Erinnerungsort in Emden Bunkermuseum eröffnet pünktlich zum Gedenktag
Vor allem aus Brandschutzgründen musste das Museum aufwändig saniert werden. Am 6. September eröffnet es wieder – zur Gedenkfeier an den dunkelsten Tag der Emder Stadtgeschichte.
Emden - Es ist wohl der beklemmendste Erinnerungsort an die Schrecken des Krieges in Ostfriesland – und hat angesichts der täglichen Gräuel in der Ukraine erschreckende Aktualität. Am Mittwoch, 6. September, dem Jahrestag der weitgehenden Zerstörung der Emder Innenstadt im Jahr 1944, öffnet das Bunkermuseum in der Seehafenstadt nach einer Sanierung wieder seine Türen.
Unter anderem musste unter hohem Aufwand eine Brandschutz-Treppe installiert werden. Die Arbeiten wurden jetzt, kurz vor der Eröffnung, abgeschlossen. In diesen Tagen muss der Bunker noch von Unmengen Baustaub befreit werden, wie Marten Klose vom Trägerverein auf ON-Anfrage mitteilte.
Alle Glocken der Stadt läuten zum Gedenken
Am 6. September soll dann alles fertig sein. Ab 17 Uhr beginnt eine Gedenkveranstaltung in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek, wie die Stadtverwaltung jetzt mitteilte. Nach Musik, einer ökumenischen Andacht und einer Ansprache von Oberbürgermeister Tim Kruithoff geht es im nahegelegenen Bunkermuseum weiter. Dort spricht Roswitha Franke vom Vorstand des Bunkermuseum-Vereins. Um 18.24 Uhr gibt es eine Schweigeminute, denn um diese Uhrzeit begann 1944 der alliierte Angriff auf Emden. Ab 18.45 Uhr läuten alle Emder Kirchenglocken. Das Bunkermuseum ist an diesem Abend bis 21 Uhr geöffnet.
Bei dem Flächenbombardement der alliierten Luftwaffe auf Emden am 6. September wurden innerhalb einer halben Stunde von 181 Bombern annähernd 18.000 Bomben geworfen. 46 Emder wurden getötet, 109 verletzt und 21.000 Einwohner wurden obdachlos.
„Herz der Stadt“ wurde am 6. September zerstört
Die gesamte Innenstadt innerhalb des Wallgürtels wurde fast vollständig zerstört. Darunter war das prächtige Renaissance-Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, das bis auf die Grundmauern niederbrannte und das „Herz der Stadt“ war.
Das Rathaus wurde in den 1960er-Jahren wieder aufgebaut und dient heute als Ostfriesisches Landesmuseum und Veranstaltungsort. Der 6. September hat sich als Tag der Erinnerung im kollektiven Gedächtnis der Stadt etabliert – zur Mahnung an die Schrecken des Krieges.