Kaserne in Aurich  Erste Wohnungen wohl in der zweiten Hälfte 2025

| | 30.07.2023 07:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das frühere Wachgebäude ist eines der ersten, die umgebaut werden. Foto: Romuald Banik
Das frühere Wachgebäude ist eines der ersten, die umgebaut werden. Foto: Romuald Banik
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Investor Norbert Dittel möchte gerne endlich mit dem Umbau der Auricher Kaserne beginnen. In drei Bestandsgebäuden soll es nächstes Jahr losgehen. Und ein Neubau steht an.

Aurich - Noch immer sind die Kaufverträge für das Auricher Kasernen-Gelände nicht unterschrieben. Investor Norbert Dittel steckt gleichwohl tief in den Planungen. Im nächsten Jahr soll mit dem Bau am früheren Wachgebäude und am früheren Sanitätsgebäude begonnen werden. Auch eines der nördlichen H-Gebäude soll dann in Angriff genommen werden. Bedingung ist allerdings, dass die Erschließung geregelt ist. Dafür ist die Stadt Aurich zuständig.

Das Sanitätsgebäude links vom Tor an der Skagerrakstraße wird das neue Domizil der DRK-Kita „Am Wasserturm“. Dort soll als erstes mit dem Umbau begonnen werden, so Dittel. Bedingung seien aber die Unterschriften unter dem Kaufvertrag.

Für die Kita wird weitgehend entkernt

In Aurich wurden Kitas zuletzt selten in Bestandsgebäuden eingerichtet. Und die Kita „Pinguin“ im Familienzentrum zählt zu den wenigen mehrgeschossigen. Im denkmalgeschützten Kasernengebäude ist beides der Fall. Das Gebäude werde entkernt und im Inneren ganz neu aufgebaut, so Dittel. Vor dem Bauantrag werde alles noch einmal mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Ziel ist es, dass die Kita 2025 eröffnen kann.

Eine weitere Kita soll in dem neuen Viertel entstehen. Wer diese baut – ob Stadt oder er selbst – ist laut Dittel noch nicht entschieden. „Noch steht das nicht auf meiner Agenda, aber das kann durchaus kommen.“

Beim Umbau des alten Wachgebäudes sollen auch die ersten Sozialwohnungen oder bezahlbaren Wohnungen entstehen. Ihre Zahl stehe noch nicht abschließend fest, so Dittel. Läuft alles nach Plan, sollen diese Wohnungen in der zweiten Hälfte 2025 bezugsfertig sein.

Zuerst Umbau im Bestand – plus ein Neubau

Neben der Nutzung für Wohnzwecke ist im Wachgebäude auch noch etwas anderes geplant, das Dittel noch nicht verraten möchte.

Auch ein Neubau geht eng mit den Umbauten im Bestand einher: Sobald in der alten Kaserne Wohnungen bezogen werden, müssen auch Parkplätze zur Verfügung stehen. Plan ist es, möglichst wenig Autoverkehr im neuen Viertel zu haben. Deshalb entstehen direkt bei den Wohngebäuden auch nur Behindertenparkplätze und Flächen zum Be- und Entladen.

Die Autos der Bewohner sollen in zwei Parkhäusern untergebracht werden. Das erste von beiden – hinter dem Wachgebäude – muss also zum Einzug der ersten Mieter fertig sein, wie der Bremer Investor erläutert.

Über welche Seite der Baustellenverkehr für diese ersten Projekte rollt, ist ebenfalls noch nicht entschieden. Dittel hält nach derzeitigem Stand die Skagerrakstraße für sinnvoll, weil alle Startprojekte auf der Westseite liegen. Da nur in Bestandsgebäuden gebaut werde, sei die Belastung der kürzlich erst erneuerten Straße überschaubar. Entschieden werde darüber aber erst später.

Sorge vor Überangebot an Wohnraum

Bis im Divisionsgebäude gebaut werden kann, wird noch Zeit vergehen. Der Landkreis nutzt unter anderem dieses Gebäude zur Unterbringung von Geflüchteten. „Wenn der Landkreis das Gebäude 2025 räumt, ist der Wunsch, spätestens 2026 mit dem Umbau zu beginnen“, sagt Dittel. Wie berichtet, sollen dort bis zu 150 Sorglos-Seniorenwohnungen mit einem variablen Pflegeangebot sowie vier Wohngemeinschaften für Personen mit höheren Pflegegraden, eine kleine Tagespflege, Mitarbeiterwohnungen und einiges mehr entstehen. Der Bremer Investor hatte zunächst mit dem Pflegeanbieter Convivo als Betreiber geplant. Nach dessen Insolvenz musste Dittel sich umorientieren und ist „nun mit konkreten Partnern im Gespräch“, wie er sagt. Das „Seniorendorf“ im Herzen des Geländes könne 2028/29 fertig werden.

„Der Umbau läuft dann parallel zum Wohnungsbau, weil sich das nicht kannibalisiert“, sagt Dittel. Bei der Entwicklung der anderen Wohnungen ist das anders: Die werden peu à peu entwickelt – immer mit Blick auf den Wohnungsmarkt. Denn obwohl Aurich unter einem Mangel an Wohnungen ächzt, „kann ich in einer 45.000-Einwohnerstadt nicht 500 Wohnungen in zwei Jahren auf den Markt werfen“, so Dittel. Man müsse immer schauen, wie sich der Bedarf entwickle, wenn neue Wohnungen am Markt seien. Je nach den Ergebnissen der Marktbeobachtung gehe es dann schnell oder gedrosselt weiter.

2019 hat er den Zuschlag für das Gelände bekommen. Nun – vier Jahre später – geht es immer noch um den Vertragsabschluss. Hat sich die Stimmungslage zum Projekt schon geändert? „Das Charmante ist ein Stück weit raus, wenn man sich die veränderte Bausituation ansieht“, so Dittel. Da müsse man nur auf die Baukostenentwicklung, die Zinsen und veränderte Förderbedingungen schauen.

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