Bilanz nach Innenstadt-Sause Zehntausende feierten das Auricher Stadtfest
Bürgermeister Horst Feddermann zog eine positive Bilanz der Neuerungen. Er findet, die Veranstaltung habe heute „mehr Klasse“ als früher. Eine Sache wünscht er sich aber für nächstes Jahr.
Aurich - Zehntausende feierten am Wochenende das 46. Auricher Stadtfest. Nach Einschätzung von Bürgermeister Horst Feddermann war das Konzept mit vier Bühnen, dem neuen DJ-Tower und der integrierten Familienmeile erfolgreich. Feddermann und das Veranstaltungsteam gehen davon aus, dass mehr los war als im vergangenen Jahr, als es das erste Stadtfest nach zwei Jahren Corona-Pause war. „Es waren Menschenmassen auf den Beinen“, so Feddermann.
Das Wetter sei nicht zu kalt und nicht zu warm gewesen. „Der Regenschauer am Sonnabendnachmittag war fast ein wenig befreiend nach der dicken, schwülen Luft zuvor“, meinte Feddermann bei der Abschluss-Pressekonferenz am Sonntagmittag.
Umzug der Kindermeile erfolgreich
Der Umzug der Kinder- und Familienmeile vom Denkmalsplatz in die Fußgängerzone sei erfolgreich gewesen, sagte Jule Collmann vom Kulturamt der Stadt. „Es war voll und alle waren zufrieden, dass wir die Veranstaltung ins Zentrum gezogen haben.“ Die Einschulungsfeiern von rund 2000 ABC-Schützen im Landkreis Aurich am Vormittag tat dem Zuspruch kaum Abbruch. „Dass es Veranstaltungen gibt, die parallel laufen, wird sich nie ganz verhindern lassen“, betonte Feddermann.
DJ-Tower war Verbindung zwischen „funktionierenden Inseln“
Auch der DJ-Tower habe als neue Verbindung zwischen den zwei Bühnen auf dem Marktplatz und den zwei Bühnen in der Altstadt die frisch sanierte Fußgängerzone belebt, sagte Sandra Pfeiffer-Fecht. „Das war eine Verbindung zwischen funktionierenden Inseln. Die Burgstraße war sehr gut gefüllt“.
Der Flohmarkt-Standort auf dem Georgswall sei ebenfalls ein guter Kompromiss – nach dem Aus auf dem Hohen Wall aus Denkmalschutzgründen und dem kurzen, wenig beliebtem Umzug zur Arena.
Bürgermeister: „Stadtfest hat heute mehr Klasse als früher“
Die immer wieder geäußerte Kritik, das heutige Stadtfest falle deutlich hinter die Veranstaltung in früheren Jahrzehnten mit viel mehr Bühnen zurück, nimmt der Bürgermeister eher gelassen. „Es war eine andere Zeit in den 80er-Jahren. Wir waren gezwungen, es etwas kleiner zu machen. Ich glaube, dass es heute mehr Klasse hat. Das kann sich wirklich sehen lassen“, so Feddermann. Er wies daraufhin, dass mehr Bühnen einerseits mehr kosten, andererseits aber heute oft auch einfach das Personal dafür fehlt.
Jugendbühne könnte 2024 zurückkehren
Eine Sache, die sich Feddermann aber durchaus für das nächste Stadtfest 2024 wünschen würde, wäre die Rückkehr der früher beliebten Jugendbühne. „Es muss aber auch machbar sein“, so der Bürgermeister mit Blick auf den hohen Aufwand einer weiteren Bühne.
Viel Lob gab es vom Bürgermeister und den Veranstalterinnen für den Betriebshof. Dessen Mitarbeiter fingen bereits um sechs Uhr morgens mit dem Aufräumen an – und am späten Vormittag waren kaum noch Spuren der Innenstadt-Sause zu sehen.
Größere Zwischenfälle gab es laut den Veranstaltern nicht. Einzig eine Rohrverstopfung im Toilettenwagen an der Markthalle sorgte am Sonnabend gegen 22 Uhr für Unmut. Laut Pfeiffer-Fecht war der Schaden aber innerhalb weniger Minuten behoben.
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