Fahrzeuge aufgebrochen  Vielfacher Werkzeugdieb vor Gericht

| | 31.07.2023 19:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Werkzeuge im Wert von fast 9000 Euro wurden im Juli 2021 in Victorbur geklaut – allerdings von einer anderen Marke. Foto: DPA
Werkzeuge im Wert von fast 9000 Euro wurden im Juli 2021 in Victorbur geklaut – allerdings von einer anderen Marke. Foto: DPA
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Im Sommer 2021 wurden bei mehreren Südbrookmerlander Firmen Fahrzeuge aufgebrochen. Deswegen saß ein 54-Jähriger nun auf der Anklagebank. Er ist allerdings schon in Haft.

Südbrookmerland/Aurich - Im Sommer 2021 ging es Schlag auf Schlag. Alle paar Tage meldete die Polizei, dass Unbekannte auf Firmengeländen Werkzeuge gestohlen hatten. Mehrere Georgsheiler Betriebe meldeten Diebstähle. Auch in Victorbur und Upgant-Schott stießen Handwerker auf aufgebrochene Autos und fehlendes Werkzeug.

Am Montag stand nun ein 54-Jähriger vor dem Auricher Amtsgericht. Gegen ihn war wegen besonders schweren Diebstahls ermittelt worden. Dem Mann wird vorgeworfen, Ende Juli 2021 drei Firmenfahrzeuge auf dem Gelände eines Victorburer Baustoffhandels aufgebrochen zu haben.

Am Montag ging es nur um die Rückzahlung des Erlangten

Der Prozess war insofern ungewöhnlich, als der Angeklagte gar nicht mehr wegen Diebstahls verurteilt werden sollte. Dieses Verfahren hat die Staatsanwaltschaft schon eingestellt. So etwas kann passieren, wenn eine Tat neben anderen Taten nicht mehr weiter ins Gewicht fällt. Die Staatsanwaltschaft hatte dennoch die Einziehung des erlangten Wertes beantragt – und dagegen hatte der 54-Jährige Einspruch eingelegt.

Es geht um den Wert von 8842 Euro. Richter Dr. Markus Gralla las die Liste der gestohlenen Werkzeuge vor: Drei Bullis waren aufgebrochen worden, ausgestattet mit Tischlerausstattung: Akkubohrer, Akkuschlagbohrer, Winkelschleifer, Handkreissäge, Baustellenradio und vieles mehr. In einem der Autos hatte auch ein Kuhfuß gelegen, den der Angeklagte sich offenbar bei den weiteren Aufbrüchen zunutze machte. An zwei Wagen wurden laut Polizeibericht Hebelspuren von einem Kuhfuß im Bereich der Schlösser festgestellt.

DNA-Spuren auf Kuhfuß gefunden

Den Kuhfuß fanden die Beamten, als sie in Victorbur den Schaden aufnahmen, bei einem der Fahrzeuge an einen Zaun gelehnt. Er wurde auf DNA-Spuren untersucht. Das Landeskriminalamt stellte laut Laborbericht eindeutig DNA-Rückstände vom Angeklagten fest. Dieser bestritt die Tat gleichwohl. Er konnte aber auch nicht erklären, wie seine DNA an den Kuhfuß gekommen war.

Richter Gralla hielt die Spurenlage für eindeutig, wie er im Urteil sagte. Der Angeklagte sei nicht bei dem Unternehmen beschäftigt gewesen und auf diese Weise mit dem Arbeitsgerät in Berührung gekommen. Deshalb liege es sehr nahe, dass er den Kuhfuß in einem der Fahrzeuge vorgefunden und dann für die weiteren Aufbrüche verwendet habe.

Angeklagter kündigte Rechtsmittel an

Deshalb wurde der Angeklagte dazu verurteilt, dass er die 8842 Euro, die er durch den Diebstahl erlangt hat, an die Staatskasse abtreten muss. Der 54-Jährige kann dagegen Rechtsmittel einlegen, was er brummelnd auch ankündigte. Man müsse die genauen Umstände klären, wenn sein Anwalt zugegen sei. Der hatte sich für den Termin am Montag entschuldigt.

Doch warum fällt der Aufbruch von drei Fahrzeugen und der Diebstahl von Werkzeugen im Wert von fast 9000 Euro nicht weiter ins Gewicht? Das liegt daran, dass der 54-Jährige schon in Haft ist. Er wurde vom Landgericht Aurich bereits zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt.

Deshalb wurde er nun in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Wie Staatsanwaltschaftssprecher Jan Wilken auf ON-Nachfrage sagte, ist der 54-Jährige bereits wegen 22-fachen Diebstahls verurteilt worden. Mehrfach habe es sich dabei um Taten auf Firmengrundstücken in Südbrookmerland gehandelt.

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