Landgericht Aurich  Ärztin erschien nicht zu Videovernehmung

| | 27.06.2023 17:46 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eigentlich nehmen die Zeugen auf dem Stuhl vorne im Auricher Schwurgerichtsaal Platz. Doch am Dienstag sollte es eine Videovernehmung geben. Foto: Romuald Banik
Eigentlich nehmen die Zeugen auf dem Stuhl vorne im Auricher Schwurgerichtsaal Platz. Doch am Dienstag sollte es eine Videovernehmung geben. Foto: Romuald Banik
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Ein 76-jähriger Auricher soll 2021 seine damals minderjährige Enkelin missbraucht haben. Der Prozess wurde erneut vertagt. Dabei wurden unterschiedliche Sichtweisen der Juristen deutlich.

Aurich - Erneut vertagt worden ist der Prozess gegen einen 76-jährigen Auricher, der 2021 seine eigene Enkelin sexuell missbraucht haben soll. Eigentlich sollte eine Ärztin per Video als Zeugin vernommen worden. Verteidiger Arno Saathoff hatte „noch eine ganze Menge Fragen“ zu einer möglichen psychischen Erkrankung des mutmaßlichen heute 18-jährigen Opfers.

Doch die Medizinerin erschien auch nach einer Viertelstunde Wartezeit nicht auf dem Bildschirm im Auricher Schwurgerichtssaal. Saathoff betonte, er habe kein Interesse daran, das Verfahren in die Länge zu ziehen. Doch er glaube auch, dass sich sexuelle Handlungen gegen den Willen der Teenagerin nicht nachweisen lassen. Vorsitzender Richter Bastian Witte dagegen erklärte: „Es ist nicht unglaubhaft, was die Zeugin gesagt hat.“

Großvater räumt sexuelle Handlungen ein

Der Großvater soll sich Anfang Juli 2021 bei einem Besuch seiner minderjährigen Enkelin im heimischen Wohnzimmer an der Teenagerin vergangen haben, mit den Fingern und der Zunge in sie eingedrungen sein. Irgendwann ließ der Großvater von seiner Enkelin ab. Diese schloss sich in einem Zimmer ein und verständigte ihre daheim gebliebene Mutter in Nordrhein-Westfalen, die die Polizei rief.

Der 76-Jährige räumte sexuelle Handlungen ein, jedoch nicht gegen den Willen des Mädchens. Er bereue sein Verhalten gleichwohl. „Ich hätte mich nie dazu hinreißen lassen dürfen“, erklärte der 76-Jährige.

Der Prozess vor dem Landgericht Aurich wird am Dienstag, 18. Juli, 9 Uhr, fortgesetzt.

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