500-Millionen-Projekt in Emden Planung der EWE-Wasserstoff-Fabrik verzögert sich
Eigentlich sollte dieses Jahr Baustart auf dem Borssumer Hammrich sein. Doch es fehlt noch eine Zusage der Europäischen Union.
Emden - Es soll eine der größten Wasserstoff-Produktionsanlagen Deutschlands werden, in die der Energiekonzern rund eine Milliarde Euro investieren will. Doch der Planungsprozess für den 320-Megawatt-Elektrolyseur im Borssumer Hammrich bei Emden verzögert sich. Zwar werde die Förderung durch die Europäische Union seit 2022 in einem sogenannten Notifizierungsverfahren geprüft, teilte EWE-Sprecher Dietmar Bücker auf ON-Anfrage mit. Doch: „Dieser Prozess verzögert sich aufgrund des Umfangs der Projekte und Ressourcenengpässen auf der Seite der EU-Kommission.“ Aktuell gebe es keine verbindliche Aussage, wann der Prozess abgeschlossen sein wird, so der Sprecher. Die EWE rechne aber bis Ende des Jahres mit einer Rückmeldung. Vor Bestätigung einer Förderung könne keine Investitionsentscheidung für das angekündigte Projekt getroffen werden.
Um den Zeitplan nicht zu gefährden, würden aber bereits erste mögliche Arbeitspakete, wie Genehmigungs- und Vergabeplanung, bearbeitet, so der EWE-Sprecher.
Infrastruktur macht Emden zum idealen Standort
Wie berichtet sollte eigentlich noch dieses Jahr Baubeginn am Wykhoffweg im Borssumer Hammrich sein. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant, wie EWE-Vorstandschef Stefan Dohler im Oktober 2022 bei einer großen Präsentation in Emden verkündete. Das Projekt sei mit einer halben Milliarde Euro das bislang größte Einzelprojekt der EWE überhaupt. Ostfriesland und der Standort Emden seien mit den nahen Stromleitungen und Offshore-Umspannwerken von Tennet, dem Seehafen und Kavernenspeichern geradezu ideal für das Projekt. Der Auricher Landrat Olaf Meinen sprach von einem „Start für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Ostfriesland“.
Außerdem will der norwegische Energiekonzern Statkraft am Emder Kraftwerk im Hafen einen weiteren Elektrolyseur bauen - zunächst mit einer Leistung von zehn Megawatt, später in noch größerem Maßstab.