Torreiches Derby  Großefehn dreht nach Gewitter gegen Aurich auf und siegt deutlich

| | 20.08.2023 14:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
SVG-Mittelfeld Tobias Hillers (Zweiter von rechts) hatte zum 1:1 getroffen und seine Mitspieler bedankten sich bei ihm.
SVG-Mittelfeld Tobias Hillers (Zweiter von rechts) hatte zum 1:1 getroffen und seine Mitspieler bedankten sich bei ihm.
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Beim Derby zwischen SVG und SpVg waren eine Halbzeit beide Teams gleichwertig. Im zweiten Durchgang schoss aber nur noch eine Mannschaft die Tore.

Großefehn – Eine Halbzeit lang begegneten sich die Fußballbezirksligisten SV Großefehn und SpVg Aurich am Sonnabendnachmittag auf Augenhöhe. Mit einer knappen 3:2-Führung der Fehntjer ging es in die Kabine. In der Pause entlud sich über dem Fehntjer Mühlenstadion ein kräftiges Gewitter. Energie, die die Offensivkraft der Gastgeber befeuerte. Nach dem Abpfiff feierte der SVG einen 6:2-Erfolg. Für die SpVg Aurich ein deftiger Schlag in die Magengrube. Eine bittere Niederlage, trotz einer respektablen Leistung.

Im ersten Durchgang jubelten die Auricher Spieler den Führungstreffer von Kim-Bastian Schoolmann (Mitte).
Im ersten Durchgang jubelten die Auricher Spieler den Führungstreffer von Kim-Bastian Schoolmann (Mitte).

Nicht nur der Auricher Trainer Uwe Groothuis fand, dass die Niederlage um einige Tore zu hoch ausgefallen sei. Auch die Fehntjer Anhänger bescheinigten den Gästen für ihren couragierten Auftritt eine klasse Leistung.

Auftakt zum munteren Toreschießen

Die bereits zu Beginn des Spiels aufblitzte, als die Fehntjer zwar den Ball führten und im Mittelfeld Pluspunkte für ihr spielerisches Übergewicht sammelten, aber Aurich ordentlich verteidigte und auf Nadelstiche setzte. So wie von Kapitän Marco Mouzong (16.), der auf der rechten Seite seinem Bewacher Thomas Dirks enteilte und den Ball quer in den Fehntjer Strafraum auf Kim-Bastian Schoolmann legte. Der 19-Jährige bedankte sich mit dem Führungstreffer für die SpVg. Nur kurze Zeit später ließ der Auricher Yahya Berete das 2:0 für die Gäste aus. Sein Schuss aus spitzem Winkel verpasste nur knapp das Gehäuse der Heimelf. Eine verpasste Möglichkeit der SpVg, weitere sollten noch folgen.

Der Auricher Yahya Berete (vorne) schirmte den Ball gegen den von hinten agierenden Fehntjer Holger Wulff ab. Fotos: Helmut Vortanz
Der Auricher Yahya Berete (vorne) schirmte den Ball gegen den von hinten agierenden Fehntjer Holger Wulff ab. Fotos: Helmut Vortanz

Die Chancenverwertung war ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Teams. Wie Toreschießen ging, zeigten die Fehntjer in den folgenden Minuten. Tobias Hillers (19.) besorgte kurz nach der Auricher Führung den Ausgleich mit einem Schuss aus dem Gefühl heraus. Zuvor hatten bereits zwei Mannschaftskollegen nach dem Ball gestochert. Die Auricher Abwehr vereitelte jeweils den Treffer, bis dann Hillers im dritten Versuch erfolgreich war. Erfolgreich war auch Lennard Martens (25.), der einen klasse Heber von Sven Adam an die Strafraumgrenze annahm und maßgenau den Ball aus spitzem Winkel die Maschen des Auricher Tores jagte. 2:1 - Großefehn führte und die Fußballwelt der meisten rund 180 Zuschauer war wieder in Ordnung. Nicht lange, denn die SpVg Aurich steckte nicht auf, setzte weiter auf Angriffe über die Flügel. So auch in der 36. Minute, als Syed Adebiyi an der Seitenlinie entlang bis zur Grundlinie flitzte und Luca Ahrens bediente, der von der 16-Meterlinie abdrückte und zum 2:2 traf. Den Zuschauern gefiel das unterhaltsame Spiel und muntere Toreschießen.

Blitz und Donner in der Pause

Knapp zwei dutzend Auricher Anhänger hatten sich auf den Weg ins Mühlenstadion gemacht. Sie waren bis dahin auf ihre Kosten gekommen, aber sie sollten keine weiteren Tore ihrer Mannschaft mehr bejubeln dürfen. Für das Toreschießen war fortan der SV Großefehn zuständig. Tom Böhling markierte in der Schlussphase der ersten Hälfte den 3:2-Führungstreffer für den SVG. Zugleich der Pausenstand. Kurz vor dem Pausenpfiff entluden sich Wolken über dem Stadion. Ein Starkregen prasselte nieder, garniert mit Blitzen und Donnergrollen. In der Sprecherkabine rund um Heinz-Erich Buss wurde spekuliert, ob Schiedsrichter Ole Onneken die Partie zur zweiten Hälfte anpfeifen würde. Der Regen ließ nach und das Gewitter hatte sich entladen. Mit einigen Minuten Verzögerung pfiff Onneken das Spiel an.

Zu Beginn der zweiten Hälfte lockerte Aurich seinen Abwehrverband und verstärkte seine Angriffsbemühungen. Ziel war das 3:3. Kapitän Mouzong (54.) hatte den dritten Treffer der SpVg auf dem Fuß, als sein Schuss mit einer tollen Parade von SVG-Torwart Timo Kuhlmann entschärft wurde. Besser machte es SVG-Angreifer Alexander Geis. Er beendete eine sehenswerte Kombination der Fehntjer nach einer mustergültigen Vorlage von Martens zum 4:2.

Auricher Abwehr gerät ins Schwimmen

Da war der Deckel drauf, hieß es später aus dem Auricher Lager. Die Gäste stecken nicht auf, sie blieben noch bis zum Schlusspfiff gefährlich, aber die Tore fielen auf der anderen Seite. Immer dann, wenn sich den Großefehntjern Räume auftaten, und diese schnell überbrückt wurden, dann geriet die Auricher Abwehr ins Schwimmen. Der SVG bedankte sich dafür noch mit zwei weiteren Toren zum 6:2-Endstand.

SVG-Trainer Bi Le Tran sah Licht und Schatten. Er meinte: „Wir wollten bestimmt keine zwei Gegentore, aber in der ersten Hälfte waren wir einfach zu hektisch. In der zweiten Hälfte war die Ruhe und Übersicht da und wir haben getroffen. Darüber freue ich mich.“

Traurig und ohne Lohn verließen die Auricher den Rasen. Angefasst, aber in der Sache analytisch, sagte SpVg-Trainer Groothuis: „Die erste Hälfte hat mir gut gefallen. In der zweiten Halbzeit standen wir zu offen. Die Gegentore waren zu einfach.“

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