Widersprüchliche Aussagen der EWE Moordorfer erhält nur individuelles Angebot
Die Verwirrung wächst: Während ein EWE-Kunde ohne Abrechnung Abschläge zahlen soll, rät das Unternehmen Michael Andres davon ab. Ein EWE-Sprecher erklärt, was dahinter steckt.
Aurich/Moordorf - Erstaunt las Michael Andres den ON-Artikel über einen EWE-Kunden aus Moordorf. Hatte diesem doch der Oldenburger Energieversorger empfohlen, die Abschläge seiner Mieter trotz fehlender Abrechnung auf die Vertragskonten zu überweisen. „Bei einem Telefonat letzte Woche sagte mir die EWE, das solle ich auf keinen Fall tun“, schildert Andres. Dementsprechend verwirrend fand er die Aussagen des Unternehmens gegenüber des Kunden Hubert Brunken.
Andres bekam vom Kundenservice der EWE die Auskunft, jetzt überwiesene Abschläge würden mit Erstellung der Jahresabrechnung rückerstattet und nicht als Guthaben verrechnet. Es würde demnach nichts bringen, weiter Abschläge zu zahlen. Der Moordorfer Andres informierte seine Mieter darüber. „Sie zahlen momentan keine Abschläge an mich“, so Andres. Er habe ihnen den Tipp weitergegeben, dass Geld zu sammeln, um später die höheren Abschläge zahlen zu können. Denn die Gesamtsumme werde nach Rechnungsstellung auf weniger Monate als sonst üblich umgelegt.
Individuelle Angebote für die meckernden Kunden
„Da weiß doch der eine nicht, was der andere tut“, so Andres Vorwurf an die EWE. Und in gewisser Weise scheint er damit Recht zu haben. Denn auf ON-Nachfrage sagte EWE-Sprecher Dietmar Bücker, dass der Kunde Brunken eine individuelle Aussage bekommen habe. Ihm riet eine Mitarbeiterin des Energieunternehmens, die fälligen Abschläge unter Angabe der Vertragsnummer auf die entsprechenden Konten zu überweisen. „Das Angebot an Herrn Brunken hat ein Mitarbeiter aus dem Service dem Kunden nach eigenem Ermessen eingeräumt“, so der Sprecher. Dies entspreche nicht der üblichen beziehungsweise vorgesehenen Möglichkeiten, die die EWE seinen Kunden sonst anbiete.
Vielmehr sollten Kunden, die noch keine Jahresabrechnung erhalten haben, die Abschlagszahlungen aussetzen. Nach Erstellung der Abrechnung würden die dann fälligen Abschläge pro Monat ermittelt. „Das führt zu hohen Summen“, sagt Andres. Denn bei ihm werde nicht nur die Verbrauchszahlung ausgesetzt. Auch die Leasingrate von knapp 100 Euro im Monat für die Gasanlage in seinem Mietshaus werde derzeit nicht eingezogen. „Wie das jemand machen soll, der nicht so viel Geld im Monat zur Verfügung hat, weiß ich nicht“, so der Moordorfer.
Dennoch werde Andres sich an den ursprünglichen Rat des Unternehmens halten und bis zur Zustellung der Abrechnung keine Abschläge entrichten. „Ich kann als Kunde nur hoffen, dass am Ende alles passt“, reagiert er verärgert. Die Verunsicherung bleibe.