sonnabendnachmittag beim SV Großefehn. Im Nachhinein war dieser Satz wohl richtig, aber es gab vor und nach der Halbzeitpause im Fehntjer Mühlenstadion Momente, da hätte das Spiel auch einen anderen Verlauf nehmen können.

Zimmermann musste personell stark improvisieren. Ihm stand ein großer Teil der Stammbelegschaft wegen Verletzungen und Erkrankungen nicht zur Verfügung. Der Trainer holte sich sogar Hilfe aus der vierten Mannschaft.

Diese zusammengewürfelte Mannschaft geriet vor rund 280 Zuschauern gleich zu Beginn des Spiels mächtig unter Druck. Der SV Großefehn verzückte seine Fans mit einer klasse Vorstellung, die rund 25 Minuten im ersten Durchgang anhalten sollte und den Gastgebern eine 2:0-Führung bescherte.

SVG legt Traumstart hin

Den Auftakt leitete Holger Wulff (5.) im Mittelfeld ein, als er den Ball nach links auf seinen Mitspieler Ralf-Aden schob. Der Mann mit der Rückennummer 15 ging noch drei, vier schnelle Schritte in den Wiesmoorer Strafraum. Sein Schuss mit dem linken Fuß fand den Weg vorbei an Torwart Raik de Buhr und schlug ins lange Eck ein.

Ein Tor, das die Fehntjer beflügelte und den Gast in der Defensivarbeit verunsicherte. Die Heimelf ließ den Ball geschickt und flott zwischen den eigenen Reihen zirkulieren. Wiesmoor fand sich in der Rolle des Zuschauers wieder. Kaum Möglichkeiten auf Zugriff auf den Ball oder den ballführenden SVG-Spieler. Und so war es nur eine Frage der Zeit, wann der nächste Treffer für die Fehntjer fallen würde. Als in der 12. Minute ein langer Ball von der Mittellinie an den Wiesmoorer Strafraum segelte, schaltete Tom Böhling blitzschnell. Er ließ im Spurt den Ball an der Brust abtropfen. Der Wiesmoorer Torwart griff neben den Ball und so war der Weg frei für den SVG-Angreifer. Böhling schoss den Ball ins Tor und beinahe wäre noch ein Wiesmoorer Abwehrspieler auf der Linie am Drücker gewesen. Er verpasste den Ball. Großefehn jubelte über das 2:0. Es deutete sich ein leichtes Spiel für die dominierenden Gastgeber an. Ihre Fans spekulierten auf weitere Treffer für eine beruhigenden 3:0- oder 4:0-Pausenführung.

Wiesmoor bekommt Auftrieb

Daraus sollte aber nichts werden. Denn Mitte der ersten Hälfte fiel der Anschlusstreffer der Gäste ohne Ansage aus dem Nichts. Von da an sollte sich ein spannender Schlagabtausch bis zur Pause entwickeln.

Bei einem der seltenen Entlastungsangriffe kam Nico Pallasdies (25.) völlig losgelöst von den SVG-Abwehrmännern mit einem satten Schuss von der 16-Meterlinie zum Zuge. Die rechte Faust von SVG-Torwart Timo Kuhlmann verpasste den Ball, die Kugel sauste ins Netz. Ein Lebenszeichen der Germanen, die fortan Auftrieb bekamen.

Das merkten auch die SVG-Fans. „Das Spiel haben wir noch lange nicht gewonnen“, hieß in der Rentnerloge nahe der verglasten Kabine von Stadionsprecher Heinz Erich Buss. Der befand Minuten nach dem Anschlusstor: „Wir spielen so, als hätten wir die Handbremse gezogen.“

Chancen auf beiden Seiten

Nicht ganz, denn in dem Hin und Her bis zum Pausenpfiff hatten beide Seiten gute Möglichkeiten. Der SVG-Angreifer Tobias Hillers (34.) verfehlte das Germanen-Gehäuse knapp. Für die Wiesmoorer hob Jannik Eschen (35) den Ball knapp über die Latte und sein Mannschaftskollege Niklas Homes (37.) schoss den Ball an die Querlatte.

Und so hätte es durchaus beim Gang in die Kabine auch 3:3 stehen können. Konjunktiv: denn die Gastgeber gingen mit einer 2:1-Führung in die Pause. Alles schien dennoch nach Wiederanpfiff möglich.

Und so machte Wiesmoor zu Beginn der zweiten Hälfte forsch weiter und hatte auch gleich durch Janek Swyter (47.) eine dicke Chance, zum Ausgleich. Sein Freistoß verpasste knapp das Ziel.

Treffer für die Galerie

Besser machte es auf der Gegenseite mit einem sehenswerten Treffer wenige Minuten später Tom Böhling. Die Fehntjer fingen einen Angriff der Gäste ab und beförderten den Ball auf die rechte Seite. Auf Höhe der Mittellinie sprintete Böhling rund 50 Meter mit dem Ball am Fuß schnurstracks in den Strafraum. Er behielt die Übersicht und überwand mit einem Kunstschuss aus spitzem Winkel den Germanen-Torwart. Sein zweites Tor, ein Treffer für die Galerie.

3:1 für Großefehn und zugleich die Entscheidung. Großefehn verwaltete fortan den Vorsprung und die Akkus der Wiesmoorer waren aufgebraucht. Sie konzentrierten sich bis zum Abpfiff auf Defensivaufgaben. Die Luft war raus.

Und so musste Germanen-Trainer Zimmermann mit nachdenklichem Gesicht nach dem Abpfiff bekennen: „Mehr saß einfach nicht drin.“

Sein Gegenüber SVG-Trainer Bi Le Tran freute sich zwar über den dritten Dreier in der laufenden Saison. Er hatte aber auch eine kritische Fußnote: „Wir sind klasse in die Partie gestartet und hatten das Spiel unter Kontrolle. Dann haben wir uns den einen oder anderen Fehler erlaubt und den Gegner wieder eingeladen. Zur Pause wäre auch ein Unentschieden möglich gewesen. Nach dem 3:1 haben wir einen ruhigen Stiefel gespielt. Das passte schon.“

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