Kita-Plätze in Südbrookmerland Langjährige Betreuungslücke derzeit nahezu geschlossen
In Südbrookmerland wird gerade mit Hochdruck an den Kitas gearbeitet. Erster Erfolg ist sichtbar: Diesmal musste nicht mal einer Handvoll Eltern abgesagt werden. Einige brauchen aber etwas Geduld.
Südbrookmerland - Fast eine Punktlandung hat die Gemeinde in diesem Jahr bei der Versorgung von Familien mit Kita-Plätzen gemacht. Nachdem jahrelang immer viele Plätze gefehlt hatten, konnte in diesem Jahr nur drei Kindern nicht der gewünschte Betreuungsplatz angeboten werden. Das sagte der zuständige Fachbereichsleiter Joachim Betten auf ON-Nachfrage.
In der Gemeinde gibt es im kommenden Kita-Jahr 132 Krippenplätze und 577 Kindergartenplätze. Einige davon sind allerdings quasi noch im Bau. In Einzelfällen geht es laut Betten etwas später mit der Betreuung los.
Kleine und große Baustellen
Es wird an vielen Stellen gearbeitet: An den Kindergarten Lüttje Hoppelkes in Uthwerdum baut die Gemeinde einen kleinen Anbau an, damit die 25er-Gruppe in voller Stärke erhalten bleiben kann. An der evangelischen Kita in Victorbur entsteht die Mensa, die für den Ganztagsbetrieb gebraucht wird. Hinter der Alten Grundschule Neu-Ekels werden die Container für zwei Krippengruppen aufgestellt. Dort entstehen nach Angaben des zuständigen Fachbereichsleiters Joachim Betten 30 Teilzeitplätze.
An der Krippe Lüttje Nüst an der Ringstraße wird ebenfalls gebaut. Die Kinder sind während der Bauphase in Containern untergekommen. Der neue Krippenbereich soll nach jetzigem Stand etwa im Februar fertig sein, so Betten.
Verzögerungen im Bau
In der früheren Haupt- und Realschule in Moordorf sind die Räume für die drei Krippengruppen seit Mai in Nutzung. Nun wird mit Hochdruck an den Räumen für die vier bis fünf Kindergartengruppen und den Essensbereich gearbeitet, so Betten. Allerdings habe es Bauverzögerungen gegeben. Dass der Kindergarten am 1. August öffnet, sei dadurch unmöglich geworden. Die Räume könnten erst Ende August bezogen werden. Dann sei aber auch gleich die Ausgabeküche fertig, die für den Ganztagsbetrieb vorgeschrieben ist.
In enger Kooperation mit der Kita seien die Eltern so früh wie möglich über diese Verzögerung informiert worden, damit sie umplanen können, so Betten. Einige Familien könnten die Betreuung so lange selbst organisieren. Für die anderen Kinder werde nun ein temporärer Platz gesucht.
30 Anmeldungen weniger als im Vorjahr
Betten ist froh, dass die Verwaltung in diesem Jahr „nur“ drei Eltern eine Absage für einen Kita-Platz erteilen musste. Im vergangenen Jahr gab es zunächst noch 85 Anmeldungen mehr, als Plätze vorhanden waren. Später verringerte sich die Zahl auf 59 fehlende Plätze.
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Das liegt zum einen an mehr vorhandenen Plätzen, zum anderen an geringerer Nachfrage. Während es im vergangenen Jahr 320 Anmeldungen gegeben habe, seien es in diesem Jahr nur 290 gewesen, so der Fachbereichsleiter. Der Landkreis erwartet in seiner Prognose leicht rückläufige Zahlen für die nächsten Jahre.
Obwohl nun theoretisch das Angebot zum Bedarf passt, war laut Betten wieder eine intensive Abstimmung bei der Vergabe nötig. „Einige Eltern sind sehr auf eine bestimmte Einrichtung fixiert, selbst wenn die Alternative im gleichen Ort liegt“, sagte er. Seine Kollegin führe alljährlich eine Reihe von Abstimmungsgesprächen, bis die Wünsche möglichst gut erfüllt seien.
Konzentration in Moordorf und umzu
Derzeit konzentriert sich die Kita-Landschaft sehr in Moordorf und den Nachbarorten Victorbur und bald Neu-Ekels. Dort befinden sich auch die meisten Ganztagsplätze. Sogar die Übergangsgruppe, die zunächst in Münkeboe geplant war, soll nun in die Räume der früheren Haupt- und Realschule Moordorf einziehen. Sind die Orte im Norden und im Süden der Gemeinde also benachteiligt?
22 Prozent der Kindergartenplätze mit Ganztagsbetreuung
Insgesamt 577 Kindergartenplätze gibt es in Südbrookmerland. Nur 129 von ihnen bieten eine Ganztagsbetreuung. 448 Kinder werden nur halbtags betreut. Somit liegt die Ganztagsquote bei den Kindergartenplätzen nicht mal bei einem Viertel. Bei den Krippen, die zuletzt massiv ausgebaut wurden, ist es umgekehrt. Laut Verwaltung bieten von insgesamt 132 Plätzen 102 eine Ganztagsversorgung an. Das sind immerhin 77 Prozent. Auf einige Eltern von Krippenkindern kommt somit wohl ein Nadelöhr zu. Nach der gewohnten Ganztagsbetreuung dürften nicht alle im Kindergarten wieder einen Ganztagsplatz bekommen, da dann weitere Kinder mit Ganztagsbedarf in die Betreuung kommen und die Kinder ohnehin mehr Jahre im Kindergarten verweilen als in der Krippe.
Er könne die Nöte von Eltern gut verstehen, die auf einen Betreuungsplatz in Wohnortnähe hofften – möglichst mit Ganztagsangebot, sagte Betten. Er wisse, dass auf den Eltern oft ein großer finanzieller Druck laste und sie verlässlich zur Arbeit müssten.
Aber die Gemeinde könne es einfach nicht leisten, in allen Orten gleichermaßen die Kita-Landschaft auszubauen. Rund um Moordorf wohnten die meisten Menschen, sei der Bedarf also am höchsten. „Wir müssen dem Gros gerecht werden“, so Betten. In den ländlichen Gemeinden sei die Betreuung in der Familie ohnehin noch stärker ausgeprägt.