Im April 2024 in Aurich  Direkte Gespräche statt Internet auf neuer Jobmesse

| | 10.08.2023 13:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Sie stellten die neue Jobmesse vor (von links): Jörg Harms (Handwerkskammer), Jens Stagnet (Ems-Achse), Bürgermeister Horst Feddermann, Landrat Olaf Meinen, die Veranstalter Martin Vorwerk und Norbert Schute-Lübken (beide Haug Messen) sowie Andreas Rügner (IHK). Foto: Romuald Banik
Sie stellten die neue Jobmesse vor (von links): Jörg Harms (Handwerkskammer), Jens Stagnet (Ems-Achse), Bürgermeister Horst Feddermann, Landrat Olaf Meinen, die Veranstalter Martin Vorwerk und Norbert Schute-Lübken (beide Haug Messen) sowie Andreas Rügner (IHK). Foto: Romuald Banik
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Firmen aller Branchen suchen händeringend Fachkräfte. Bewerber haben die Qual der Wahl. Ein neues Forum, um zueinanderzufinden, soll es im Frühjahr in der Arena geben.

Aurich - Wer auf der Suche nach einem Job direkte Gespräche mit Vertretern von 90 ostfriesischen Firmen führen kann, der kommt womöglich auf andere und mitunter bessere Ideen, als derjenige, der sich lediglich im Internet durch Stellenanzeigen auf Jobportalen klickt. Und angesichts des allgegegenwärtigen Fachkräftemangels dürfte die erste Jobmesse Ostfriesland, die am 26. und 27. April 2024 in der Auricher Sparkassen-Arena stattfindet, auch für die Firmen ein reizvolles neues Angebot sein.

Im Oldenburger Münsterland richtet die Firma Haug Messen die Jobmesse bereits seit mehreren Jahren aus. Mittlerweile sind 220 Aussteller beteiligt, berichtete Firmeninhaber Martin Vorwerk bei einem Pressegespräch. Was in Cloppenburg und Vechta schon funktioniert und in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, soll nun auch in Aurich etabliert werden.

Ziel: „Who is who“ der ostfriesischen Wirtschaft

Vorwerks Firma war auch Veranstalter der traditionsreichen Weser-Ems-Ausstellung, die eigentlich in diesem Mai stattfinden sollte, aber wegen mangelnden Interesses der Firmen abgesagt werden musste.

Direkt nach der Absage habe man die ersten Firmen für die neue Jobmesse angesprochen, berichtete Vorwerk. Einige feste Zusagen gebe es bereits, etwa vom Leinerstift. Insgesamt ist laut Vorwerk in der Arena Platz für rund 90 Aussteller. Der Messemacher ist sicher: „Die Arena zu füllen wird relativ schnell gehen. Es soll ein bunter Mix von Branchen werden, von Banken über Einzelhandel und Pflege bis zu Industrie. Ein Who is Who der ostfriesischen Wirtschaft.“

Ein „lockeres Forum“

Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann betonte: Die Sparkassen-Arena sei seit Jahren ein beliebter Messestandort. „Die Jobmesse ist eine gute Ergänzung zur richtigen Zeit.“ Es gebe viele Arbeitgeber, die Mitarbeiter suchen und umgekehrt immer noch genügend Jobsuchende. „Sie müssen nur zueinander finden“, ist Feddermann überzeugt. Dafür sei ein „lockeres Forum“ wie eine Messe deutlich besser geeignet als eine Stellenanzeige.

Das bestätigte auch Jörg Harms von der Handwerkskammer Ostfriesland in Aurich, die zu den Messepartnern gehört. „Es ist ein Forum, von man sich von Angesicht zu Angesicht begegnet.“ Man komme mitunter auf ganz andere Ideen, wenn man durch die Halle mit den Ständen flaniert und direkte Gespräche führt als wenn man sich nur im Internet informiere, ist Harms überzeugt.

Landrat: „Überall ist Not am Mann“

Der Auricher Landrat Olaf Meinen betonte, wie groß das Problem des Fachkräftemangels derzeit in allen Bereichen sei – von der Verwaltung über die Industrie bis zum Handwerk. „Nicht das Geld ist das Problem, sondern die Ressource Mensch. Überall ist Not am Mann.“ Er verwies auf die großen Aufgaben wie die Energiewende. „Aber wo sollen all die Leute herkommen, die das umsetzen?“

Der Landrat kritisierte zugleich die Bundespolitik. „Wir haben vor 20 Jahren schon gewusst, dass das kommt.“ So habe man es im Bund zum Beispiel versäumt, ein vernünftiges Zuwanderungsgesetz für Fachkräfte zu machen. Und Meinen warnte angesichts der nun bald in Rente gehenden geburtenstarken Jahrgänge: „Der Mangel wird an Dynamik und Dramatik noch deutlich zunehmen.“ Veranstaltungen wie die neue Jobmesse seien ein erster Schritt, das Problem zu bearbeiten. „Aber wir können nur an den Symptomen rumdoktern. Die Rahmenbedingungen müssen andere schaffen“, so Meinen.

Messe startet schon am Freitag

Die Messe findet ganz bewusst an einem Freitag und Sonnabend statt nur am Wochenende statt. Und zwar, damit die Schulen, von denen mehrere große im direkten Umfeld der Arena liegen, die Möglichkeit zum Besuch nutzen können. Alle Schulen aus dem Kreisgebiet werden eingeladen.

Die Jobmesse ist für alle Interessierten geöffnet und kostenlos. Die Öffnungszeiten sind am Freitag, 26. April, von 8.30 bis 15 Uhr sowie am Sonnabend, 27. April, von 10 bis 15 Uhr.

Weitere Informationen und die Anmeldemöglichkeit gibt es im Internet unter www.jobmesse-ostfriesland.de oder unter Tel. (04475)9276613.

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