Frust über fehlende Abrechnungen  Moordorfer EWE-Kunde muss Abschläge seiner Mieter verwalten

Kim Hüsing
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Von Kim Hüsing
| 26.07.2023 14:25 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Moordorfer Hubert Brunken wartet noch immer auf seine Jahresabrechnung von der EWE. Am meisten ärgere ihn, dass er das Geld seiner Mieter verwalten solle. Foto: privat
Der Moordorfer Hubert Brunken wartet noch immer auf seine Jahresabrechnung von der EWE. Am meisten ärgere ihn, dass er das Geld seiner Mieter verwalten solle. Foto: privat
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Der Moordorfer Hubert Brunken wartet wie viele EWE-Kunden auf seine Abrechnung. Doch bei ihm kommt noch Ärger rund um die Abschläge hinzu. Denn derzeit sitze er auf dem Geld seiner Mieter.

Aurich/Moordorf - Frust und Unverständnis sind die vorherrschenden Gefühle von Hubert Brunken. Der Moordorfer ist EWE-Kunde und wartet wie viele weitere noch immer auf seine Jahresabrechnung. Doch zu dem Ärger kommt weiterer hinzu. Denn bei Brunken geht es nicht nur um sein eigenes Geld. Auf seinen Namen laufen vier Verträge vier verschiedener Parteien beim Oldenburger Energieunternehmen. Durch die Bindung bei den Wärme-Plus-Verträgen durfte Brunken diese nicht auf seine Mieter übertragen. Dementsprechend überweisen seine Mieter ihm monatlich ihre Abschläge für die Energie. „Und ich muss sie jetzt verwalten“, ärgert sich der Moordorfer.

Denn die Abschläge würden weder eingezogen, noch dürfte Brunken sie an die EWE überweisen. Auf Nachfrage habe ihm die EWE gesagt, dass sonst sein Konto durcheinander geraten würde. Erst mit der Jahresabrechnung würden die neuen Abschläge festgelegt. „Das ist eine Frechheit. Ich fühle mich verarscht“, ärgert sich Brunken.

Brunken: Genannte Termine wurden nicht eingehalten

Anfang März habe er den Jahresverbrauch abgelesen und übermittelt. Seitdem wartet Brunken auf Post. Mehrmals habe er sich telefonisch beim Kundenservice sowie im Auricher EWE-Shop erkundigt, wann er mit seiner Abrechnung rechnen dürfe. „Ich habe immer einen anderen Zeitraum genannt bekommen. Im EWE-Shop hieß es damals ,binnen zehn Tagen’. Nicht ein Termin wurde eingehalten“, so Brunken. Doch nicht nur er, auch seine Mieter würden nun in der Luft hängen. „Ich kann mit ihnen nicht abrechnen. Niemand weiß, ob noch eine Nachzahlung fällig wird“, sagt der Moordorfer.

Auf Nachfrage bei der EWE beteuert der dortige Sprecher Dietmar Bücker, dass die EWE nun viele Abrechnungen erstellen könne. Die digitale Umstellung mit Berücksichtigung der staatlichen Maßnahmen wie Energiepreisbremsen und Steuersenkungen hätte nun funktioniert. Diese Maßnahmen hatte das Unternehmen zuvor für die vielen Verzögerungen verantwortlich gemacht. Dennoch würden immer noch einige Kunden auf ihre Abrechnungen warten. „Dazu gehören leider auch die Rechnungen zu den Verträgen von Herrn Brunken. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, auch diese Abrechnungen zu erstellen. Derzeit muss der Kunde sich aber leider noch gedulden“, so Bücker.

Zustellung verschiebt sich weiter nach hinten

Wie viele Abrechnungen konkret noch ausstehen, möchte der Sprecher auch nach mehreren Nachfragen nicht beantworten. Wann diese eintreffen, scheint ebenfalls weiter ungewiss. Während es vor einiger Zeit von einem anderen Unternehmenssprecher noch hieß, bis August seien alle Abrechnungen erstellt, möchte Bücker sich nicht konkret festlegen. Nur so viel: die EWE plane, diese bis zum Spätsommer abzuarbeiten.

Der EWE sei bewusst, dass „wir die Geduld einiger Kunden und eben auch die von Herrn Brunken mit der verzögerten Rechnungsstellung sehr strapazieren, was wir sehr bedauern“, so Bücker. Tatsächlich sei es üblich, erst mit der Jahresabrechnung anhand des Gesamtverbrauchs und etwaiger Preisanpassungen die Gesamtsumme zu kalkulieren und danach die monatlichen Abschläge festzulegen. Unter normalen Umständen würde dieser Betrag auf zwölf Monate aufgeteilt werden, erläutert Bücker. Da noch keine Abrechnung erstellt sei, könne auch kein neuer Abschlag kalkuliert und eingezogen werden.

Geld zurücklegen und in eins überweisen

Wer jetzt noch keine Abrechnung erhalten habe, müsse demnach keine Abschläge zahlen. Dies führt allerdings dazu, dass die späteren Monatsabschläge entsprechend höher ausfallen, um dennoch auf die Gesamtsumme nach zwölf Monaten zu kommen. Kunden wie Hubert Brunken würden diese höheren Zahlungen jedoch gerne vermeiden und weiterhin monatlich Abschläge entrichten. „Mir hat nach der ON-Nachfrage der Beschwerdeservice mitgeteilt, dass ich die gewohnten Abschläge doch auf die entsprechenden Vertragskonten überweisen darf“, sagt Brunken. Immerhin sei das ein kleiner Erfolg, doch auf seine Abrechnung müsse er weiter warten.

Nach Angaben des Sprechers haben Kunden, denen es ähnlich wie Herrn Brunken geht, mehrere Möglichkeiten. Unter Angabe der Vertragsnummer könnte monatlich eine Summe X wie gewohnt überwiesen werden. Oder der Kunde könne abwarten, bis die Abrechnung da ist, und das Geld solange beiseite legen. Die zurückgelegte Summe könne dann später als eine Abschlagszahlung eingezahlt werden, so Bücker. Oder der Kunde könne bis zur Erstellung der Jahresabrechnung warten und müsse dann die höheren, verbliebenen Abschläge bis zur nächsten Jahresabrechnung leisten.

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