Verkehrsplanung Aurich bekommt neue Fahrradstraßen
Eine Fahrradstraße gibt es in Aurich seit vier Jahren. Seitdem ist nichts mehr passiert. Das soll sich nun ändern.
Aurich - Noch in diesem Jahr soll es in der Stadt Aurich neue Fahrradstraßen geben. Auf mindestens einer, eventuell auch auf zwei Straßen sollen die Fahrradfahrer dann Vorrang vor dem Autoverkehr bekommen. Das sagte Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht im Umwelt- und Verkehrsausschuss der Stadt am Donnerstagabend. Welche Straßen umgewandelt werden sollen, verriet er indes noch nicht. Frühestens nach den Sommerferien werde die Verwaltung der Politik einen Vorschlag unterbreiten.
Schon vor fünf Jahren wurden im Masterplan Radverkehr 2030 für die Stadt Aurich 73 Einzelmaßnahmen beschlossen, mit denen die Infrastruktur für Radfahrer verbessert werden soll. Fahrradstraßen sind bei diesen Punkten nicht genannt. In dem 115-seitigen Papier, das vom Rat der Stadt im Juni 2019 beschlossen wurde, werden aber auch zwölf Straßen genannt, die in Fahrradstraßen umgewandelt werden sollen. Gelungen ist dies mehr oder weniger erfolgreich bislang nur im Grünen Weg. Dort mussten die Anwohner in den Vorgärten Platz für ihre Autos schaffen, da diese nicht mehr am Straßenrand stehen dürfen. Das schuf Unmut. Andere Autofahrer wiederum waren nicht glücklich, weil der Grüne Weg zur Anliegerstraße wurde. Der Durchgangsverkehr ist dort nicht mehr erlaubt.
Große Feier am Grünen Weg
Jährlich gibt es einen Bericht darüber, welche der 73 Maßnahmen aus dem „Masterplan Radverkehr 2030“ in der Stadt Aurich umgesetzt worden sind. Am Donnerstag war es im Umwelt- und Verkehrsausschuss wieder soweit. Tiefbauamtsleiter Bernd Ewerth referierte die Fortschritte bei der Umsetzung des Masterplans.
Kein Wort indes verlor Ewerth bei seiner Präsentation zum Thema Fahrradstraßen. Und das, obwohl die Einrichtung dieser Vorrangstraßen für Radler einst in der Stadt Aurich gefeiert wurden. Am 23. August 2019 wurde eine Hüpfburg aufgebaut, es gab Speisen und Getränke sowie eine Ansprache des damaligen Bürgermeisters Heinz-Werner Windhorst. Mit einem großen Fest wurde der Grüne Weg als Aurichs erste Fahrradstraße eingeweiht.
Glupe könnte Fahrradstraße werden
Es sollten, so der Plan damals, schnell weitere Straßen umgewandelt werden. Insgesamt zwölf Fahrradstraßen sollte Aurich am Ende haben. Von dieser Idee blieb nicht viel, wie Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht am Donnerstag eingestand. Es habe Verzögerungen gegeben, die Verwaltung stelle sich bei dem Thema nun neu auf, sagte er etwas nebulös. Es würden aber noch in diesem Jahr ein oder zwei neue Fahrradstraßen ausgewiesen.
Welche das sein werden, sagte Lücht nicht. Monika Gronewold (CDU) hatte da schon Mitte Mai eine Idee, die auch bei Arno Fecht (FDP) gut ankam: Man könnte die beiden Straßen Glupe und Dwarsglupe zu Fahrradstraßen erklären, sobald diese saniert seien. Das aber wird nicht mehr in diesem Jahr passieren.
Sharrows für vier Straßen
Stallingslust, Am Neuen Hafen, Tannenbergstraße, Westgaster Weg, Eichenweg/Kreuzstraße, Bahnhofstraße, Extumer Weg, Rudolf-Eucken-Allee, Popenser Straße, Zum Haxtumer Feld und Reilstraße hätten noch als Fahrradstraßen folgen sollen. Stallingslust wurde aus der Liste gestrichen, weil dort seit dem Bau der Johannes-Diekhoff-Straße so gut wie niemand mehr entlang fährt. Zum Rest schwieg die Stadtverwaltung sich jahrelang aus, nachdem der Grüne Weg zum Zankapfel geworden war.
Mit einer nicht repräsentativen Bürgerbefragung sollte schließlich endgültig geklärt werden, wie der Grüne Weg vom Autoverkehr befreit werden könnte. Eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer sprach sich für einen Poller an der Brücke am Westgaster Weg aus. Umgesetzt wurde bislang aber nichts. Dafür ist die Verwaltung laut Bernd Ewerth bei der Abarbeitung der 73 Einzelmaßnahmen des Masterplans Radverkehr weitergekommen. 45 davon sind bereits abgeschlossen, weitere 22 werden derzeit bearbeitet. Nur noch sechs Maßnahmen seien offen.
In diesem Jahr sollen in vier Straßen so genannte Sharrows aufgebracht werden. Das sind Piktogramme, die den Autofahrern verdeutlichen, dass Radfahrer trotz eines vorhandenen Radweges auch die Straße nutzen dürfen. Der Breite Weg, die Popenser Straße, die Raiffeisenstraße und die Emsstraße werden diese Sharrows erhalten. In dem Zusammenhang soll auch der Ostfrieslandwanderweg besser an das Gewerbegebiet Süd angeschlossen werden. Der Finanzausschuss hat am Dienstag einen Grundstückskauf an der Raiffeisenstraße für das Vorhaben gebilligt.
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