Schewelingsche Mühle  Nächste dringende Aufgabe wartet

| | 22.08.2023 22:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Packhaus ist laut Gundolf Scheweling nahezu fertig. Es fehlen nur noch die neuen Fenster und die Luke. Foto: Karin Böhmer
Das Packhaus ist laut Gundolf Scheweling nahezu fertig. Es fehlen nur noch die neuen Fenster und die Luke. Foto: Karin Böhmer
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Nach dem Packhaus muss an der Mühle De Hoop in Marienhafe die Kappe saniert werden. Und da ist Druck auf dem Kessel.

Marienhafe - Verschwunden sind die Gerüste, der erste Schritt zur Sanierung der Mühle De Hoop der Gebrüder Scheweling in Marienhafe ist gemacht. Das Mauerwerk des Packhauses am Mühlenloog ist ausgebessert, ein Giebel wurde in Abstimmung mit dem Denkmalschutz neu aufgemauert und das Dach völlig neu gemacht. Auch die Zwischendecke zum Obergeschoss wurde komplett erneuert. Nun fehlen laut Gundolf Scheweling, dem das Mühlenensemble zusammen mit seinem Bruder Torsten Scheweling gehört, nur noch die Luke und die Fenster.

Die Eigentümer der Mühle: Gundolf (links) und Torsten Scheweling beim Richtfest im Oktober 2022. Foto: Thomas Dirks
Die Eigentümer der Mühle: Gundolf (links) und Torsten Scheweling beim Richtfest im Oktober 2022. Foto: Thomas Dirks

Nicht nur am Packhaus wurde mit Mitteln aus dem Mühlenpool des Landkreises, in den die Gemeinde Marienhafe einzahlt, mit Mitteln aus dem Fördertopf der Dorfregion Brookmerland und aus Eigenmitteln der Familie das Dach erneuert. Auch das Dach des von Torsten Scheweling bewohnten Müllerhauses und das Dach einer Remise auf der Mühlenrückseite wurden neu gemacht.

Heftige Regengüsse werden doch zum Problem

Laut Gundolf Scheweling haben die bisher ausgeführten Arbeiten bereits insgesamt 290.000 Euro gekostet.

Und damit ist die Sanierung alles andere als erledigt. Der Achtkant, die Galerie, die Kappe und die Flügel müssen ebenfalls erneuert werden, wie der Marienhafer sagte. Am dringendsten sie dabei die Kappe, die eigentlich noch vor dem Winter in Angriff genommen werden müsse. Sie hat ein Loch, Regen dringt ins Innere der Mühle.

Die Kappe hat ein sichtbares Loch, durch das Regen eindringt. Foto: Karin Böhmer
Die Kappe hat ein sichtbares Loch, durch das Regen eindringt. Foto: Karin Böhmer

Das sei eigentlich kein Problem, sagen beide Schewelings. Die Mühlentechnik sei in gutem Zustand und in luftiger Höhe trockne alles schnell ab. Aber Regengüsse wie in den vergangenen Wochen seien dann doch zu viel, so Gundolf Scheweling. Wenigstens das Loch müsse bin zum Winter verschlossen sein. Das war ursprünglich schon im Rahmen der zurückliegenden Sanierung vorgesehen, wie es noch im vergangenen Oktober beim Richtfest geheißen hatte. Doch das hat nicht geklappt.

Abnehmen oder vom Steiger aus reparieren?

Wegen der Kappenreparatur haben die beiden Brüder nun Kontakt zum Hager Mühlenbauer Diedrich Schlachter aufgenommen. Ob die Kappe per Kran abgenommen und am Boden repariert werden muss oder ob die Reetdachdecker ihre Arbeit auch vom Hubsteiger aus erledigen können, stehe noch nicht fest, sagte Gundolf Scheweling.

Das Packhaus ist laut Gundolf Scheweling nahezu fertig. Es fehlen nur noch die neuen Fenster und die Luke. Foto: Karin Böhmer
Das Packhaus ist laut Gundolf Scheweling nahezu fertig. Es fehlen nur noch die neuen Fenster und die Luke. Foto: Karin Böhmer

Zunächst müsse die Finanzierung unter Dach und Fach gebracht werden, weshalb die Familie den Großheider Bürgermeister Fredy Fischer als Vertreter des Mühlenpools ansprechen möchte. Zudem müssten wohl im September noch weitere Anträge für den Fördertopf der Dorfregion gestellt werden. „Da ist Druck auf dem Kessel, das muss dringend passieren“, so Gundolf Scheweling.

Verein ist gegründet, aber eine Sache fehlt noch

Neben der Kappe muss in absehbarer Zeit auch der Achtkant neu mit Reet eingedeckt werden. Und die Galerie der Mühle mit Baujahr 1774 ist ebenfalls baufällig und muss ersetzt werden. Seitdem die Brüder die Mühle Anfang der 1980er gekauft haben, „haben wir keinen Pfennig Geld damit verdient“, so Gundolf Scheweling. Die Mühle habe ausschließlich gekostet.

So sah das Packhaus im vergangenen Oktober aus. Foto: Thomas Dirks
So sah das Packhaus im vergangenen Oktober aus. Foto: Thomas Dirks

Die Familie wolle sie aber unbedingt erhalten. Es sei zudem zur Unterstützung inzwischen ein Mühlen-Verein gegründet worden. Zwölf Unterschriften stehen laut Gundolf Scheweling unter der Gründungsvereinbarung – aber bislang fand sich kein Vorsitzender. „Die Verantwortung möchte keiner tragen“, so Scheweling.

Es gibt eine Reihe von Plänen: Die Mühle soll wieder zu besichtigen sein. Sie bietet laut Gundolf Schewelig die drei Antriebstechniken Wind, Diesel- und E-Motor unter einem Dach. Auch der neue Veranstaltungsraum will genutzt werden. Ideal als Kooperationspartner wäre ein Verein.

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