Schule  Videos sollen Gewalttaten an IGS in Moorhusen zeigen

| | 23.06.2023 11:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Schulgelände der IGS in Moorhusen. Foto: Holger Janssen
Das Schulgelände der IGS in Moorhusen. Foto: Holger Janssen
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Im Internet kursierende Videos sollen Gewalttaten unter Schülern an der IGS in Moorhusen zeigen. Dem Schulleiter sind jedoch einige Ungereimtheiten aufgefallen – und eine mögliche Erklärung.

Moorhusen - Rund um die IGS Marienhafe-Moorhusen gibt es erneut Ärger: Diesmal geht es um Videos von Prügeleien und Mobbing zum Nachteil von Fünftklässlern, die angeblich im Internet verbreitet werden. Schüler würden „verprügelt, geschubst, angespuckt, ausgelacht“, heißt es in einem Facebookbeitrag. Die Taten würden gefilmt und bei Instagram verbreitet. Lehrkräfte seien informiert worden, hätten aber nichts unternommen. Mittlerweile hat auch Schulleiter Kai-Dieter Hoop Kenntnis von den Vorfällen – und erkennt dabei einige Ungereimtheiten.

Betroffen sein sollen laut dem Facebookbeitrag Schüler beider Schulstandorte. Das Instagram-Konto, über das die Videos verbreitet worden sein sollen, ist mittlerweile gelöscht. Dennoch sorgen die Vorfälle weiter für Ärger. Auch weil offenbar weiterhin Screenshots aus den Videos kursieren. Und bei denen gibt es zum Teil einige Ungereimtheiten, wie Schulleiter Kai-Dieter Hoop sagt. So seien einige Aufnahmen definitiv nicht auf dem Schulgelände entstanden. Tatsächlich zeigt ein Bild, das den ON vorliegt, im Hintergrund einen Abstellplatz für Einkaufswagen. „Sowas haben wir weder in Marienhafe, noch in Moorhusen“, so Hoop. Er räumt aber ein, dass ihm auch Szenen gezeigt worden seien, die in Moorhusen aufgenommen wurden. Eine weitere Ungereimtheit gibt es laut Hoop im Beitrag selbst. Darin ist die Rede davon, dass von den Übergriffen Schüler der fünften Klassen und der Oberstufe betroffen seien. Letztere hätten mit dem Standort Moorhusen aber überhaupt nichts zu tun. Die Schüler, die er auf den Videos gesehen hat, würde Hoop zudem eher dem achten Jahrgang zuordnen.

Schulleiter hält Scheinkämpfe für denkbar

Fraglich ist für den Schulleiter zudem, ob es sich bei den Szenen um die es geht, wirklich um Gewalttaten handelt. Es sei an der Schule bekannt, dass Schüler des achten Jahrgangs hin und wieder zum Spaß Scheinkämpfe veranstalteten und sich dabei filmen ließen. „Um das zu beurteilen, müsste ich die Videos aber erstmal haben“, so Hoop weiter.

Durch einige Aussagen in dem genannten Facebookbeitrag sieht Hoop die Schule zudem verleumdet. So weist er Vorwürfe, wonach die Schule gegen solche Vorfälle nicht vorgehen würde, zurück. Allein in diesem Jahr habe es 30 Ordnungsmaßnahmen-Konferenzen gegeben. Meist sei es dabei darum gegangen, dass Schüler Konflikte mit Gewalt zu lösen versucht hätten. „Wir lassen das nicht einfach so geschehen“, so Hoop. Neben Reaktionen auf akute Vorfälle gebe es auch Präventionsarbeit. So zum Beispiel im sechsten Jahrgang, wo es derzeit ein Präventionsprojekt in Zusammenarbeit mit der Polizei gebe.

Elternrat will Anzeige erstatten

Was die aus Schulleitersicht unwahren Aussagen betrifft, könnte es noch ein Nachspiel geben. Laut Hoop plant der Schulelternrat, deswegen Anzeige gegen den Verfasser zu erstatten. Dort und in der Lehrerschaft hätten die Anschuldigungen Wellen geschlagen und für Empörung gesorgt.

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Was die angeblichen Gewalttaten in den Videos betrifft, ist die Polizei ebenfalls im Spiel. Das sagte eine Sprecherin den ON auf Anfrage. Der Behörde sei das Video am Freitagmorgen im Zuge einer Anfrage zugeschickt worden. Von Amts wegen habe man deshalb ein Verfahren eingeleitet. Im nächsten Schritt werde das Video nun genau geprüft. So werde beispielsweise festgestellt, wann und wo es aufgenommen wurde. Auch werde versucht herauszufinden, um wen es sich bei den in den Videos zu sehenden Personen handelt.