Angst vor Politikverdrossenheit  Auricher Rat: Ideen für neue Bürgerdialog-Formate

| | 02.07.2023 13:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Fest der Kulturen fand in Aurich bis 2019 jährlich in Aurich statt. Es sollte dem zwanglosen Austausch dienen. Auch der Stadtrat soll nach Meinung einige Fraktionen öfter direkt auf die Bürger zugehen. Foto: Karin Böhmer
Das Fest der Kulturen fand in Aurich bis 2019 jährlich in Aurich statt. Es sollte dem zwanglosen Austausch dienen. Auch der Stadtrat soll nach Meinung einige Fraktionen öfter direkt auf die Bürger zugehen. Foto: Karin Böhmer
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Das Erstarken der AfD macht Sorge: Im Stadtrat ging es darum, wie die Politik vor Ort mit den Bürgern in Dialog treten kann. Es gibt einige Ideen.

Aurich Teile des Auricher Stadtrats sind in Sorge: Zunehmend seien im öffentlichen Diskurs rechte Positionen zu hören. Die Wahl eines AfD-Kandidaten zum Landrat in Sonneberg und die wachsenden Ergebnisse der Partei bei Umfragen sei ein Signal dafür, dass die Unzufriedenheit wachse.

Heidrun Weber (GfA) sprach am Donnerstag in der Stadtratssitzung das Thema als Erste an. Sie nannte den Familienfahrradtag, den ihre Wählergemeinschaft initiiert hatte, als eine Möglichkeit, mit Bürgern, ihren Sorgen und Wünschen in direkten Kontakt zu kommen.

Idee: Lange Tafel zum Schmausen und Quatschen

Öffentliche Aktionen wie diese solle der Stadtrat künftig regelmäßig gemeinsam anbieten, so Weber. Beispielsweise eine lange Tafel mit Kaffee und Kuchen aufbauen und Gelegenheit zum Austausch der Politiker mit den Aurichern bieten.

Der Rat könne auch als Gremium ein Seniorenheim besuchen oder für den Tagesaufenthalt für Wohnungslose Kuchen backen und vorbeibringen. Weber nannte noch weitere Ideen. Es gehe darum, in Dialog zu kommen. „Die Leute würden sehen, dass ihre Anliegen den Stadtrat interessieren“, so Weber.

Osterstraße könnte Bühne bieten

Gila Altmann (Grüne) nahm den Faden auf. Wie Harald Bathmann (SPD) zuvor schon betont habe, sei die Fußgängerzone in der Osterstraße frisch saniert und ein Wohnzimmer für die Stadt. Bereits am 17. Juni sei dort von den Vereinen „Zwischenraum“ und „Aurich zeigt Gesicht“ eine Tafel mit Essen und Sitzgelegenheiten zum „Tag der offenen Gesellschaft“ aufgebaut worden. „Es ist wichtig, dass wir Veranstaltungen machen, die die Menschen zusammenführen“, so Altmann. Vielleicht böten sich Anknüpfungspunkte fürs nächste Jahr.

Außerdem solle unbedingt wieder ein Fest der Kulturen geplant werden, so Altmann. „Da sollten wir frühzeitig mit der Planung anfangen, als Gegenentwurf zur aufkeimenden Rechtslastigkeit.“

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