Dorfregion Brookmerland  Vereine können Ideen für Bahnhofsgebäude einbringen

| | 28.08.2023 21:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Bahnverkehr in Marienhafe funktioniert seit Jahren im Wesentlichen ohne das Bahnhofsgebäude. Foto: Thomas Dirks
Der Bahnverkehr in Marienhafe funktioniert seit Jahren im Wesentlichen ohne das Bahnhofsgebäude. Foto: Thomas Dirks
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Die Samtgemeinde will den früheren Marienhafer Bahnhof umnutzen. Nun dürfen Vereine Wünsche äußern. Brauchen sie neuen Platz für ihre Projekte?

Am Dienstag sind die Vereine gefragt: Im Rahmen des Förderprojektes Dorfregion Brookmerland können sie ihre Ideen und Wünsche für den früheren Bahnhof in Marienhafe einbringen.,Offiziell und öffentlich auf der Internetseite der Dorfregion vermerkt ist der Termin nicht – wohl, weil er den Vereinsvertretern vorbehalten ist. Mehrere Vorsitzende von eingetragenen Vereinen, aber auch von Zusammenschlüssen aus Marienhafe haben eine Einladung bekommen.

Unter ihnen auch Johann Tjaden, Bürgermeister von Marienhafe und Vorsitzender des TV Marienhafe. Er hat das Schreiben in seiner Rolle als TV-Chef bekommen, geht aber selbst nicht zu dem Termin, wie er auf ON-Nachfrage sagte. Stattdessen werden andere Vorstandsmitglieder teilnehmen. Tjaden will die Politik nicht mit seinem Vereinsamt vermischen, denn bei dem Beteiligungsprojekt Dorfregion gehe es um die Wünsche und Projektideen der Bürger.

Vor einem Jahr wurde Sanierungsplanung beauftragt

Tjaden sagte, er selbst kenne den aktuellen Planungsstand für das Bahnhofsgebäude auch nicht. Der Samtgemeindeausschuss hatte im vergangenen September den Auftrag für die Sanierungsplanung des Alten Bahnhofs in Marienhafe vergeben. Weitere Details zum Umbau oder zum Zeitplan wurden damals nicht mitgeteilt.

Wie berichtet, soll das denkmalgeschützte Gebäude, das von der Bahn seit Jahren nicht mehr als Bahnhof gebraucht wird und leer steht, zu einer Begegnungsstätte umgebaut werden. Das Jugendparlament hatte sich dort ein Jugendhaus gewünscht. Tjaden sagte, es sei auch mal von Platz für einen Kiosk die Rede gewesen, wo sich die Reisenden versorgen könnten. „Ich hätte auch einige Ideen“, so Tjaden. Als Gemeinderatsmitglied wolle er sich aber raushalten, denn die Projekte „sind Ergebnis einer Runde mit allen Beteiligten“.

Eckchen für Vereinsarchiv wäre attraktiv

Laut Tjaden hat ein Mehrgenerationenhaus, in dem auch die Jugend einen festen Platz habe, für ihn Charme. Der TV Marienhafe brauche für die meisten Vereinsaktivitäten keine zusätzlichen Räume, würde sich aber über etwas Platz freuen, um das Vereinsarchiv unterzubringen.

Holger Kleen vom Vorstand des Kunst- und Kulturzirkels Brookmerland sagte, dass Vereinschef Heinz Knieper auf jeden Fall zu dem Termin am Dienstag gehen wolle. „Wir wollen uns erst einmal informieren lassen, was man sich da vorstellt“, so Kleen. Der Kunst- und Kulturzirkel selbst sei aber, wie berichtet, wegen fehlender Kandidaten für Vorstandsämter gerade in einer schwierigen Phase. Da bringe es wenig, über eine Mitnutzung des Bahnhofsgebäudes nachzudenken. „Bislang haben uns unsere Räume für die jeweiligen Veranstaltungen immer ausgereicht“, so Kleen. Lesungen hätten im Haus Dieker stattgefunden. Das Whisky-Tasting im Goode-Trüll-Huus, Ausstellungen im Rathaus und große Konzerte in der Marienkirche. Und solange die Zukunft des Kunst- und Kulturzirkels offen sei, denke niemand über neue Projekte nach.

Kritiker fordern weiterhin Verkauf statt Umbau

Doch auch wenn das wieder einsetzen würde, der Kunst- und Kulturzirkel hat auch bereits Vorgespräche mit den Gebrüdern Scheweling geführt, die eine neue Nutzung für die renovierten Räume im Packhaus der Mühle De Hoop suchen. Bei den Gesprächen sei zwar nichts vereinbart worden, so Kleen. „Wir sind auch kein Mühlenverein, der dort entsprechende Aufgaben übernehmen könnte, sondern kümmern uns um Kulturangebote.“ Aber die Räume seien sehr reizvoll.

Weiterhin kritisch sieht die Planungen für das Bahnhofsgebäude die Samtgemeinderatsgruppe BWG/SEB, CDU, BfB. Sie plädiert seit Längerem dafür, das Gebäude zu verkaufen. Damit würden nicht nur die Investitionskosten gespart, sondern auch die Kosten für die Unterhaltung des Gebäudes und den Betrieb.

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