Landwirt wegen Tierquälerei angeklagt Tierschützer halten Mahnwache vor Auricher Amtsgericht
Der Prozess gegen einen Landwirt aus Südbrookmerland, der Tiere unzureichend medizinisch behandelt haben soll, wird heute fortgesetzt. Die „Ostfriesen gegen Tierleid“ protestieren am Gericht.
Aurich - Heute um 13 Uhr wird der Prozess gegen einen Landwirt am Auricher Amtsgericht fortgesetzt. Er ist angeklagt, weil er mehrere Tiere absolut unzureichend ernährt haben soll. Einige Tiere hätten zudem an schweren Entzündungen oder schweren Gelenkproblemen gelitten, so der Vorwurf. Insgesamt geht es um den Zustand von fünf Tieren.
Gegen einen Strafbefehl über 8400 Euro hatte der Landwirt, der seit längerem unter der Beobachtung des Auricher Veterinäramts steht, Einspruch eingelegt. Am zweiten Verhandlungstag sollen weitere Zeugen gehört werden.
Tierschützer: Tierschutzgesetz sieht durchaus Haftstrafen vor
Die Gruppe „Ostfriesen gegen Tierleid“ möchte Position beziehen und hat zu einer Mahnwache ab 12.30 Uhr am Amtsgericht aufgerufen. Den Tierschützern geht es laut ihrem Aufruf bei Facebook auch darum, aufzuzeigen, dass das Tierschutzgesetz nicht nur Geldstrafen vorsieht, sondern auch eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren ermöglichen würde. „Noch nie wurde dieses Strafmaß bisher angewendet. Warum?“, heißt es in dem Aufruf.
Obwohl es inzwischen hinlänglich wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass es in der Leidensfähigkeit zwischen Mensch und Tier keinen Unterschied gebe, werde sie strafrechtlich immer noch unterschiedlich bewertet. Zudem fordern die Tierschützer ein Tierhalteverbot - auch wenn sie dies angesichts der bisherigen Geschichte des Landwirts für unwahrscheinlich halten. Trotz der Beobachtung durch das Veterinäramt und der wiederholten Verstöße sei bisher die Tierhaltung schließlich nicht untersagt worden.