Kitas in Südbrookmerland  Moordorfer Containerkrippe ist Geschichte

| | 09.08.2023 19:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit einem Kran werden die Container angehoben und auf Lastwagen verladen. Foto: Frank Süßen
Mit einem Kran werden die Container angehoben und auf Lastwagen verladen. Foto: Frank Süßen
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Eine Fachfirma hat am Mittwoch mit dem Abbau der Moordorfer Container-Krippe begonnen. Was mit der Fläche passiert und warum sich eine einst umstrittene Entscheidung als richtig entpuppt.

Moordorf - Fast vier Jahre lang haben sie der Moordorfer DRK-Kita als Krippe gedient, nun werden sie abgeholt: Am Mittwoch begann eine Fachfirma damit, die 22 Container vom Gelände der ehemaligen Haupt- und Realschule abzuholen. Eine damals umstrittene Entscheidung entpuppt sich dabei heute als die Richtige.

Vor dem Hintergrund einer riesigen Versorgungslücke bei den Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren hatte die Politik im Spätsommer 2018 beschlossen, auf dem Gelände der ehemaligen Haupt- und Realschule (HRS) in Moordorf eine „Containerkrippe“ einzurichten. Im Jahr darauf entstand die Anlage als Provisorium. So sollte die Zeit für die Umbauarbeiten im HRS-Gebäude überbrückt werden. Platz für zwei Krippengruppen mit jeweils 15 Plätzen wurde geschaffen. Die Trägerschaft übernahm das DRK. Mittlerweile ist die Krippe in die neuen Räume in der alten HRS eingezogen. Seit Mai stehen die Container leer. Den Mietvertrag hatte die Gemeinde laut Frank Süßen vom Bauamt bereits zum 30. April gekündigt, aber erst jetzt rückten die Eigentümer an, um ihre Container abzuholen.

Was aus der Fläche werden soll

Höchste Zeit, wie Frank Süßen sagt. Die Fläche, auf der die Container standen, wird nämlich dringend für das nächste Provisorium benötigt. Demnächst sollen nämlich auch die Moordorfer Kindergartenkinder in die neuen Räume in der ehemaligen HRS umziehen. Für sie steht aber bislang noch kein Außenbereich zur Verfügung. Der soll mittelfristig dort entstehen, wo bislang noch das alte Kindergartengebäude entsteht. Bis dieses abgerissen und der neue Spielplatz gestaltet ist, geht es zum Toben und Spielen auf die jetzige Container-Fläche, die dafür in den nächsten Wochen hergerichtet wird. Mit dem Abriss des Kindergartengebäudes soll voraussichtlich im September begonnen werden.

Laut Süßen haben die Container ihre besten Jahre mittlerweile hinter sich. So seien die Fußböden mittlerweile marode. „Da tritt man beinahe durch“, so Süßen.

FWG wollte Container kaufen statt mieten

Damit entpuppt sich nun auch eine Entscheidung als die Richtige, die 2018 noch umstritten war. Seinerzeit hatte sich das Mehrheitsbündnis aus SPD und CDU gegen einen FWG-Vorstoß gesträubt. Statt die Container zu mieten, wollte die FWG die Container lieber kaufen. Nach der Nutzung als Krippe hätten die Container ihrer Meinung nach anders genutzt werden können. Die Vorschläge reichten von einer Sanitäranlage am Großen Meer, über Ferienunterkünfte, bis hin zu einer weiteren Nutzung im Kita-Bereich. Die Verwaltung hatte seinerzeit den Kauf geprüft. Kostenpunkt: 550.000 Euro zuzüglich Instandhaltung, Lagerung und Transport. Wie jetzt klar ist, wären wohl auch noch Entsorgungskosten dazugekommen. Zum Vergleich: Für die letztlich umgesetzte Mietlösung musste die Gemeinde insgesamt etwa 430.000 Euro zahlen. Gestellt hatte den FWG-Antrag seinerzeit der heutige Südbrookmerlander Bürgermeister Thomas Erdwiens. Der räumte im Gespräch mit den ON nun ein, dass die Container wohl „sehr gelitten“ hätten.

Bürgermeister hofft auf Ende der Container-Ära

Erdwiens hofft nun, dass die Container-Zeit in der Südbrookmerlander Kita-Landschaft langsam endet. In Neu-Ekels gibt es aktuell noch ein solches Provisorium, bis der dort geplante Kita-Neubau fertiggestellt ist. Und in Moordorf spielen Krippenkinder im Zuge der Erweiterung der Kita „Moordörper Nüst“ aktuell noch in Containern. Danach, so hofft Erdwiens, werde die Gemeinde bei der Kinderbetreuung aber gut aufgestellt sein.

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