Auricher Familienfahrradtag  Bunte und besondere Zweiräder auf dem Marktplatz

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 25.06.2023 17:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Für Aufsehen sorgte Ludwig de Groot mit seinem Velomobil. Foto: Neelke Harms
Für Aufsehen sorgte Ludwig de Groot mit seinem Velomobil. Foto: Neelke Harms
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Radfahrer waren am Sonntag in der Auricher Innenstadt unterwegs. Zwei Themen standen beim Familienfahrradtag im Mittelpunkt – und ein entscheidendes Detail lief bei der Aktion schief.

Aurich - Für Autofahrer gesperrt sein sollten am Sonntag einige Straßen in der Auricher Innenstadt. Denn dort waren von 14 bis 18 Uhr lauter Radfahrer unterwegs. Die Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Aurich“ (GfA), der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Aurich und der Fahrradbeauftragte der Stadt, Frank Patschke, hatten dazu aufgerufen.

Der Fahrradbeauftragte der Stadt Aurich Frank Patschke fuhr mit Heidrun Weber auf einem Tandem über den Auricher Marktplatz. Foto: Neelke Harms
Der Fahrradbeauftragte der Stadt Aurich Frank Patschke fuhr mit Heidrun Weber auf einem Tandem über den Auricher Marktplatz. Foto: Neelke Harms

Doch anders als von den Organisatoren erwartet, stand das Ordnungsamt um 14 Uhr nicht mit Absperrungen bereit. Zum Beispiel der Georgswall sollte für die vier Stunden gesperrt werden. Anstelle von Absperrungen standen an den Punkten vereinzelt Helfer in Warnwesten. Doch um den Verkehr zu stoppen, gab es nicht genug Ehrenamtliche, sagt Tim Bloem, Vorstandsmitglied im Verein Auriculum. Er sowie der Fahrradbeauftragte der Stadt Aurich, Frank Patschke, und Heidrun Weber (GfA) waren davon enttäuscht. Ziel der Aktion war es, Aufmerksamkeit für den Fahrradverkehr in der Stadt Aurich zu erregen.

Optimistischer Blick auf Fahrradstraßen

Ein Thema, das laut Patschke auch bei den Besuchern immer wieder aufkommt, sind die Auricher Fahrradstraßen. Zwölf Auricher Straßen sollten ursprünglich umgewandelt werden. Gelungen ist das bisher nur im Grünen Weg. Doch nun sollen noch in diesem Jahr neue Fahrradstraßen hinzukommen. Der Fahrradbeauftragte der Stadt ist optimistisch, dass noch 2023 einige Straßen umgewandelt werden. Es werde derzeit ein Konzept entwickelt. Man könne das Ganze etwas lockerer gestalten, sagt Patschke. Er kann sich zum Beispiel vorstellen, dass zukünftig Autos am Straßenrand parken dürften und somit der Durchgangsverkehr minimiert werde. Bloem sagt jedoch: „Wir hätten lieber gestern als morgen mehr Fahrradstraßen in Aurich.“

Zudem ging es bei der Aktion darum, Familien zum sorglosen Fahrradfahren in der gesamten Innenstadt zu animieren. Man sehe, unabhängig vom Auricher Familienfahrradtag, immer noch kaum Familien, die mit ihren Kindern mit dem Fahrrad unterwegs seien, so Patschke.

Lastenräder immer beliebter

Auf dem Auricher Marktplatz waren Infostände des ADFC, der GfA und vom Auriculum aufgebaut. Dort konnten die Besucher unter anderem verschiedene Lastenfahrräder ausprobieren. Neben den klassischen Modellen, die die Ladefläche vor dem Lenkrad haben, gab es zum Beispiel Räder mit einem überdurchschnittlich langem gepolsterten Gepäckträger zu sehen, auf dem zwei Kinder oder ein Wocheneinkauf Platz finden.

Manche Personen würden die Räder noch scheuen, sagt Boem. Sie würden davon ausgehen, dass es ein starres Fahren sei. Doch man könne sich schnell reinfuchsen, sagt er. Viele Lastfahrräder sind mit einem Akku betrieben. Laut Boem steigt das Interesse an den Lastenrädern. Er geht davon aus, dass der Verein Auriculum schon etwa 50 Auricher zu einem Lastenfahrrad bewegt hat.

Bis zu 40 Grad im Velomobil

Für Aufsehen sorgte auch Ludwig de Groot, der mit seinem Velomobil, einem Liegefahrrad mit geschlossener Verkleidung, auf dem Marktplatz ankam. Bei 29 Grad Außentemperatur könnte es in dem Fahrzeug im Stand bis zu 40 Grad heiß werden, erzählt er. Während der Fahrt würden jedoch kleine Lüftungsschlitze dafür sorgen, dass die Temperatur bei ungefähr 25 Grad liege.

Neben Velomobilen und Lastenfahrrädern gab es unter anderem auch Tandemräder und bunt geschmückte Zweiräder zu sehen. Denn ein Wettbewerb um das originellste Rad war Teil mehrerer Aktionen zum Mitmachen. Besonders schön geschmückte Fahrräder wurden auf dem Marktplatz fotografiert. Die drei originellsten Modelle werden im Nachhinein ausgewählt und die Sieger erhalten einen Gutschein für ein Fahrradgeschäft. Gleiches gilt für die Gewinner eines Fahrrad-Quiz.

Die sechsjährige Luzie Bormann probierte den Parcours gleich mehrere Male aus. Foto: Neelke Harms
Die sechsjährige Luzie Bormann probierte den Parcours gleich mehrere Male aus. Foto: Neelke Harms

Für Begeisterung, vor allem bei den jüngsten Gästen, sorgte der Fahrradparcours hinter der Markthalle. Die sechsjährige Luzie Bormann probierte ihn gleich mehrmals aus. Und auch ihre Eltern ließen es sich nicht nehmen, einmal um die Hütchen zu fahren, um am Ende im Ziel am Glockenspiel zu klingeln.

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