Auricher Schwimmbad Polizei zweimal im „De Baalje“ im Einsatz
Mitarbeiter wurden in einem Fall beleidigt, in einem zweiten sogar angegriffen. Ein Sicherheitsdienst ist nun verstärkt vor Ort.
Aurich - Zweimal musste die Polizei in den vergangenen drei Wochen in das Auricher Schwimmbad „De Baalje“ ausrücken. Wie Polizeisprecherin Wiebke Baden den ON auf Nachfrage bestätigte, war der erste Einsatz am Sonntag, 23. Juli. Eine Familie mit zwei Kindern hatte Mitarbeiter des Bades offenbar so schwer beleidigt, dass diese die Polizei zu Hilfe riefen.
Wenige Tage später – am Freitag, 28. Juli – kam es laut Baden sogar zu einem Angriff auf einen Mitarbeiter des Bades. Es seien Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen einen 31-jährigen Bad-Besucher eingeleitet worden. Die Auseinandersetzung mit dem Schwimmmeister habe sich daran entzündet, dass dieser den Badegast auf das Verbot hingewiesen habe, im Badbereich zu fotografieren. Nach ON-Informationen wurde der Mitarbeiter im Bereich des Halses angegriffen. Es waren mehrere Polizisten vor Ort.
Schwerpunkt der Tour im Bad
Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann wollte sich mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht im Einzelnen zu den Vorfällen äußern. „Aber ich kann nicht verstehen, warum man sich klaren Anweisungen des Personals widersetzt.“
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Erst vor wenigen Wochen hatte die Stadt veranlasst, dass der Sicherheitsdienst, der zu bestimmten Zeiten auf dem Georgswall und am Hafen patrouilliert, auf seinem Weg auch im Bad vorbeischaut. Nun sei in der Reaktion auf die beiden Vorfälle beschlossen worden, dass der Sicherheitsdienst stärkere Präsenz im Bad zeige, so Feddermann. Er werde nun einen Schwerpunkt seiner Tour auf das Bad legen. Dies passiere weiterhin vor allem präventiv, aber nun aus gegebenem Anlass. Diese stärkere Präsenz solle dabei für die Badegäste völlig im Hintergrund bleiben. „Wir wollen, dass die Gäste in Ruhe schwimmen und Spaß haben können und das Personal in Ruhe seine Arbeit machen kann“, so Feddermann.
Bürgermeister: Klare Grenzen
Es habe schon immer Fälle gegeben, in denen die Stadt nach kleineren Auseinandersetzungen tageweise Hausverbot verhängt habe, sagte Bürgermeister Horst Feddermann. Meist seien Hakeleien auf dem Badgelände aber nach einer klaren Ansage des Bad-Personals erledigt gewesen. Inzwischen kämen Zwischenfälle leider etwas häufiger vor. Es gehe dabei weniger um Probleme zwischen Gästen als darum, dass Besucher sich gegen Mitarbeiter wenden.
Die Devise der Stadt sei klar: „Wer sich an Regeln partout nicht halten will, fliegt raus“, so Feddermann: „Wir wollen keine Zustände wie in Berlin.“ Damit spielt der Bürgermeister auf die Randale in Berliner Freibädern an, die in diesem Sommer für Schlagzeilen sorgten. Sie seien ursprünglich der Auslöser für die präventiven Kurzbesuche des Sicherheitsdienstes im Baalje gewesen, so Feddermann. Auch in den beiden Fällen mit Polizeieinsatz seien Hausverbote ausgesprochen worden, so Feddermann – und zwar für mehr als nur ein paar Tage.
Security setzt vorerst Schwerpunkt auf Bad
Besucher sollten in Ruhe ihren Aufenthalt im Bad genießen können – und das funktioniere auch seit Jahren gut, betonte Feddermann. Die Vorfälle seien nun passiert, aber die absolute Ausnahme. Aus diesem gegebenen Anlass werde die Stadt nun verstärkt präventiv arbeiten.
Und was kostet der Spaß? Laut Feddermann ist der Einsatz des Sicherheitsdienstes keine Summe, die den Haushalt des Bades komplett verändert. Aber natürlich wirke sich dies auf die Kostenstelle im Haushalt aus. Es würden aber wegen des Einsatzes des Sicherheitsdienstes gewiss nicht gleich die Preise angehoben.
Zum Jahresende soll allerdings generell auf die Kartenpreise geguckt werden, sagte der Bürgermeister. Die Kosten für Energie und das Personal seien gestiegen. Inwieweit sich das auf die Eintrittspreise auswirken muss, müsse geprüft werden.