Fußballbezirksliga Middelser Trainer ist ein Freund klarer Ansagen
Weshalb der neue Middelser Coach Tobias Ryl nichts von Floskeln hält und auf eine Zahl schwört. Er glaubt nicht nur an die Qualität im Team
Middels – Der neue Middelser Trainer Tobias Ryl hält nicht viel davon, von der Seitenlinie aus irgendwelche Floskeln ins Spiel zu schreien. „Das bringt nichts“, sagt der 37-Jährige im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten und ergänzt: „Ich versuche konkrete Anweisungen zu geben, damit der Spieler weiß, was zu tun ist.“
Ryl weiß, wovon er spricht, denn er hat als Rechtsaußen und später als Innenverteidiger selber Erfahrungen auf dem Platz mit unkonkreten Ansagen der Trainer gemacht.
Seit Beginn der Saison gibt Ryl die Kommandos bei den Gelb-Schwarzen. Zuvor hatte ihn sein Vorgänger Bruno Mönck nach der Winterpause als Kotrainer geholt. Mönck gab sein Amt zum Saisonende auf und Ryl übernahm (die ON berichteten). Ryl wurde in der Hansestadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern geboren. Er machte sich als Verteidiger beim Greifswalder SC in der U19 einen Namen. In Ostfriesland spielte er mehrere Jahre beim SV Wittmund. Dort trug er als Kapitän die Rückennummer sieben. Seine Lieblingszahl.
Auf der Suche nach besseren Lösungen
Er bezeichnet sich als fußballabergläubisch und als jemand, der stetig nach besseren Lösungen sucht. Auch deshalb, weil er ungern Spiele verliert. So wie im Viertelfinale beim Ostfriesland-Cup, als seine Mannschaft eine 3:1-Führung gegen Landesligaaufsteiger TuS Esens noch aus der Hand gab. Middels kassierte drei Handelfmetertore in der regulären Spielzeit und zog im anschließenden Elfmeterschießen den Kürzeren. Eine bittere Pille, die die Mannschaft aber zum Start in die Bezirksligasaison schon wieder verarbeitet hat.
Middels gelang zum Auftakt ein 2:1-Erfolg beim SV Holtland. Drei Punkte, die Ryl Freude bereiteten. Er bilanzierte: „Die Mannschaft hat diszipliniert gespielt und ist als Einheit aufgetreten. Wir haben vieles richtig gemacht“, so der Trainer. Aber es gab auch Schwachstellen, die er der Mannschaft zu Beginn der Woche beim Training vortrug. „Acht Chancen und nur zwei Tore, daran müssen wir noch arbeiten“, kritisierte Ryl die unzureichende Ausbeute vor dem gegnerischen Tor. Ebenso hatte er sich an einigen Stellen „mehr Tempo und Mut“ gewünscht. Daran kann sich Middels in der zweiten Runde im Bezirkspokal am Mittwochabend gegen den Landesligisten GW Firrel abarbeiten. Eine interessante Partie mit einem hochklassigen Gegner, so Ryl und versprach: „Wir werden mutig aufspielen.“ Klingt nach Attacke gegen Firrel, die sich in Runde eins beim Fußballbezirksligisten TuS Pewsum 3:0 durchsetzten. Middels hatte in der ersten Pokalrunde ein Freilos.
Oberes Drittel lautet das Saisonziel
Das Hauptaugenmerk liegt aber für die Verantwortlichen auf der Punktspielrunde in der Bezirksliga. Sein Vorgänger beendete seine einjährige Amtszeit mit Platz sechs. Daran misst sich auch Ryl. „Klar, Platz sechs und besser, also im oberen Drittel“, lautet sein Motto. Der Anfang sei gemacht, aber noch sei es viel zu früh für eine Standortbestimmung, gibt Ryl zu bedenken. Nach dem fünften Spieltag könne man sehen, wohin die Reise gehen werde. Bis dahin stehen drei Heimspiele (FC Norden, TuS Hinte und Germania Leer) sowie die Auswärtspartie beim SV Jheringsfehn an. Er lobt die Qualität im Kader der Gelb-Schwarzen und die Mischung aus jungen und routinierten Spielern. Zu den Routiniers zählt auch Manuel Menzel, der nach seiner längeren Knieverletzung nun wieder einsatzfähig ist. Das gilt noch nicht für Mittelfeldspieler Amar Karan, der ebenfalls wegen einer Knieverletzung noch pausieren muss.
Der Weg zum Trainingsplatz in Middels ist für Ryl nicht weit. Er wohnt mit seiner fünfköpfigen Familie in Ardorf. Dort fühlt sich der Berufsoffizier des Heeres pudelwohl.
Fußball hat für Ryl einen hohen Stellenwert. Auf dem Kalender stehen pro Woche drei Trainingseinheiten mit den Middelser Herren. Dazu gesellt sich ab Anfang September wieder sein Einsatz als DFB-Nachwuchstrainer am Stützpunkt in Jever.