Fußball-Bezirkspokal  Wallinghausen verliert Pokalspektakel gegen Großefehn

| | 10.08.2023 15:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im ersten Durchgang gab es für die Spieler des SV Wallinghausen (grün) kein Durchkommen. Großefehn stand tief und geschlossen und setzte den Gastgebern mit überfallartigen Angriffen zu. In der zweiten Hälfte übernahmen dann die Grün-Weißen das Kommando. Foto: Wilfried Gronewold
Im ersten Durchgang gab es für die Spieler des SV Wallinghausen (grün) kein Durchkommen. Großefehn stand tief und geschlossen und setzte den Gastgebern mit überfallartigen Angriffen zu. In der zweiten Hälfte übernahmen dann die Grün-Weißen das Kommando. Foto: Wilfried Gronewold
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Weshalb der SVW nach dem 0:3-Pausenstand gegen Großefehn im zweiten Durchgang das Spiel fast noch gedreht hätte. Die wilde Schlussphase hielt die Zuschauer in Atem.

Wallinghausen - Ein Spektakel zelebrierten die Fußballer von Wallinghausen und Großefehn am Mittwochabend im Bezirkspokal. Die Fehntjer zogen am Ende nach einem 3:2-Erfolg bei den Grün-Weißen in die nächste Runde ein. Dort treffen sie am kommenden Mittwoch auf den Landesligaaufsteiger TuS Esens.

Mit etwas Glück hätte auch Wallinghausen die zweite Runde erreichen können. Die Mannschaft von Ewald Mühlenbrock war beim 0:3-Pausenstand erledigt und am Boden. Doch mit dem Wiederanpfiff gelang die Wiederbelebung. Mit Folgen. Der SVW verkürzte den Rückstand und hatte in der Schlussphase dicke Möglichkeiten, um das Spiel noch zu drehen.

Zum Auftakt entschlossene Fehntjer

Rund 210 Zuschauer sahen von Anfang an eine verunsicherte und zögerliche Heimelf, deren Latein an der Mittellinie zu Ende war. Großefehn stand tief und geschlossen. Die Gastgeber fanden kaum Anspielstationen im Mittelfeld. Und so blieben gefährliche Angriffsaktionen aus. Die waren den quirligen und antrittsschnellen Fehntjern vorbehalten. Dabei stach ein Spieler heraus. Alexander Geis explodierte immer dann, wenn er in Strafraumnähe den Ball verortete und eine Chance witterte. So wie in der 9. Minute, als er gleich zwei Verteidiger stehen ließ, mit dem Ball am Fuß in den Strafraum eilte und abdrückte.

Großefehn führte, SVG-Trainer Bi Le Tran blickte wohlwollend von der Seitenlinie und sein Gegenüber Ewald Mühlenbrock erschrak, wegen der stümperhaften Abwehr seiner Defensivmänner. Wie einfach die Wallinghausener Defensive zu knacken war, zeigte nur wenige Minuten später eine Ecke der Fehntjer. Tobias Hillers schlug den Ball in den Strafraum und mutterseelenallein schraubte sich SVG-Angreifer Tom Böhling hoch und rammte den Ball per Kopf ins Netz. 0:2 nach rund 15 Minuten.

SVW drohte Fiasko

Den harmlosen Wallinghausenern drohte ein Fiasko. Auch deshalb, weil die Angreifer im ersten Durchgang nicht zum Zuge kamen. Symptomatisch für die Angriffsflaute war ein Schussversuch von Marvin Dahlke aus der zweiten Reihe. Der Ball flog weit, weit übers Gästetor in die Baumwipfel. Als dann auch noch Geis (37.) zum zweiten Mal zuschlug und auf 3:0 für die Gäste erhöhte, da war für viele Besucher der Deckel drauf und der Sieg der Fehntjer beschlossene Sache. Mit der 0:3-Bürde schlichen die Grün-Weißen in die Kabine. Nun ist der Wallinghausener Trainer Mühlenbrock keiner, der ein Spiel wegschenkt. Er nahm seine Mannschaft in die Pflicht und polterte laut in der Kabine. Ein Weckruf mit Konsequenzen. Er stellte sein Team um. Mit Tilko Trebesch und Kedin Muwenge verstärkte er die Offensivkraft. Die Mannschaft verstand, kam wie ausgewechselt aus der Pause. So als hätte sie einen Zaubertrank getrunken. Mühlenbrock wird nach Spielschluss sagen: „Wir wollten mehr Druck machen. Das fruchtete. Wir bekamen Chancen und trafen.“

Den Anfang machte Lukas Günsel (48.) mit einer feinen Aktion im Strafraum. Er hob den Ball ins Tor. Ein Treffer, der Wallinghausen Mut machte und fortan die Richtung vorgab: Im Vorwärtsgang auf den Fehntjer Strafraum zu. Der Offensivdrang wurde belohnt. Der eingewechselte Trebesch (73.) köpfte den Anschlusstreffer zum 2:3.

Wilder Kick zum Schluss

Es entbrannte eine wilde Schlussviertelstunde. Wallinghausen warf fast alle Kräfte nach vorne und hatte den Ausgleich auf dem Fuß oder Kopf. Trebesch, Tammo Ackermann und Dahlke verpassten den dritten Treffer. Entweder zielten sie schlecht oder fanden in SVG-Torwart Hendrik Weißling ihren Meister. Zum Haareraufen für die SVW-Verantwortlichen und Fans.

Selbst in der Nachspielzeit lag der Ausgleich noch in der Luft, als der eingewechselte Frank Löning aus kurzer Entfernung den Ball neben das Tor setzte. Großefehn überstand die Sturm- und Drang-Zeit des Gegners und hatte auch noch die eine oder andere Konterchance.

Es blieb beim knappen Erfolg der Gäste und der Einsicht des SVG-Trainers Le Tran: „Zum Glück hatten wir bis zur Pause das 3:0 vorgelegt. Wer weiß, wie es sonst ausgegangen wäre. Man merkte gut, dass uns viele Spiele noch in den Knochen stecken.“ Mühlenbrock bekannte: „Ich war erschrocken, wie die ganze Mannschaft in der ersten Hälfte aufgetreten ist. Körperlos und ohne Anspannung. Fast wie ein Charity-Spiel. Nach der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte konnte ich dann doch noch gut einschlafen.“

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